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Hündeler fordern Hundewagen in SBB-Zügen

Ein Hund wartet mit weiteren Personen vor einem Ticketautomat der SBB im Bahnhof Luzern, am Donnerstagabend, 10. Maerz 2011, in Luzern. (KEYSTONE/Sigi Tischler)
Mit dem Hund im Zug zu reisen, ist nicht immer konfliktfrei.Bild: KEYSTONE

Hündeler fordern Hundewagen in SBB-Zügen

Wegen Diskriminierung sieht der oberste Schweizer Hündeler, Hansueli Beer, dringenden Handlungsbedarf. Bei den SBB stösst er auf Widerstand.
15.07.2017, 11:1315.07.2017, 16:56
Sacha Ercolani / Schweiz am Wochenende

Es gibt den Kinderspielwagen, den Ruhewagen und längst auch ganze Abteile mit Hängevorrichtungen für Fahrräder. Nun fordert Hansueli Beer, Präsident der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG) und damit der oberste Hündeler der Schweiz, von den SBB endlich auch mehr Innovation und Komfort für die tierischen Fahrgäste: «Da Hundebesitzer für ihre Liebsten für ein Zugticket tief ins Portemonnaie greifen müssen, wäre es wünschenswert, wenn die SBB auf den wichtigsten Schweizer Strecken einen Hundewagen zur Verfügung stellen würden», appelliert Beer.

«Einen Wagen pro Zug, der speziell für Hunde eingerichtet und bestuhlt ist – oder zumindest einer, der gut ersichtlich als hundefreundlich beschriftet ist, so wie es bei den Ruhewagen schon längst der Fall ist.» So wüssten die anderen Passagiere, worauf sie sich einlassen würden, und es gäbe in den Zügen keine bösen Blicke oder Reklamationen gegen Hundebesitzer mehr.

«Sie dienen dem Menschen bedingungslos und sind uns treue Begleiter und Beschützer.»
SKG-Präsident Hansueli Beer

Beers Forderung kommt nicht von ungefähr, denn mit dem Jahr für Jahr stark zunehmenden Platzmangel im Pendlerverkehr haben es Hundebesitzer immer schwerer. Wer zu Stosszeiten mit einem grossen Hund reise, werde oft kopfschüttelnd angesehen oder gar auch beleidigt, heisst es bei der SKG. Kein Wunder, lassen auch immer mehr Betroffene in Online-Foren oder den sozialen Netzwerken ihrem Frust über die SBB freien Lauf – Kommentare wie «Kinderwagen und Babys kosten nichts, Kinder dürfen in den Gängen rumrennen und auch noch klebrige Süsswaren auf die Sitzbänke schmieren, aber bei Hundehaltern gibt es keine Toleranz» gehören zum Alltag.

SKG-Präsident Hansueli Beer: «Ob Rettungshunde, Diensthunde, Blindenhunde oder Therapiehunde, sie dienen dem Menschen bedingungslos und sind uns treue Begleiter und Beschützer. Als Wertschätzung dieser tierischen Dienste hätten es Hunde mehr als verdient, im öffentlichen Verkehr entweder geschützt oder gratis zu reisen.»

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Eine Hunde-Tageskarte kostet bei den SBB 35 Franken, das Hunde-GA gibts für stolze 805 Franken – Kinder unter 6 Jahren reisen zusammen mit einer Begleitperson kostenlos. «Kinder sind unsere Kunden von morgen, Hunde nicht. Dank attraktiven Angeboten für Familien sollen Kinder frühzeitig für die Benützung des öffentlichen Verkehrs sensibilisiert werden», so die Begründung von Monika Moritz, CEO der Schweizer Tariforganisation ch-direct.

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Preis-Anpassungen am Hunde-Sortiment seien bis auf weiteres nicht vorgesehen. Und auch die Antwort der SBB ist alles andere als erfreulich für die Hundebesitzer, denn einen Hundewagen oder zumindest einen als hundefreundlich beschrifteten Wagen will man auch künftig nicht anbieten: «Denn Hunde, aber auch Hundebesitzer, sind bei uns im ganzen Zug in jedem Wagen willkommen – einzige Ausnahme bildet aus hygienischen Gründen der Speisewagen», sagt SBB-Sprecher Christian Ginsig.

«Die meisten Situationen lassen sich mit gegenseitigem Respekt problemlos meistern.»
SP-Nationalrätin Pascale Bruderer

Hundeliebhaberin und SP-Nationalrätin Pascale Bruderer findet es in überfüllten Zügen eher eine unangenehme Angelegenheit, mit Hund zu reisen – für alle Beteiligten. «Auch deshalb, weil vielen Reisenden nicht bewusst ist: Für den Hund muss, wenn er nicht in der Tasche mitreist, ein Halbtax-Ticket gelöst werden, sein Anrecht auf irgendein Plätzchen kann also nicht einfach so infrage gestellt werden», sagt sie. Die Forderung des SKG-Präsidenten gehe ihr aber dennoch zu weit: «Wenn ich mit meiner Labrador-Hündin unterwegs bin, mache ich die Erfahrung: Die meisten Situationen lassen sich mit gesundem Menschenverstand und gegenseitigem Respekt problemlos meistern.»

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