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SAC-Hütte: So viel kostet die Reservation einer künftig

Ein gesicherter Platz kostet künftig: Bergwanderer erreichen die Muttsee-Hütte.
Ein gesicherter Platz kostet künftig: Bergwanderer erreichen die Muttsee-Hütte.Bild: Alessandro della Bella, Keystone

Wegen Mehrfach-Reservierern: SAC erhebt künftig Gebühren für Buchungen im Voraus

Bei schlechtem Wetter eine Hütte annullieren ist ab kommendem Winter in einer SAC-Hütte nicht mehr gratis. Selbst zwei Tage im Voraus gibt es keine Rückerstattung der Reservationsgebühr.
15.06.2026, 04:5815.06.2026, 05:07
Sabine Kuster / ch media

In irgendeiner Region der Schweiz ist das Wetter meist gut. Daher haben Berggänger bislang manchmal in mehr als einer Hütte des Schweizer Alpen-Clubs SAC gleichzeitig reserviert, um flexibel zu bleiben. Bis spätestens zwei Tage davor konnte man kostenlos stornieren. Das führte bei den SAC-Hütten zu einer hohen Annullationsquote von 40 Prozent und teilweise halbleeren Hütten.

Nun hat die Abgeordnetenversammlung des SAC am Samstag in Bern eine fixe Reservationsgebühr von 10 Franken pro Person und Nacht beschlossen. Eine Gebühr vorab kennt teilweise auch der Österreichische Alpenverein – jedoch können die Hüttenwarte selber entscheiden, ob sie sie erheben wollen oder nicht. Der SAC aber verpflichtet nun alle Hütten dazu: Diese wird auch dann nicht rückerstattet, wenn das Wetter sehr schlecht ist, oder die Annullation mehr als zwei Tage im Voraus erfolgt. Allerdings wird sie von den Übernachtungskosten wieder abgezogen, wenn man erscheint.

Einzig für Gruppen mit einem SAC-Tourenführer oder einer Bergführerin wird die Gebühr zurückerstattet. Die technische Umsetzung – zum Beispiel nach einer Bezahlung mit Twint statt Kreditkarte – ist noch nicht ausgearbeitet. Gelten soll die Regelung ab 1. November 2026. Bis dahin müssen auch jene SAC-Hütten, die noch kein Online-Reservationssystem haben, dieses einführen.

Anträge zur Rückerstattung wurden abgelehnt

An der Abgeordnetenversammlung wurde diese mit einer Zweidrittels-Mehrheit nach wenig Diskussion genehmigt. Dies, weil verschiedene SAC-Sektionen sich im Vorfeld getroffen und aus drei Varianten des Zentralverbandes einen eigenen Vorschlag ausgearbeitet hatten. Dieser übernahm der Zentralverband in der Folge.

Ein Antrag auf eine flexible Bandbreite der Gebühr wurde abgelehnt, ebenso der Antrag, dass eine Stornofrist von 48 Stunden gegeben werden soll. Die Sektionen Chasseral und Neuchâteloise hatten argumentiert, dass in der Regel ein Drittel der geplanten Touren wetter- oder lawinenbedingt abgesagt werden müssen. In solchen Fällen nähme eine Reservation niemandem den Platz weg. «Es muss von den Sektionen und Hüttenteams akzeptiert werden, dass der Umsatz von Wetter- oder Lawinenbedingungen abhängt», forderten die beiden Sektionen. Dagegen argumentierte der Zentralverband, einen Hüttenplatz fix zu reservieren, stelle einen Wert dar, «der auch einen Preis haben darf». 10 Franken seien dabei so wenig, dass die Kosten nicht sicherheitsrelevant seien. Will heissen: Niemand würde deswegen den Hüttenzustieg antreten, wenn die Bedingungen gefährlich geworden wären.

Stand heute könnte der SAC so jährlich rund 2,5 Mio. Franken mehr einnehmen. Kommt es mit der abschreckenden Regeländerung zu deutlich weniger Mehrfachreservationen, rechnet der SAC immer noch mit Mehreinnahmen von bis zu einer Million Franken.

Die Kasse für Hüttenrenovationen ist leer

Dies kommt dem SAC gelegen, denn das übergeordnete Thema der Versammlung war der fast leere Hütten-Fonds, mit dem sich der Zentralverband in den letzten Jahren an vielen Um- und Neubauten beteiligt hat. Diese teilweise bedingt durch die Klimaerwärmung. Bei einem strukturellen Defizit von 3 Millionen pro Jahr wäre diese Kasse innert drei Jahren leer.

Der SAC hat daher verschiedene Massnahmen beschlossen: Die Erhöhung der Übernachtungskosten um 3 Franken bis 2029 und um 5 Franken ab 2030. Dies wird als Solidaritätsbeitrag bezeichnet, der alle drei Jahre überprüft wird. Ebenfalls als Solidaritätsbeitrag wird die Tatsache bezeichnet, dass Bergführer nicht mehr gratis übernachten können. Sie zahlen künftig 20 Franken, was immer noch weniger ist als eine normale Übernachtung mit 25 bis 50 Franken, je nach Zimmer. Dies macht für den SAC künftig ein Plus von geschätzt 340'000 Franken aus. Ausserdem beteiligt sich der Zentralverband nur noch mit 30 statt 40 Prozent an den Unterhaltsprojekten der Hütten.

Zudem werden die SAC-Mitgliederbeiträge teuerungsbedingt um 5 Franken für Einzelmitglieder und um 10 Franken für Familienmitgliedschaften erhöht. (aargauerzeitung.ch)

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Die beliebtesten SAC-Hütten 2025
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Die beliebtesten SAC-Hütten 2025

Das Übernachten in einer SAC-Hütte gehört für viele Wander:innen zu einem perfekten Sommer dazu ☀️⛰️

👉 Das Jahr 2025 geht als das erfolgreichste Hüttenjahr in die Geschichte des Schweizer Alpen-Clubs SAC ein. Insgesamt wurden 409'000 Übernachtungen registriert, davon 319'000 im Sommer und 90'000 im Winter – und das, obwohl sieben Hütten ganz oder teilweise geschlossen waren. Besonders stark entwickelte sich die Wintersaison mit einem Plus von 25,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

👉 Zum vierten Mal in Folge durfte die Lämmerenhütte im letzten Jahr am meisten Gäste begrüssen. 10'053 Personen übernachteten 2025 in der Hütte, die an der Ostseite des Wildstrubel-Massivs im Kanton Wallis auf 2503 Metern über Meer liegt und Platz für 96 Gäste bietet. Dank der Gemmibahn von Leukerbad zum Gemmipass ist die Lämmerenhütte leicht zu erreichen und damit auch für Familien geeignet.

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So beurteilt ein SAC-Hüttenwart seine Work-Life-Balance
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