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Was EU-Abgeordnete zur 10-Millionen-Schweiz-Initiative der SVP sagen

Ein Plakat wirbt fuer die Nachhaltigkeits-Initiative, Keine 10-Millionen-Schweiz! der SVP, fotografiert am Montag, 18. Mai 2026 in Bern. (KEYSTONE/Christian Beutler)
Am 14. Juni stimmt die Schweiz über die Nachhaltigkeitsinitiative der SVP ab.Bild: keystone

EU-Abgeordnete: SVP-Initiative ist «Angriff auf unsere Beziehungen»

21.05.2026, 10:1921.05.2026, 10:19
Raphaël Zwahlen / SDA

Abgeordnete des Europäischen Parlaments verfolgen die Diskussionen in der Schweiz zur SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» mit Interesse. Aus ihrer Sicht würde eine Annahme der Initiative die derweil guten Beziehungen zwischen Bern und Brüssel infrage stellen.

«Die Initiative ist ein verdeckter Angriff auf unsere Beziehungen», sagte Christophe Grudler im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Eine Annahme würde ein «sehr schlechtes» politisches Signal aussenden.

Der Franzose ist ständiger Berichterstatter des Europäischen Parlaments für die Schweiz. Der Abgeordnete aus Belfort (F) sitzt in der liberal-zentristischen Fraktion Renew Europe.

Ein Plakat wirbt fuer ein Nein zur Nachhaltigkeits-Initiative, Keine 10-Millionen-Schweiz! , SVP Chaos Initiative, fotografiert am Montag, 18. Mai 2026 in Bern. (KEYSTONE/Christian Beutler)
Die Nein-Kampagne.Bild: keystone

Die Schweizer Stimmbevölkerung entscheidet am 14. Juni über die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz», auch bekannt als «Nachhaltigkeitsinitiative». Das Volksbegehren zielt darauf ab, die Zuwanderung zu begrenzen.

Personenfreizügigkeit ist «Pfeiler» der EU

Der Bundesrat müsste bei anhaltendem Bevölkerungswachstum Massnahmen ergreifen, um das Wachstum zu bremsen. Wenn die Wohnbevölkerung dennoch bis 2050 über 10 Millionen anwächst, müsste die Regierung als letzte Massnahme das Abkommen über die Personenfreizügigkeit mit der EU kündigen.

«Aus europäischer Sicht ist aber klar: Die Personenfreizügigkeit ist ein zentraler Bestandteil des bilateralen Weges», sagte der deutsche Christdemokrat und EU-Abgeordnete Norbert Lins. Einen «Pfeiler Europas» nannte Grudler die Personenfreizügigkeit.

Kündigung hätte «weitreichende Folgen»

Eine mögliche Kündigung der Personenfreizügigkeit würde den bilateralen Weg «massiv infrage stellen», sagte der österreichische Sozialdemokrat Andreas Schieder. Sie hätte «weitreichende Folgen» für die Beziehungen zwischen der EU und der Schweiz, die mit der kürzlichen Unterzeichnung des Abkommenspakets weiter gestärkt worden seien.

epa12974134 Moldovan President Maia Sandu speaks during the ceremony of conferral of the European Order of Merit at the European Parliament in Strasbourg, France, 19 May 2026. This is the first Europe ...
EU-Abgeordnete sehen die Initiative kritisch.Bild: keystone

Eine Annahme würde «grosse Unsicherheiten» in den Prozess der Ratifizierung des Abkommenspakets, auch Bilateralen III genannt, mit sich bringen, so die kroatische Abgeordnete Zeljana Zovko, die kürzlich in Bern war. Insbesondere in einer Zeit, in welcher Stabilität und Kooperation mit vertrauenswürdigen Partnern notwendig seien, würde eine Annahme «unnötige» Turbulenzen verursachen.

Zovko wie auch Lins hielten fest, dass die Bilateralen III bei der Zuwanderung eine Schutzklausel vorsehe. Damit würde auch den schweizerischen Besonderheiten Rechnung getragen, so der Deutsche aus Baden-Württemberg, der seit kurzem Vorsitzender der Delegation des Europäischen Parlaments für die Beziehungen zur Schweiz, Norwegen, Island und dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ist.

Reaktion der EU-Kommission ungewiss

Gemäss Grudler würde eine Annahme der Initiative juristisch gesehen nichts an den Beziehungen ändern. Erst wenn die Schweizer Wohnbevölkerung auf 10 Millionen ansteigen würde, müsste der Bundesrat handeln. Deshalb erwarte er keine «unmittelbare Reaktion» der Europäischen Kommission, im Falle einer Annahme durch die Stimmbevölkerung am 14. Juni.

epa12789280 European Commission President Ursula von der Leyen (R) and Swiss President Guy Parmelin announce the signature of a broad package of EU-Switzerland agreements in the European Commission in ...
Die EU-Kommission hält sich bisher mit einer Reaktion auf die SVP-Initiative zurück. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zusammen mit Bundespräsident Guy Parmelin.Bild: EPA

Bei der Europäischen Kommission angefragt, wie sie auf ein Ja reagieren werde, erhielt Keystone-SDA keine Antwort. Ein Sprecher wies lediglich auf die Aussagen von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vom 2. März hin, als sie gemeinsam mit Bundespräsident Guy Parmelin in Brüssel das Vertragspaket unterzeichnete.

«Wir vertrauen darauf, dass die Schweiz als verlässlicher Partner ihren internationalen Verpflichtungen gegenüber der Europäischen Union nachkommen wird», sagte die Deutsche damals. Wie auch die Parlamentsmitglieder wertete sie die Personenfreizügigkeit als «zentralen Bestandteil» der Beziehungen. Es gehe nun darum, mit Blick auf die Bilateralen III nach vorne und nicht zurückzuschauen. (nil/sda)

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268 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Überdimensionierte Riesenshrimps aka Reaper
21.05.2026 10:42registriert Juni 2016
Die SVP hat schon einmal damit Argumentiert, eine Ihrer Initiativen hätte keinen Einfluss auf die Beziehungen zur EU...

Es kam dann, wie Prophezeit, anders.
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ABWESEND
21.05.2026 11:35registriert September 2024
die SVP spricht von Nachhaltigkeit und meint damit, wir wollen der EU ans Bein pissen.

da in der Schweiz 2052 der Peak bei 10.5 Millionen Einwohnern erreicht wird und dann die Zahlen sinken, braucht es keinen SVP Deckel. es löst sich, wie schon in Italien und anderen europäischen Länder jetzt schon der Fall ist, alles von alleine.

der SVP geht es ganz alleine darum, die CH Insel zu stärken und EU als Feindbild zu "besiegen". Stimmen holt man sich billig mit Hass und Hetze.

stehen stark mit Hellebarden hin und haben kein Rückgrat ihre wahren Absichten unverblümt zu kommunizieren.
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FrancoL
21.05.2026 12:42registriert November 2015
Es ist schon zum Schmunzeln wie da ein guter Teil der User die Arbeitswelt schönzureden versucht und dies nachdem man über Jahrzehnte eine grosse Zuwanderung mehrheitlich in Berufe verzeichnen kann, die die Schweizer nur zur Not abdecken mögen.
So zB;
Gastgewerbe
Baugewerbe
Pflegeberufe
Schlecht bezahlte Dienstleistungbereiche

Man hat dies nie selbst abdecken können und nun soll es dann plötzlich klappen, kann man sich wünschen, aber dieser Wunsch wird nie in Erfüllung gehen.
2011
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