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Infleuncer ernährte sich nur noch von Früchten – bis er krank wurde

Er verbreitete Corona-Fake-News und ass nur noch Früchte – so geht es Gabirano heute

Während der Coronapandemie sorgte der Schweizer Influencer und Komiker Gabirano für negative Schlagzeilen. Seine Sponsoren sowie sein Umfeld wandten sich von ihm ab. Die Umstände veranlassten den 22-Jährigen dazu, einem ungesunden Gesundheitswahn zu verfallen.
25.06.2023, 10:0925.06.2023, 13:19

Und plötzlich ass er nur noch Rohkost.

Influencer und Komiker Gabirano, den die meisten als Gabi kennen, ernährte sich während neun Monaten ausschliesslich von Früchten und rohem Gemüse.

Auf die Rohkostdiät aufmerksam wurde der Komiker in den sozialen Medien. 2021 habe er seine Ernährung komplett umgestellt, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Im Netz tauschte er sich mit Gleichgesinnten aus aller Welt aus.

Die Ernährungsradikalisierung fand mitten in der Coronapandemie statt, als der Komiker mit Anti-Corona-Aussagen im Netz für negative Schlagzeilen sorgte. In einem Video sagte er unter anderem in vulgärer Sprache: «Wie oft wollt ihr noch den Schwanz von Berset und dem BAG lutschen?» Die Medien erklärten ihn zum «Schwurbler» und «Verschwörungstheoretiker» und sein Umfeld wandte sich ab von ihm.

Danach wurde es ruhig um den 22-Jährigen.

Instagram setzte ihn auf eine Blacklist, was zu einem Traffic-Einbruch führte und den Schweizer vor existenzielle Fragen stellte. Mit 18 hatte Gabirano das Gymnasium abgebrochen, weil er mit Insta-Videos genug verdient habe.

Zuflucht fand er in seiner neuen Ernährung. Zu Beginn habe er sich so gut wie nie gefühlt. Doch dann verschlechterte sich sein Gesundheitszustand: Der Körper schwoll rasant an. Wassereinlagerungen, vor allem im Gesicht, machten sich bemerkbar.

«Die Kraft liess nach, die Muskeln begannen bei Anstrengung unerträglich zu brennen, das Gedächtnis streikte oft. Es war, als stünde ich unter Drogen», sagt Gabirano gegenüber der «SonntagsZeitung», die ihn porträtiert hat. Ständig sei ihm schwindlig gewesen, beim Aufstehen sei es ihm immer schwarz vor Augen worden.

«Es war, als stünde ich unter Drogen.»

Er wandte sich an einen Arzt. Dieser stellte einige Defizite fest: akuter Vitamin-B12-Mangel, Eisenmangel. «Zwölf Stunden später war die Kraft zurück, ich verspürte sofort den Drang, meinen Körper zu gebrauchen», so der Komiker.

Nach dem Schock zog er sich zurück. Zog von Zürich zurück nach Bern und begann in einem Kebab-Laden sowie in einer Shishabar zu arbeiten. Weil er oftmals gefragt wurde, warum er keine Videos mehr mache, habe er sich für einen Neustart in den sozialen Medien entschieden.

Doch der Weg zum erneuten Erfolg ist steinig. Auf Instagram habe er 90'000 seiner 190'000 Follower:innen verloren. Er berichtet von dem Traffic-Einbruch: «Vor Corona hatten meine Storys rund 45'000 Views, dann nur noch 600, jetzt wieder gegen 10'000.» Seine Haupteinnahmequelle ist mittlerweile TikTok. Die Einnahmen würden reichen, um die Rechnungen zu bezahlen. Wichtig sei es ihm, dass es ihm gesundheitlich wieder besser geht. Seine Anti-Corona-Aussagen bereut er mittlerweile:

«Ich bin eindeutig zu weit gegangen, habe auch Leute beleidigt, habe gehetzt.»

Warme Mahlzeiten sowie tierische Lebensmittel gehören nun wieder zu seinem Speiseplan. Auf die Ernährung achte er aber immer noch: «Ich esse vegetarisch und trinke keinen Alkohol.»

(cst)

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