Schweiz
Terrorismus

Razzia gegen IS-Unterstützer: Mehrere Verhaftungen in der Schweiz

Internationale Razzia gegen IS-Unterstützer: Drei Verhaftungen in der Schweiz

14.06.2022, 10:4414.06.2022, 10:44

Im Kampf gegen den Terrorismus sind am Montagabend in der Schweiz drei Personen wegen des Verdachts der Unterstützung der Terrororganisation «Islamischer Staat» (IS) verhaftet worden. Eine weitere Person wurde in Deutschland verhaftet. Diese war nach Syrien gereist, um für den IS zu kämpfen.

This undated image posted on Wednesday, Aug. 27, 2014 by the Raqqa Media Center of the Islamic State group, a Syrian opposition group, which has been verified and is consistent with other AP reporting ...
Ein IS-Terrorist 2014 in Raqqa, Syrien.Bild: AP Raqqa Media Center of the Islamic State group

Unterstützung des IS

Zwei der drei in der Schweiz verhafteten Personen sind vorbestraft wegen Unterstützungshandlungen zugunsten des IS, wie die Bundesanwaltschaft (BA) am Dienstag mitteilte. Es handelt sich demnach um einen 20-jährigen sowie einen 26-jährigen Schweizer mit Wohnsitz im Kanton Zürich.

Die dritte in der Schweiz verhaftete Person ist gemäss Mitteilung minderjährig. Es handelt sich um einen 17-jährigen Bosnier, wie es bei der Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA hiess. Die Verhaftung erfolgte entsprechend im Rahmen eines Strafverfahrens der Jugendanwaltschaft Winterthur.

Gegen die drei wird ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Beteiligung an respektive der Unterstützung der verbotenen terroristischen Organisation «Islamischer Staat» durchgeführt.

Verdacht auf «staatsgefährdende Gewalttat»

Eine weitere Verhaftung gab es in Deutschland in der rheinland-pfälzischen Gemeinde Römerberg. Der Beschuldigte «ist der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat» sowie der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland «dringend verdächtig», wie es in der Mitteilung des Generalbundesanwalts in Deutschland heisst.

Der Mann sei seit langem Anhänger dschihadistischer und radikalislamischer Ideen und sei von Deutschland nach Syrien gereist. Dort habe er sich der terroristischen Vereinigung «Islamischer Staat» anschliessen, sich ausbilden lassen und dann an Kampfhandlungen oder terroristischen Anschlägen mitwirken wollen. Soweit sei es jedoch nicht gekommen, der Beschuldigte sei Ende Oktober nach Deutschland zurückgekehrt.

Ab April 2021 habe er in Deutschland «umfangreiche Propagandatätigkeiten für die Vereinigung» gemacht, wie das übersetzen von offiziellen Texten, Videos oder Audiobotschaften des IS aus dem Arabischen ins Deutsche, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Zudem habe das Verbreiten dieser Inhalte auf verschiedenen Kanälen des Messenger-Dienstes Telegram im deutschsprachigen Raum zu seinen Aufgaben gehört. Daneben hatte er erneut versucht, in «Operationsgebiete» des IS zu reisen. Ein solcher Versuch sei im Januar 2022 erneut gescheitert.

Vier Personen standen in Verbindung

Die vier Verhafteten standen der Bundesanwaltschaft zufolge miteinander in Verbindung. Die laufenden Ermittlungen sollen die Vorwürfe sowie deren Rollen und Absichten klären. Für die beschuldigten Personen gilt gemäss Mitteilung der Bundesanwaltschaft die Unschuldsvermutung.

Die Verhaftungen und Hausdurchsuchungen wurden am Montagabend in einer gemeinsamen Operation der Schweizer und der deutschen Behörden im Rahmen der Terrorismusbekämpfung durchgeführt. In der Schweiz erfolgten die Aktionen in den Kantonen Zürich, St. Gallen und Luzern. Es gab insgesamt sieben Hausdurchsuchungen, in Deutschland gab es eine.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
«Historisches Verbrechen»
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Dank schweizer designerin
So fühlt es sich an, wenn man als Spinne vom Staubsauger gejagt wird
Am Global Game Jam werden in nur 48 Stunden ganze Games entwickelt. Auch die Schweizerin Stephanie Stutz hat sich in Zürich vor den Computer gehockt und ein Krabbeltier zum Leben erweckt.
Fünf Jahre lang haben die Entwickler von «Rockstar» an «GTA V» gearbeitet. In dieser Zeit könnten die Teilnehmer vom Global Game Jam über 900 Spiele produzieren. Dabei werden sie es zwar nicht mit dem Umfang des 200 Millionen teuren Actionkrachers aufnehmen können, an Kreativität mangelt es den Jungs und Mädels hingegen nicht. Am Global Game Jam (GGJ) hat man gerade mal 48 Stunden Zeit, um ein fertiges Spiel abzuliefern. Unter diesem Zeitdruck entstanden auch beim Schweizer Ableger in Zürich viele interessante Spiele.
Zur Story