Schweiz
Steuern

Steuerrabatte für Reiche im Kanton Waadt sorgen für 202 Mio. Schaden

Steuerausfälle von 202 Millionen Franken in Waadt – wegen illegaler Rabatte für Reiche

04.06.2026, 09:1604.06.2026, 11:12

Der Kanton Waadt hat erstmals die Höhe des Schadens beziffert, der durch die fehlerhafte Anwendung des sogenannten Steuerdeckels zwischen 2009 und 2021 entstanden ist. Er schätzt, dass ihm 202 Millionen Franken entgangen sind.

Die Waadtländer Regierung hat den Medien am Mittwoch die Prüfberichte vorgestellt, die von der kantonalen Finanzkontrolle bei der Generaldirektion für Steuern durchgeführt wurden. Grund: Der Steuerrabatt oder Steuerdeckel für Reiche war zwischen 2009 und 2021 nicht gesetzeskonform angewendet worden. Zu diesem Schluss kam ein Ende August 2025 veröffentlichter Untersuchungsbericht von François Paychère, einem unabhängigen Experten.

Die Steuerausfälle waren darin zunächst nicht beziffert worden. Unklar blieb auch, wer für die Missstände verantwortlich war.

Die Waadtländer Regierung veröffentlichte am Mittwoch Zahlen im Zusammenhang mit der fehlerhaften Anwendung des Steuerdeckels während dreizehn Jahren. Auf Initiative von Staatsratspräsidentin Christelle Luisier (FDP) und der neuen Generaldirektorin für Steuern, Metihe Mehmeti, wurde eine Untersuchung eingeleitet, um die Differenz zwischen den tatsächlich erhobenen Steuern und den Steuern, die im Zeitraum 2009 bis 2021 hätten erhoben werden müssen, zu schätzen.

Nur ein Drittel hatte Anrecht auf die Rabatte

Die Differenz beläuft sich demnach auf 202 Millionen Franken, die dem Staat entgangen sind, was einem Jahresdurchschnitt von 15,5 Millionen Franken entspricht. Insgesamt haben 2793 Steuerzahler vom Steuerdeckel profitiert, davon 946 zu Recht, wenn auch teilweise in übermässigem Umfang. 1847 Steuerzahlende hätten keinen Anspruch darauf gehabt, allerdings haben einige von ihnen nicht während des gesamten Zeitraums von 2009 bis 2021 davon profitiert.

Die Waadtländer Staatsanwaltschaft hat im Januar 2026 über Generalstaatsanwalt Eric Kaltenrieder ein Strafverfahren eingeleitet, um die rechtswidrige Anwendung des Steuerdeckels zwischen 2009 und 2021 zu untersuchen. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das Ausfüllen der Steuererklärung in leider-ehrlichen Memes
1 / 20
Das Ausfüllen der Steuererklärung in leider-ehrlichen Memes
quelle: watson
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Trump hat 413 Millionen Dollar Steuern hinterzogen
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
46 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
miinSänf
04.06.2026 09:50registriert September 2021
Jetzt wird es noch klarer, warum die Bürgerlichen insbesonders die FDP von ex Finanzminister der Waadt P. Broulis so massive gegen Dittli schiesst, die diesen Sachverhalt aufgedeckt hat.
883
Melden
Zum Kommentar
avatar
Trio_Duo
04.06.2026 09:54registriert Februar 2025
Die armen, armen Reichen... Können einem leid tun... Ohne Verbilligungen nagen die am Hungertuch und werden gleich zu Wirtschaftmigranten...


TAX
THE
RICH!
844
Melden
Zum Kommentar
avatar
ursus3000
04.06.2026 09:55registriert Juni 2015
"Die Staatsanwaltschaft des Kantons Waadt hat 2025 eine Strafuntersuchung wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauchs gegen Dittli eingeleitet, da sie als damalige Finanzministerin die Annullierung fehlerhafter (zu tiefer), aber rechtskräftiger Steuerrechnungen für vermögende Personen angeordnet haben soll"
Offensichtlich waren die Veranlagungen falsch. Dittli wurde abgesägt. Ein Schelm wer böses denkt
681
Melden
Zum Kommentar
46
Plötzlich fehlen 5000 Unterschriften – Initiative scheitert an Nachzählung
Der Verein der Lebensmittelschutz-Initiative wird wegen abhandengekommener Unterschriften Strafanzeige gegen Unbekannt erstatten. Mindestens 5000 Unterschriften fehlten in einer amtlichen Zählung, wie der Verein schrieb.
Zur Story