SP-Nationalrat Wermuth darf als Luzerner auf Aargauer Liste kandidieren
SP-Co-Präsident Cédric Wermuth tritt bei den eidgenössischen Wahlen im Herbst 2027 auf der Aargauer SP-Liste an – obwohl er zu diesem Zeitpunkt in Luzern wohnt. Die Delegierten der SP Aargau haben dem zugestimmt.
Der Entscheid über Wermuths erneute Nomination fiel am Samstag an einem ausserordentlichen Parteitag in Spreitenbach AG einstimmig: Die Delegierten hiessen die vorgelegte Wahlliste ohne Diskussion gut.
Adresse für Wermuth nicht ausschlaggebend
Auf der Wahlliste für den Nationalrat stehen insgesamt 16 Namen. Wermuth liegt auf dem zweiten Listenplatz, hinter Nationalrätin Gabriela Suter und gefolgt von Nationalrätin Simona Brizzi.
Der 40-jährige Wermuth, Co-Präsident der SP Schweiz, gehört dem Nationalrat seit dem Jahr 2011 an. Er wird mit seiner Familie während der laufenden Legislatur von Zofingen AG in die Stadt Luzern umziehen.
Seine politische Heimat sei und bleibe die SP Kanton Aargau, sagte Wermuth vor den Delegierten. Er sei überzeugt, man mache nicht für eine Adresse Wahlkampf, sondern für sozialdemokratische Anliegen. Dafür brauche es Stehvermögen und «manchmal eine grosse Klappe».
Wermuth hatte vor knapp zwei Wochen die Delegierten über die Umzugspläne informiert. Die Gelegenheit, in die Nähe von Familie, Freundinnen und Freunden zu ziehen, habe sich Anfang Herbst ergeben, schrieb er.
Zweimal Amtszeitbeschränkung ausgesetzt
Er rang der Kantonalpartei wiederholt Zugeständnisse ab. So beschlossen die Delegierten mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit bereits im April, dass er trotz Amtszeitbeschränkung von zwölf Jahren im Herbst 2027 erneut zur Wiederwahl antreten darf.
Bereits im August 2022 hatte ein Parteitag die Amtszeitbeschränkung für Wermuth aufgehoben. Er ist derzeit in der vierten Amtszeit und peilt nun die fünfte Amtszeit an.
Die Kantonalpartei führte 2012 für ihre Bundesparlamentarier, Regierungsmitglieder und für parteiinterne Amtsträger eine Amtszeitbeschränkung ein.
Rechtlich ist es kein Problem, wenn Nationalratsmitglieder nicht im Kanton wohnen, in dem sie gewählt sind. Ein prominentes Beispiel für diese Tatsache ist SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher: Sie wurde im Kanton Graubünden gewählt – und gibt als Wohnorte Meilen ZH und Lenzerheide GR an.
SP-Kandidatin für Ständerat nominiert
Die SP Aargau schickt Nationalrätin Simona Brizzi ins Rennen für den Ständerat. Die Delegierten nominierten die 52-jährige Brizzi einstimmig. Sie ist seit 2023 Nationalrätin. Die SP hatte 2019 nach dem Rücktritt von Ständerätin Pascale Bruderer ihren Sitz in der Kleinen Kammer verloren.
Im Herbst 2027 werden FDP-Ständerat Thierry Burkart und Mitte-Ständerätin Marianne Binder-Keller erneut antreten. Die SVP steigt mit Grossrätin und Parteisekretärin Barbara Borer-Mathys in den Wahlkampf. Die wählerstärkste Partei will den an die Mitte verlorenen Sitz zurückerobern. (sda)
