Das waren 2025 die beliebtesten SAC-Hütten
2025 geht als das erfolgreichste Hüttenjahr in die Geschichte des Schweizer Alpen-Club SAC ein. Insgesamt wurden 409'000 Übernachtungen registriert, davon 319'000 im Sommer und 90'000 im Winter – und das, obwohl sieben Hütten ganz oder teilweise geschlossen waren.
Besonders stark entwickelte sich die Wintersaison mit einem Plus von 25,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In der Sommersaison betrug die Zunahme 9,6 Prozent. «Die hohe Zahl der Übernachtungen freut uns sehr. Sie zeigt, dass die SAC-Hütten für Bergsportlerinnen und Bergsportler in allen Jahreszeiten wichtige Ausgangs- und Begegnungsorte sind», sagt Bruno Lüthi, Fachleiter Hüttenbetrieb beim Schweizer Alpen-Club SAC.
Die SAC-Rekordzahlen sind auch Indiz, dass Wandern weiterhin eine der beliebtesten Sportaktivitäten des Landes ist. Gemäss «Schweizer Wanderwege», dem Dachverband zur Förderung des Wanderns, wandern 58 Prozent der Wohnbevölkerung im Alter ab 15 Jahren regelmässig. Das sind rund 4 Millionen Schweizerinnnen und Schweizer.
Doch wohin zieht es Herr und Frau Schweizer am liebsten? Einen Einblick dazu gibt die jährlich publizierte Hüttenstatistik des SAC. Sie zeigt unter anderem, in welchen der 148 Hütten am meisten Wanderinnen und Wanderer übernachten.
Zum vierten Mal in Folge durfte die Lämmerenhütte im letzten Jahr am meisten Gäste begrüssen. 10'053 Personen übernachteten 2025 in der Hütte, die an der Ostseite des Wildstrubel-Massivs im Kanton Wallis auf 2503 Metern über Meer liegt und Platz für 96 Gäste bietet. Dank der Gemmibahn von Leukerbad zum Gemmipass ist die Lämmerenhütte leicht zu erreichen und damit auch für Familien geeignet.
Auf Platz 2 und 3 liegen mit der Britannia-Hütte (9513 Übernachtungen) und der Monte-Rose-Hütte (9019 Übernachtungen) zwei weitere Hütten aus dem Wallis. Überhaupt erfreuen sich die SAC-Hütten im zweisprachigen Bergkanton grosser Beliebtheit: Gleich sechs der 10 meistbesuchten Hütten liegen im Wallis.
Über 7000 Gäste verzeichneten im letzten Jahr auch die Lidernenhütte im Kanton Uri, die Blüemlisalphütte im Kanton Bern sowie die Camona da Maighels und die Kesch-Hütte im Kanton Graubünden.
Betrachtet man nur die Übernachtungen im Sommer, zeigt sich allerdings ein komplett anderes Bild: Auf Platz 1 liegt dann die Blüemlisalphütte oberhalb des Oeschinensees im Wallis mit 7116 Übernachtungen. Dahinter folgen mit der Weissmieshütte und der Almagellerhütte zwei Hütten im Walliser Saastal an den Flanken des Weissmies (4013 m ü. M.), der als einer der einfachsten 4000er der Alpen gilt.
In die Top 10 der Sommer-Hütten vorgestossen ist die Rugghubelhütte bei Engelberg im Kanton Obwalden. Sie ist von der Bergstation der Brunni-Bahnen leicht erreichbar und deshalb auch familientauglich. Zudem wurde die Hütte im Dezember 2024 in der 13. Staffel von «SRF bi de Lüt – Hüttengeschichten» porträtiert, was zu den gestiegenen Übernachtungszahlen beigetragen haben könnte.
Am wenigsten Gäste besuchten im letzten Jahr – Biwaks ausgenommen – die unbewartete Berglihütte im Berner Oberland. Nur 93 Übernachtungen wurden dort gezählt. Das liegt vor allem an ihrem Standort im Jungfraugebiet. Um die exponiert auf einem Felssporn auf 3299 Metern über Meer gelegene Hütte inmitten des Eismeers zu erreichen, werden ausgewiesene Alpinkenntnisse benötigt.
Von den in den Sommermonaten während den Wochenenden bewarteten Hütten verzeichnete im Vorjahr die Rottalhütte am wenigsten Übernachtungen. 289 Gäste wurden auf der Hütte, die auf 2755 Metern über Meer an der Südflanke der Jungfrau hoch über dem Lauterbrunnental liegt, nur gezählt. Der Zustieg ist allerdings ausschliesslich über einen Alpinwanderweg (weiss-blau-weiss) mit Fixseilen und Leitern möglich und erfordert eine gute körperliche Verfassung sowie adäquate Ausrüstung und Trittsicherheit.
Die erfreuliche Entwicklung bei den Übernachtungen kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die SAC-Hütten vor grossen Herausforderungen stehen. Der SAC hielt bereits im November 2024 in der Studie «Hütten 2050» fest, dass tauender Permafrost, extreme Wetterlagen und eine anspruchsvoller werdende Wasserversorgung Anpassungen im Hüttenbau notwendig machen.
Der SAC-Zentralverband rechnet bis 2040 mit jährlichen Ausgaben von 20 bis 25 Millionen Franken für Hüttenbauprojekte. Rund ein Drittel davon ist auf Anpassungen infolge des Klimawandels zurückzuführen.
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