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Bericht zeigt heimliche Deals der Waadtländer Regierungsrätin Dittli

Valerie Dittli, conseillere d'Etat vaudoise, parle lors de l'ouverture de la 9eme edition du salon des vins Divinum ce mercredi 25 mars 2026 a morges. Divinum ouvre ses portes du 25 au 30 ma ...
Die Waadtländer Regierungsrätin Valérie Dittli an einem Weinfest.Bild: KEYSTONE

Bericht zeigt: Waadtländer Regierungsrätin hat heimliche Deals gemacht

24.04.2026, 14:5724.04.2026, 15:22

Die Waadtländer Regierungsrätin Valérie Dittli hatte eine Vereinbarung getroffen, wonach eine gegen sie eingereichte Strafanzeige zurückgezogen wurde. Diese sah insbesondere die Zahlung von 10'000 Franken aus öffentlichen Mitteln an den Beschwerdeführer vor.

Der ehemalige Kantonsrichter Jean-François Meylan, der vom Staatsrat mit der Durchführung der Untersuchung beauftragt worden war, legte am Freitag seinen Bericht über die Vergabe verdächtiger Aufträge durch Dittli vor. Diese waren an den ehemaligen Präsidenten der Kommission für ländlichen Grundbesitz, Jean-Claude Mathey, vergeben worden, nachdem dieser eine Strafanzeige gegen sie zurückgezogen hatte.

Die am 12. Dezember 2024 unterzeichnete Vereinbarung sah unter anderem den Rückzug der Anzeige sowie eine Entschädigung von 10’000 Franken für Mathey vor. Im Gegenzug sollte er sich während sechs Monaten der Bodenkommission zur Verfügung stellen und einen Bericht verfassen. Laut Meylan ist diese Vergütung im Verhältnis zur erbrachten Leistung «unverhältnismässig».

Jean-Francois Meylan, ancien president du Tribunal cantonal vaudois parle lors d'une conference de presse de presentation du rapport de Jean-Francois Meylan suite a l'affaire Dittli le vendr ...
Jean-François Meylan stellt seinen Bericht vor.Bild: KEYSTONE

Regierung nicht informiert

Zudem stellt der Bericht fest, dass der Staatsrat über die Vereinbarung nie informiert wurde. Die Regierung - ohne Dittli an der Medienkonferenz - wirft der Mitte-Politikerin vor, über die Existenz und insbesondere die finanziellen Folgen der Abmachung «gelogen und diese verschwiegen» zu haben.

Das Vertrauensverhältnis sei beschädigt und «schwierig wiederherzustellen», heisst es. Gleichzeitig wolle man die Legislatur bis 2027 möglichst geschlossen zu Ende führen.

Der Bericht wird nun an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, die mögliche strafrechtliche Konsequenzen prüfen soll.

KEYPIX - De gauche a droite, les conseillers d'Etat vaudois, Frederic Borloz, Isabelle Moret, Christelle Luisier Brodard, Vassilis Venizelos, Roger Nordmann, Nuria Gorrite, Valerie Dittli, posent ...
Beschädigtes Vertrauensverhältnis im Staatsrat des Kantons Waadt.Bild: KEYSTONE

«Affäre in der Affäre»

Der Fall reiht sich in eine Serie von Kontroversen um Dittli ein. Die Mandatsaffäre kam Anfang 2025 ans Licht, nachdem über einen Konflikt mit Mathey und eine gegen die Staatsrätin eingereichte Strafanzeige berichtet worden war - unter anderem wegen Verleumdung, übler Nachrede und Amtsmissbrauchs. Die Anzeige wurde später nach einer bislang geheim gehaltenen Einigung zurückgezogen.

Auslöser der Spannungen waren unter anderem Beschwerden von Dittlis Departement gegen Entscheide der Kommission im Zusammenhang mit landwirtschaftlichen Grundstücken.

Bereits im Januar hatte eine Aufsichtskommission des Parlaments die Vergabe von zwei Mandaten an Mathey kritisiert. Ein direkter Zusammenhang mit dem Rückzug der Anzeige konnte damals nicht bewiesen werden - die zeitliche Abfolge wurde jedoch als auffällig bezeichnet. Kurz darauf wurde die Untersuchung unter Leitung von Meylan eingeleitet. (nil/sda)

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What is a DJ if he can't scratch
24.04.2026 15:35registriert Oktober 2022
Bügerlich/Konservativ/Gläubig___check, check, check
7021
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Her Majesty
24.04.2026 18:06registriert Dezember 2022
Deals... Ich kann es nicht mehr hören!
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benn
24.04.2026 17:44registriert September 2019
na dann hoffe ich mal das die gute vor gericht gestellt und verurteilt wird!
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