«Besserer Komfort»: SBB nehmen ersten umgebauten «Schüttelzug» FV-Dosto in Betrieb
Der erste FV-Dosto mit umgebauten Drehgestellen ohne Wankkompensation ist ab 30. September 2026 im regulären Einsatz. Dies geben die SBB in einer Medienmitteilung bekannt.
Das Bundesamt für Verkehr (BAV) erteilte die notwendige Betriebsbewilligung für den Zug bereits Ende August, wie die SBB am Dienstag weiter mitteilten.
Der Umbau verfolgt gemäss SBB zwei Ziele:
- Erstens erhöht er den Fahrkomfort. Durch den Wegfall der wartungsintensiven Wankkompensation wird die Technik vereinfacht. Dies reduziert den Instandhaltungsaufwand und macht die Züge weniger störungsanfällig.
- Zweitens macht er die Züge langfristig wirtschaftlicher. Über die gesamte Lebensdauer der Flotte rechnen die SBB mit tieferen Unterhaltskosten und damit mit Einsparungen von rund 40 Millionen Franken.
Von technischen Pannen begleitet
Der Umbau der gesamten FV-Dosto-Flotte erfolgt wie geplant schrittweise in der Schweiz im Rahmen der regulären Revisionen. Die Arbeiten sollen Anfang der 2030er-Jahre abgeschlossen sein.
Die Einführung des neu entwickelten Dosto-Zugs ab 2018 war von zahlreichen technischen Pannen und Verzögerungen begleitet. Anfangs klemmten Türen, das Betriebssystem stürzte ab und Heizungen sowie die Klimaanlagen sorgten für Ärger. Passagiere klagten zudem, dass es in den Waggons teilweise unangenehm rüttle.
Die Entfernung der Wankkompensation und der Umbau der im Volksmund auch «Schüttelzüge» genannten Kompositionen kosteten die SBB laut Angaben vom Ende des vergangenen Jahres 90 Millionen Franken. (sda/ome)
