Stadt St. Gallen verbietet das Rauchen auf Spielplätzen – das Resultat fällt deutlich aus
In der Stadt St. Gallen darf künftig auf städtischen Spielplätzen nicht mehr geraucht werden. Die Stimmberechtigten haben am Sonntag eine entsprechende Initiative angenommen.
Die Initiative «Rauchverbot auf städtischen Spielplätzen» wurde mit 15'554 Stimmen (71,3 Prozent) gegen 6261 Stimmen (28,7 Prozent) deutlich gutgeheissen. Die Stimmbeteiligung lag bei 57,3 Prozent.
Mit der Zustimmung kann nun auf den 128 öffentlichen Spielplätzen in der Stadt St. Gallen ein Rauchverbot durchgesetzt werden. Bisher gab es dazu nur die Empfehlung, auf das Rauchen zu verzichten.
Dem überparteilichen Initiativkomitee war dies zu wenig. Der freiwillige Verzicht schütze Kinder zu wenig, lautete ein Argument. Kinder rauchten passiv mit und könnten sich nicht wehren. Raucherinnen und Raucher hörten oft trotz Bitten nicht auf, weiterzurauchen. Es brauche deshalb ein Verbot. Untersagt sind künftig Zigaretten oder Zigarren, aber auch Tabakprodukte zum Erhitzen sowie elektrische Zigaretten.
Stadtparlament wollte kein Verbot
Das Stadtparlament hatte ein solches Rauchverbot erstmals 2024 abgelehnt. Unter anderem wurde argumentiert, dass Spielplätze öffentlich und für alle Menschen da seien. Die Areale würden von verschiedenen Altersgruppen genutzt, auch etwa von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen am Abend. Ein allgemeines Rauchverbot schränke die vielfältige Nutzung ein. Die Kontrolle eines Verbots sei zudem schwierig.
Nach diesem ersten Nein im Stadtparlament starteten danach einzelne Parlamentsmitglieder von Mitte, EVP, SVP, GLP und Grünen eine Initiative für das Rauchverbot. Sie wurden dabei vom Stadtrat unterstützt. 2025 lehnte dann das Stadtparlament auch die Initiative für ein Rauchverbot ab. Deshalb kam es zur Abstimmung. Mit dem deutlichen Ja an der Urne wird nun das Polizeireglement mit einem Rauchverbot auf Spielplätzen ergänzt.
Im Kantonsrat war im November 2023 ein ähnlicher Versuch für ein Rauchverbot gescheitert. Eine Motion von je einem Ratsmitglied der Grünen und der GLP mit dem Ziel von rauchfreien öffentlichen Kinderspielplätzen im Kanton St. Gallen wurde damals mit 61 gegen 44 Stimmen bei vier Enthaltungen abgelehnt. (sda)
