Zwei SAC-Hütten werden umgebaut – jetzt ist klar, wie sie aussehen werden
Dass die Cabane d’Orny und die Bordierhütte eine Renovation benötigen, war klar. Jetzt ist entschieden, wie die Hütten umgebaut werden. In den Architektur-Wettbewerben setzten sich die Projekte «DELTA» für die Cabane d’Orny und «GRIGRI» für die Bordierhütte durch.
Beide Entwürfe überzeugten die Jury, weil sie den Charakter der bestehenden Hütten bewahren, die Abläufe im Betrieb verbessern und die Hütten sich stimmig in das bestehende Terrain integrieren. Umgebaut werden die beiden Hütten ab Frühling 2028. Die Inbetriebnahme ist Anfang 2029 vorgesehen.
Cabane d'Orny wird umfassend saniert
Die Cabane d’Orny der SAC-Sektion Diablerets soll umfassend saniert und erweitert werden. Die Hütte gilt als Ausgangspunkt für Hochtouren aus der Schweiz im Mont-Blanc-Massiv. Wanderer erreichen die Hütte am Fuss des Ornygletschers aus Champex-Lac in rund vier Stunden und können nach einer Übernachtung ins Val Ferret absteigen.
Grund für die umfassende Sanierung sind insbesondere die nicht mehr normgerechten Sanitäranlagen, der über Jahre entstandene Erneuerungsbedarf sowie der Anspruch, die Hütte besser auf die heutige Nutzung auszurichten.
Die heutige Hütte stammt aus dem Jahr 1977, wurde später mehrfach ergänzt, aber nie umfassend erneuert. Besonders deutlich wird das bei den Toiletten und Waschanlagen: Sie entsprechen nicht mehr den heutigen Ansprüchen, unter anderem wegen der direkten Ableitung des Abwassers. Mit dem Projekt «DELTA» wählte die Jury einen Entwurf, der die ursprüngliche Idee der Hütte aufnimmt und weiterentwickelt.
Ausschlaggebend war unter anderem, dass sich die zukünftige Hütte stimmig in das bestehende Terrain einfügt. Die bestehende Dach-, respektive Tragstruktur sollte nach Möglichkeit erhalten bleiben und die heutige Hütte architektonisch aufgewertet werden.
Bordierhütte wird saniert und erweitert
Auch die Bordierhütte der SAC-Sektion Genevoise oberhalb des Riedgletschers zwischen dem Matter- und Saastal wird saniert und erweitert, weil sie den heutigen Anforderungen nur noch teilweise entspricht.
Die Hütte wurde in den letzten Jahren auch bei Wanderern beliebter. Seit ein paar Jahren wurde der Weg zum Gross Bigerhorn (3626 Meter über Meer) ausgebaut und zum höchsten Wandergipfel Europas. Für die Besteigung empfiehlt sich eine Übernachtung in der Bordierhütte.
Die Hütte wird mit der Sanierung auf die heutigen betrieblichen Anforderungen ausgerichtet, technisch erneuert und von heute 44 auf rund 55 bis 60 Plätze ausgebaut. Mit «GRIGRI» setzte sich ein Architekturprojekt durch, das die historische Hütte sorgfältig erweitert, die Topografie respektiert und die Räume klar und funktional organisiert.
Ein zentrales Argument für das Siegerprojekt war die Auseinandersetzung mit der Wiederverwendung vieler bestehender Bauteile aus der Erweiterung von 2010. Damit sollen Helikoptertransporte reduziert sowie Abfälle verringert werden. Diese Verbindung aus architektonischer Qualität, Pragmatismus und Ressourcenschonung überzeugte die Jury.
