Reservierter Veloplatz mit Koffern und Kinderwägen zugestellt – das rät die SBB-Sprecherin
Wer sein Rad von A nach B transportieren lassen möchte, der kann bei den SBB einen Veloplatz reservieren. Bei einem Pendler gab es dabei aber Probleme, wie er auf Reddit schreibt:
Auf dem zugehörigen Bild sieht man: Platz für ein Velo gibt es hier keinen mehr. Stattdessen stapeln sich die Koffer und Taschen. Die Velotageskarte kostet 15 Franken, die Reservierung zusätzliche zwei Franken.
Das Problem mit den Kinderwagen
Unter dem Reddit-Post raten die anderen User, so etwas den SBB oder gleich dem Zugchef zu melden. Andere relativieren jedoch, dass oftmals kein Personal auffindbar sei. Wieder andere weisen auf das zusätzliche Problem hin, wenn auch noch Personen mit Kinderwagen Platz finden wollen. Für diese kann man nicht reservieren.
Die SBB kennen das Problem. Carmen Hefti von den SBB schreibt auf Anfrage:
Die SBB verstehen den Ärger und arbeiten kontinuierlich an Lösungen. In den vergangenen Jahren wurde dazu die Anzahl Veloplätze erhöht. «Bis Ende 2028 werden in 106 Wagen zusätzlich 530 Veloplätze eingebaut. Zudem wurden Verkaufssystem und Buchung verbessert – Veloplätze lassen sich in einer grafischen Übersicht reservieren», heisst es von Mediensprecherin Hefti weiter. Einen Wermutstropfen gibt es aber: Bei mehr Veloplätzen gibt es zukünftig dafür weniger Sitzplätze.
So ist in solchen Fällen vorzugehen
Unter besagtem Reddit-Post schreibt einer zu den Kinderwagen: «Man könnte normale Kinderwagen benutzen, anstatt manche monströse ‹Karren der Hölle›.»
Die SBB weisen auf ihrer Webseite darauf hin, einen möglichst kleinen und zusammenklappbaren Kinderwagen mitzunehmen. Kinderwagen könnten dazu bei Sitzen deponiert werden, die hochklappbar seien. Am besten geht man aber sowieso in den Familienwagen, sofern es einen gibt. Faltbare Kinderwagen finden sogar zwischen den Sitzen Platz.
Leuten mit viel Gepäck raten die SBB, dieses aufzugeben oder auf die Auslastung der Züge zu schauen, um ein grosses Aufkommen zu vermeiden.
Velofahrerinnen und Velofahrern, die mit dem Zug reisen, raten die SBB:
Pendlerinnen und Pendlern wird zudem geraten, die gekennzeichneten Bereiche bestimmungsgemäss zu nutzen und reservierte Veloplätze freizuhalten.
Ob nun Kinderwagen oder Velos bevorzugt werden, kommt auf die entsprechende Zone (Kinderwagen/Familien, Rollstuhl, Velo) an. «Verfügt ein Velo über eine gültige Reservation für einen entsprechend reservierbaren Veloplatz, sollte dieser Platz verfügbar sein. Kommt es dennoch zu Nutzungskonflikten, unterstützt das Zugpersonal im Rahmen des Möglichen bei der Suche nach einer pragmatischen Lösung», heisst es von Seiten der SBB. Generell wird an die gegenseitige Rücksichtnahme aller Reisenden appelliert.
Der richtige Ablauf bei der Reise mit dem Velo
Doch wie gehen nun Velofahrer richtig vor? Zuallererst sollen diese vorgängig im Online-Fahrplan schauen, ob Velos überhaupt in dem jeweiligen Zug mitgenommen werden können oder nicht und ob eine Reservierungspflicht besteht. Dies ist an dem Velosignet zu sehen, welches entweder durchgestrichen ist oder nicht.
In einigen Zügen sind Velos zudem nur zu bestimmten Zeiten erlaubt. In Pendlerzeiten ist die Mitnahme beschränkt. Da die Plätze begrenzt sind und Zeiten wie das Wochenende beliebt sind, sollte frühzeitig reserviert werden. Reservationen sind drei Monate im Voraus möglich. Wer bei einer Kontrolle keine vorweisen kann, muss einen Zuschlag von zehn Franken zahlen.
Wer nun seinen Veloplatz reserviert hat, findet seinen Platz am Tag der Reise anhand der Zugformation, in welchen Sektoren die Wagen mit Veloplätzen halten. Im Online-Fahrplan und in der SBB-Mobile-App werden die Standorte für viele Verbindungen mittels Velo-Symbol angezeigt. Bei Zügen, für die man eine Reservierung besitzt, soll auf die Wagennummer geachtet werden.
Die SBB weisen darauf hin, dass das Fahrrad alternativ auch versendet oder vor Ort gemietet werden kann.
