Schweiz
Schweiz-EU

Ständerat zieht Diskussion über Kohäsionsmilliarde nicht vor

Ständerat zieht Diskussion über Kohäsionsmilliarde nicht vor

14.09.2021, 09:1514.09.2021, 15:32
Die Luzerner Grünen wollen den Schritt in den Ständerat schaffen. (Archivbild)
Bild: KEYSTONE

Es ist weiterhin unwahrscheinlich, dass das Parlament bereits in der laufenden Herbstsession abschliessend über die Freigabe der EU-Kohäsionsmilliarde entscheiden wird. Der Ständerat will das Geschäft nicht früher behandeln als vorgesehen.

Ständerat Carlo Sommaruga (SP/GE) stellte am Dienstag den Antrag, die Beratung des Geschäfts in die erste oder zweite Sessionswoche vorzuziehen. Das Thema sei dringlich, sagte er. «Wir müssen vorwärtsmachen, die Zeit drängt.» Insbesondere die Universitäten verbänden mit der Freigabe der Kohäsionsmilliarde die Hoffnung, dass die Schweiz von der EU beim Forschungsprogramm Horizon künftig nicht mehr als Drittstaat eingestuft würde.

Thomas Hefti (FDP/GL), Vizepräsident des Ständeratsbüros, stellte sich gegen den Ordnungsantrag. Es sei «nicht angezeigt, ein Vorgehen zu wählen, das im parlamentarischen Prozess unüblich ist». Er plädierte dafür, das Geschäft nicht dringlich und in aller Ruhe in der Wintersession im Dezember «zu einem guten Ende» zu bringen.

Der Ständerat stellte sich mehrheitlich hinter sein Büro. Sommarugas Ordnungsantrag wurde mit 30 zu 14 Stimmen abgelehnt.

Somit ist klar, dass die kleine Kammer das Geschäft am Donnerstagvormittag des zweitletzten Sessionstages, am 30. September, behandeln wird. Der Nationalrat wird am selben Nachmittag über die Freigabe der EU-Kohäsionsmilliarde entscheiden. Zu einem Abschluss in der laufenden Session kommt es nur dann, wenn es zwischen den beiden Kammern keine Differenzen geben würde. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Das steckt hinter der Faszination für die «True Crime Community»
Ein 14-jähriger Jugendlicher hat an seiner Schule in Frankreich den Schulleiter und eine Lehrerin angeschossen. Hinter diesem Angriff steckt eine Faszination für die «True Crime Community»: eine digitale Bewegung, die von Massakern fasziniert ist. Auch die Schweiz bleibt davon nicht verschont, wie Fedpol gegenüber watson bestätigt.
«Wir können bestätigen, dass es in der Schweiz Fälle gibt, die diesem Phänomen zuzuordnen sind.» Gegenüber watson bestätigt das Bundesamt für Polizei (Fedpol) ausdrücklich, dass es hierzulande Fälle mit Bezug zur «True Crime Community» (TCC) gibt. Dahinter steckt eine diffuse Online-Szene, die von Serienmördern und Amokläufern fasziniert ist. Nebst Konsumentinnen und Konsumenten von Mainstream-True-Crime-Content umfasst die TCC auch extremistische Gruppierungen, die solch radikale Taten ermutigen.
Zur Story