Wo und wie du die Sonnenfinsternis in der Schweiz am besten beobachten kannst
Am Mittwochabend lässt sich von der Schweiz aus eine partielle Sonnenfinsternis beobachten. Hierzulande kann sie etwa ab 19.24 Uhr beobachtet werden. Je nach Standort verdeckt der Mond dabei zwischen 91 Prozent (in der Bodenseeregion) und 93 Prozent (in Genf) der Sonne.
Jene Glücklichen, die eine Schutzbrille ergattern konnten, brauchen also nur noch den perfekten Beobachtungspunkt für den Mittwochabend. Entscheidend für die Wahl des Beobachtungsorts ist ein freier Blick in Richtung Westen und Nordwesten, weil da die Sonne zu diesem Zeitpunkt bereits sehr tief steht, wie Marc Eichenberger, Präsident der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft (SAG), auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärt. Und weiter:
Die wichtigste Voraussetzung für die Beobachtung ist allerdings die Sicherheit. Hier erfährst du mehr dazu, welche Anforderungen deine Schutzbrille erfüllen muss.
Die richtige Uhrzeit
Die grösste von der Schweiz aus zu beobachtende Abdeckung der Sonne siehst du zwischen 20.15 und 20.20 Uhr. Das ist also die Zeitspanne, während der du bereit sein solltest.
Gute und schlechte Orte
Besonders gut sind Standorte, von denen sich ein grösseres Gewässer in Richtung Westen erstreckt, wie zum Beispiel der Bodensee von Rorschach aus gesehen. Vom Flachland aus solltest du an den meisten Orten – etwa Zürich, Luzern oder Bern – ebenfalls freie Sicht gen Westen haben.
Du musst also nicht unbedingt einen Berg besteigen, doch zum Westen hin musst du einen so freien Blick wie möglich haben. Steht dort etwa die Jurakette, wie von Aarau oder besonders Solothurn aus gesehen, lohnt sich eventuell trotzdem der Gang in die Höhe, weil die Sonne hinter der Bergkette untergehen kann, bevor sie vom Mond verdeckt wird.
Diese Tools helfen
Wichtig ist, dass die Sonne zwischen 20.15 und 20.20 Uhr nicht von einem Berg oder von Gebäuden verdeckt wird. Das kannst du mit verschiedenen Apps prüfen, die meisten kosten allerdings den einen oder anderen Franken. Dazu gehören etwa Sun Surveyor oder PhotoPills. Es gibt auch Gratis-Varianten wie Stellarium, diese bilden die genaue Laufbahn der Sonne aber weniger gut für deinen exakten Standort ab.
So wird das Wetter
Auch das Wetter spielt natürlich eine Rolle. Die Sonnenfinsternis lässt sich nur schwer durch eine dicke Wolkendecke hindurch beobachten. Doch diesbezüglich hat die Schweiz Glück: Am Mittwochabend dürfte der Himmel überall wolkenfrei sein, wie der Bewölkungsradar von MeteoSchweiz zeigt. In den Alpen könnten Gewitterwolken die Sicht einschränken.
Die nächste Sonnenfinsternis
Wer das Spektakel verpasst, muss sehr lange warten: Eine partielle Sonnenfinsternis dieser Grössenordnung ist in der Schweiz erst wieder im Jahr 2075 zu sehen. Dass solche Ereignisse lokal so selten sind, liegt am schmalen Schatten des Mondes, der nur einen etwa 150 bis 200 Kilometer breiten Streifen auf der Erde abdeckt. Dass dieser Streifen genau die Schweiz trifft, ist reine Glückssache.
Global betrachtet treten Sonnen- und Mondfinsternisse zwar etwa alle sechs Monate auf, erfordern jedoch die Bereitschaft, an den jeweiligen Ort des Geschehens zu reisen. Die letzte totale Sonnenfinsternis auf Schweizer Boden fand 1842 im Tessin und Puschlav statt. (sda)
(leo mit Material der sda)
