Schweiz
Schule - Bildung

Hitzefrei-Comeback? Lehrer fordern landesweite Massnahmen gegen Hitze

Schueler werden im Schulzimmer unterrichtet, anlaesslich des Schulbeginns in der Grundschule von Terre di Pedemonte, am Montag, 1. September 2014. (KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay)
Lehrerinnen und Lehrer fordern einen klaren Plan von Bund und Kantonen zum Hitzeschutz. Bild: TI-PRESS

Bald wieder Hitzefrei? Lehrer fordern landesweite Massnahmen gegen Hitze

22.06.2026, 15:2222.06.2026, 15:32

Vor dem Hintergrund der Hitzewelle in der Schweiz fordern die Lehrer-Gewerkschaften landesweite Massnahmen gegen die hohen Temperaturen in den Schulzimmern. Es brauche insbesondere eine Anpassung der schulischen Infrastruktur und klare Vorgehensweisen, teilten sie mit.

Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) fordert, dass der Bund gemeinsam mit den kantonalen Behörden nationale, rechtsverbindliche Mindeststandards und Grenzwerte zum Hitzeschutz an Schulen festlegt. Diese sollen Zuständigkeiten, Grenzwerte und einheitliche Verfahren definieren und kantonal verbindlich umsetzen.

In einem Positionspapier fordert der LCH einen mehrstufigen Hitzeschutzplan. Bis zu einer Obergrenze von 26 Grad in Innenräumen würde der Unterricht normal weitergehen können. Danach muss der Unterricht gemäss Plan eingeschränkt, der Stundenplan angepasst und der Unterricht in kühlere Räume verlegt werden. Ab 30 Grad, so der Verband, müsse der Unterricht ganz ausgesetzt werden.

Diese letzte Massnahme ist allerdings nicht einfach umzusetzen. Denn in der Schweiz gibt es keinen Anspruch mehr auf Hitzeferien. Basel-Stadt war 2003 der letzte Kanton, der diese abgeschaffte.

Basel geht voran

Vor allem Forderungen nach kurz- und mittelfristigen Lösungen wurden von Behörden und Bildungspolitik vielerorts aufgegriffen, wie LCH-Geschäftsleitungsmitglied Beat A. Schwendimann der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

So seien in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft mehrere Vorstösse zum Hitzeschutz und zum Hitze-Monitoring an Schulen eingereicht worden. Der Landrat Basel-Landschaft habe daraufhin beschlossen, dass der Neubau der Sekundarschule Allschwil die erste Baselbieter Schule mit aktiver Sommerkühlung werden solle. Und in Basel-Stadt habe der Grosse Rat im April 2026 290'000 Franken für den Hitzeschutz an Schulen ins laufende Budget eingeplant.

Auch in mehreren anderen Kantonen und Städten - darunter der Aargau und die Stadt Zürich - laufen demnach zurzeit Vorstösse zum Hitzeschutz an Schulen. Weitere würden voraussichtlich folgen, so Schwendimann.

Auch Romands fordern nationale Lösung

Auch die Gewerkschaft der Lehrerinnen und Lehrer der Westschweiz (SER) ist der Meinung, dass die Hitze-Problematik eine koordinierte Reaktion auf nationaler Ebene erfordert. Die Behörden müssten «vorausschauender handeln und echte Aktionspläne entwickeln», sagte SER-Präsident David Rey im Gespräch mit Keystone-SDA.

Hitzewellen hätten direkte Auswirkungen auf die Unterrichtsbedingungen. Trotz des Einfallsreichtums der Lehrkräfte seien die Lösungsmöglichkeiten aber begrenzt, wenn die Temperaturen steigen. Und es sei auch nicht immer möglich, die Schüler nach draussen zu schicken, wenn die Aussentemperaturen unerträglich werden, gibt Rey zu bedenken.

Die Lehrer-Gewerkschaften wünschen sich auch eine Anpassung der Infrastruktur. Sie fordern zudem Überlegungen zur Schulorganisation sowie eine Unterstützung der Schulleitungen und pädagogischen Teams. Das Ziel sind Handlungsspielräume, die den lokalen Gegebenheiten angepasst sind. So müssten Neubauten oder Sanierungen des Schweizer Schulgebäudebestandes klimatische Phänomene berücksichtigen. (sda)

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