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Gratis-ÖV in der Schweiz: Initiative will Nahverkehr ausbauen

Gratis-ÖV für alle: Unterschriftensammlung für Initiative gestartet

23.06.2026, 14:2323.06.2026, 14:23

Die Bürgerbewegung «Agissons!» hat am Dienstag mit der Unterschriftensammlung für die eidgenössische Initiative für kostenlose öffentliche Verkehrsmittel begonnen. Die Initianten haben nun 18 Monate Zeit, um die erforderlichen 100'000 Unterschriften zu sammeln.

Die Volksinitiative mit dem Titel «Für einen kostenlosen, öffentlichen und hochwertigen Nahverkehr» war bereits im März lanciert worden. Steven Tamburini, Sprecher der überparteilichen Bürgerbewegung «Agissons!», die den Text initiiert hatte, sagte am Dienstag beim Start der Unterschriftensammlung in Renens VD, die Initiative ziele darauf ab, massiv in den öffentlichen Nahverkehr zu investieren.

Die Bürgerinnen und Bürger sollten «eine freie Wahl ihrer Mobilitätsmöglichkeiten haben – sowohl hinsichtlich des Zugangs und der Qualität als auch in Bezug auf die Preise», so Tamburini.

Julia Zeder, gauche, responsable de la Communication et Steven Tamburini, droite, organisateur et porte-parole d'Agissons!, posent pour le photographe apres une conference de presse du mouvement  ...
Kommunikationsverantwortliche Julia Zeder und Sprecher Steven Tamburini beim Auftakt zur Unterschriftensammlung.Bild: keystone

Im April 2023 hatte das Bundesgericht den kostenlosen öffentlichen Verkehr (ÖV) abgelehnt. Das höchste Schweizer Gericht bestätigte die Ungültigerklärung einer entsprechenden kantonalen Initiative durch den Grossen Rat des Kantons Freiburg. Nach Ansicht des Bundesgerichts verstiess diese gegen die Bundesverfassung, die festlegt, dass «die von den Nutzern des öffentlichen Verkehrs bezahlten Preise einen angemessenen Teil der Kosten decken».

Das Urteil hatte zur Folge, dass ähnliche Vorstösse in mehreren anderen Kantonen, insbesondere in Neuenburg, Waadt und Genf sowie in der Deutschschweiz, blockiert wurden.

Die Initiative von «Agissons!» schlägt daher vor, die Bundesverfassung so umzuschreiben, dass darin für jede und jeden «häufige, qualitativ hochwertige und im gesamten Staatsgebiet zugängliche öffentliche Verkehrsmittel» garantiert werden. Dazu sieht sie einen Fonds in Höhe von acht Milliarden Franken pro Jahr vor, der dazu dienen soll, die Taktfrequenzen und die regionale Anbindung zu erhöhen sowie die Intermodalität und die Verbindungen zwischen den Verkehrsträgern auszubauen. (sda)

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