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Schule - Bildung

Zweijährige sollen in St.Gallen Deutschtest ablegen

Zweijährige sollen in St.Gallen Deutschtest ablegen

15.09.2026, 09:4415.09.2026, 10:48

Der St.Galler Kantonsrat hat am Montag im zweiten Anlauf ein kantonales Konzept für die frühe Sprachförderung gutgeheissen. Ein Rückweisungsantrag der FDP scheiterte klar.

Ziel der Vorlage ist eine Verbesserung der Deutschkenntnisse der Kinder, bevor sie in den Kindergarten eintreten. Damit soll die Volksschule entlastet werden.

Fragebogen für Eltern

Zu den zentralen Punkten gehörte in der ursprünglichen Fassung eine verbindliche Abklärung der Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren. Je nach Ergebnis kann danach der Besuch eines Angebots der frühen Sprachförderung in der Wohngemeinde verlangt werden – etwa der Besuch einer Kita oder Spielgruppe, die Kosten müsste die Gemeinde übernehmen.

Konkret sollen die Gemeinden bei allen Zweijährigen prüfen, wie gut ihre Deutschkenntnisse sind. Dafür müssen die Eltern einen Fragebogen ausfüllen, berichtet das St.Galler Tagblatt. Wer dem nicht nachkommt, riskiert eine Busse bis zu 1000 Franken. Wenn Zweifel an den Angaben bestehen, kann eine Fachperson mit weiteren Abklärungen beauftragt werden.

FDP war dagegen

In der Beratung am Montagnachmittag stellte die FDP wie bereits im Juni einen Rückweisungsantrag. Auf eine flächendeckende Erfassung sämtlicher Kinder sei zu verzichten, argumentierte deren Sprecher. Stattdessen solle ein «einfaches, freiwilliges und für alle Familien zugängliches Förderangebot» geprüft werden. «Die Schule darf nicht zum Reparaturbetrieb werden für Familien, die ihrer Verantwortung nicht nachkommen», erklärte der St.Galler FDP-Präsident Oskar Seger gemäss der Zeitung.

Er stört sich zudem am Umstand, dass Eltern, deren Kinder den Test bestehen, selbst für eine Kita aufkommen müssen, während sie für andere Familien bezahlt werde, die dazu verpflichtet werden. Franziska Steiner-Kaufmann, Präsidentin der kantonalen Mitte-Partei, konterte hingegen, dass die Eltern heute schon bezahlen würden, etwa für Deutschlektionen an der Regelschule oder die Schulsozialarbeit.

SP spricht von Fortschritt

Regierungsrätin Laura Bucher (SP) erklärte, es sei höchste Zeit, «dass wir bei der frühen Förderung einen Schritt vorwärts machen». Das vorliegende Modell mit der Selbstdeklaration habe zwar Schwächen. Die Regierung trage aber den Kompromiss mit.

Danach lehnte die Mehrheit den Rückweisungsantrag der FDP mit 99 gegen 16 Stimmen ab. Keine Mehrheiten gab es danach auch für weitere Anträge der FDP, in denen inhaltliche Änderungen verlangt wurden. Der Rat hiess damit in erster Lesung das Konzept der frühen Sprachförderung nach der Fassung der vorberatenden Kommission gut. (sda/vro)

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