Schweiz
Schule - Bildung

KI im Studium: Schweizer Unis und Hochschulen prüfen kaum Plagiate

Schweizer Hochschulen prüfen kaum auf KI-Plagiate – setzen aber auf andere Mittel

Beim Schreiben von Seminararbeiten ist die KI-Verlockung gross. Viele Schweizer Hochschulen prüfen die Arbeiten kaum auf deren Einsatz. Sie halten andere Mittel für bewährter.
23.06.2026, 11:2323.06.2026, 11:23

Derzeit sind viele in den letzten Zügen oder haben die Frist erreicht. Seminararbeiten bedeuten Stress und Druck, weshalb Künstliche Intelligenz umso verlockender wirkt. Wer die ganze Arbeit der Maschine überlässt, muss mit Konsequenzen rechnen. Doch eine Umfrage von SRF bei 31 Schweizer Hochschulen zeigt, dass kaum auf KI-Plagiate geprüft wird.

Das nicht immer, weil die Hochschulen die Augen verschliessen. «Eine gesonderte Statistik zu KI-spezifischen Fällen führen wir nicht, weil wir KI-Nutzung grundsätzlich nicht als Betrugstatbestand behandeln, sondern als Kompetenzfrage», heisst es etwa bei der Berner Fachhochschule.

Darius Foodeei, ein ETH-Student kurz vor dem Master in Informatik, arbeitet an einem Unitree-Roboter und programmiert ihn im ETH Robotics Club im Hangar des Innovation Parks Zuerich fotografiert am Do ...
Manche Hochschulen verlangen Prototypen, Werke oder Aufführungen. Da helfen auch KI-Tools nur unterstützend.Bild: KEYSTONE

Denn verboten sind KI-Tools an sich nicht. Es muss jedoch klar sein, wo und wie sie eingesetzt werden. Die ganze Arbeit KI zu überlassen, geht also nicht. Eine Eigenleistung ist dennoch nötig. Allerdings ist das schwierig zu überprüfen. Selbst jene elf Hochschulen, die angeben, gegen KI-Betrugsfälle eine Software einzusetzen, erklären, dass diese Detektoren nicht immer verlässlich seien.

Praxisorientiert und mündliche Prüfungen

Um einen falschen Verdacht und damit womöglich schlechtere Bewertungen zu verhindern, verzichten andere Hochschulen bewusst auf die Software. Für vertrauenswürdiger halten sie die Kompetenz der Dozierenden. Die enge Betreuung würde so Auffälligkeiten wie Schreibstilwechsel oder erfundene Quellen enttarnen. Ausserdem setzen Hochschulen mehr auf mündliche Prüfungen und Präsentationen – da helfen KI-Tools wenig.

An der Fachhochschule wiederum sollen praktische Prüfungen zeigen, wie es um die Fachkompetenz der Studierenden steht. Sie müssen Prototypen entwickeln oder Werke einreichen. «KI-generierte Inhalte haben deshalb nur einen begrenzten Einfluss auf die Leistungsnachweise von Studierenden», zitiert SRF die Ostschweizer Fachhochschule.

Am Ende kommen Studierende also nicht um das Lernen herum. Oder wie es bei der Universität Lausanne heisst: «Es ist ziemlich illusorisch, sich vorzustellen, einen vollständigen Studiengang abzuschliessen, indem man alles an die KI delegiert.» (vro)

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