Nun fordert auch die Tessiner SVP den Rücktritt von Regierungspräsident Zali
Der Lega-Politiker steht seit Mittwoch zunehmend unter Druck – unter anderem wegen einer Audioaufnahme, in der er zu Gewalt gegen eine Frau aufruft.
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Die SVP habe zunächst aus Respekt vor den Institutionen auf eine öffentliche Stellungnahme verzichten wollen, teilte sie am Freitag mit. «Doch nun ist es nicht mehr möglich, zu schweigen», hiess es in ihrem Communiqué. Sie anerkenne die Unschuldsvermutung, doch die dargelegten Sachverhalte seien in jeder Hinsicht schwerwiegend.
«Wir sind der Ansicht, dass Claudio Zali für sein Amt als Staatsrat ungeeignet und seine Anwesenheit in der Regierung nicht mehr akzeptabel ist», schrieb die mit der Lega verbündete Partei. Die SVP forderte daher seinen «sofortigen Rücktritt».
Die «Zali-Affäre» kam am Mittwoch im Tessin ans Licht, nachdem das italienischsprachige Radio und Fernsehen RSI eine Tonaufnahme veröffentlicht hatte. Die über ein anonymes Instagram-Profil verbreitete Aufnahme gibt ein privates Gespräch wieder, das vor einigen Jahren zwischen einem Mann, identifiziert als Staatsrat Zali, und einer Freundin stattfand. Diese bat ihn um Rat, wie sie eine Stalkerin loswerden könne. «Verprügle sie», sagt der heutige Staatsratspräsident in der Aufnahme. Er habe dies selbst ebenfalls getan.
Daneben ermittelt die Staatsanwaltschaft aktuell wegen einer mutmasslichen Einmischung in ein Verfahren gegen einen Minderjährigen. Zali gab als Reaktion die politische Verantwortung für den Bereich Justiz und Polizei ab.
Nach dem Aufschrei, den diese Enthüllungen ausgelöst hatten, forderten alle politischen Parteien des Tessins den Rücktritt des Regierungspräsidenten. Eine Stellungnahme seiner Partei, der Lega dei Ticinesi, stand am Freitagnachmittag noch aus. (sda)
