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Ex-«Tagesschau»-Moderator Franz Fischlin ist zurück

ARCHIV --- Moderator Franz Fischlin spricht in der Tagesschau im Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) in Leutschenbach, aufgenommen am 11. Dezember 2017 im Schweizer Radio und Fernsehen SRF in Leutsche ...
Franz Fischlin moderierte die «Tagesschau» vom SRF.Bild: keystone

Ex-«Tagesschau»-Moderator Franz Fischlin ist zurück – auf einer ganz anderen Bühne

Franz Fischlin, dem Fernsehpublikum unter anderem bekannt von «Tagesschau» und «Medienclub», lanciert ein neues Projekt: Er will Jugendliche für Fake News sensibilisieren.
27.03.2024, 14:2827.03.2024, 14:28
Benjamin Rosch / ch media

Franz Fischlin war schon vieles: Radio- und Fernsehjournalist, Produzent und Mitgründer der Stiftung «investigate!». Schon seit mehreren Jahren engagiert er sich aber auch für die Medienkompetenz von Jugendlichen: 2017 rief er mit anderen beispielsweise die Jugendmedienwoche ins Leben.

Nun setzt er ein ähnliches Engagement als Unternehmer fort. Diesen Sommer lanciert Fischlin youmedia.ch. Diese soll Medieninhalte präsentieren, die von Jugendlichen stammen. Die Plattform, in der in Dossiers auch hintergründige Informationen zum Thema Medienkompetenz zu finden sind, richtet sich an interessierte Schulklassen, Lehrpersonen und Eltern.

Hauptkanal von Fischlins neuer Initiative sind aber die sozialen Medien. Vor allem auf Instagram und Tiktok will er Jugendliche abholen, um sie vor den Schattenseiten der Medien zu warnen: Fake News, falsche Ideale oder Doomscrolling, also das endlose Lesen negativer Nachrichten.

«Die Erfahrung mit YouNews hat mir gezeigt, wie stark sich Jugendliche engagieren, wenn sie intrinsisch motiviert sind», lässt sich Fischlin in einer Medienmitteilung zitieren, die CH Media vorliegt. Beide Seiten, die professionellen Medienschaffenden wie auch die YouNews-Reporterinnen und -Reporter, könnten voneinander profitieren. «YouMedia geht noch einen Schritt weiter, ist noch näher bei den Jugendlichen, noch stärker auf sie ausgerichtet.»

Mit an Bord: Fischlins Tochter

Gewissermassen ist YouMedia ein Familienunternehmen: Mit von der Partie ist nämlich auch Fischlins Tochter Lea Romana Fischlin, von Beruf Grafikdesignerin und Art Director.

Als Mitgründer zeichnet ausserdem Norbert Bernhard verantwortlich. Bernhard ist kein Unbekannter: Seit mehr als 20 Jahren gibt er das Anleger-Magazin «Private» heraus. Ausserdem vergibt er jährlich einen Preis für «Qualitätsjournalismus», in dessen Jury auch Fischlin sitzt. Medial in Erscheinung trat er vor allem 2021, als er ankündigte, eine Gratis-Tageszeitung für Bern zu lancieren. Das Projekt mit einer angestrebten Auflage von 70'000 Exemplaren wurde aber nie realisiert. Auch in der Politik hinterliess Bernhard kurz Spuren: 1995 hatte er für die nationalistischen Schweizer Demokraten kandidiert.

Bereits 2022 kündigten Bernhard und Fischlin das Projekt YouMedia in Bernhards Heft an. Schon damals war auch klar, was ein zentraler Bestandteil werden sollte: ein Medienpreis. «Preise gibt es wie Sand am Meer. Aber einen Preis eigens für die Jugend, die digitale Medien produziert, nicht», schrieb Bernhard damals. In verschiedenen Kategorien sollen dereinst Medienprodukte und Medieninhalte von Jugendlichen zwischen 13 und 20 Jahren nominiert und bei einer Preisverleihung in Bern ausgezeichnet werden, heisst es nun.

Für die Projektleitung konnten Bernhard und Fischlin indes einen weiteren prominenten Namen gewinnen: Priska Amstutz soll die Geschicke von YouMedia leiten. Amstutz war von 2020 bis 2023 Co-Chefredaktorin des «Tages-Anzeigers» und bekleidete anschliessend für einige Monate die Funktion als Innovationschefin der Zeitung.

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