Schweiz
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Tour dur d'Schwiiz, 45. Etappe: Sion – Martigny

Tour dur dSchwiiz

Lange war Isérables nur per Bergweg erreichbar. Dann kam die Seilbahn. Und mit ihr die Autos

Fast majestätisch thront Isérables hoch über Riddes und der Rhone im Unterwallis. Der Ort war bis 1942 praktisch von der Aussenwelt abgeschnitten. Dann kam die Seilbahn.



Mit dem Velo durch die ganze Schweiz

In den kommenden knapp vier Monaten bereise ich mit dem Velo die ganze Schweiz. Auf meiner Tour dur d'Schwiiz besuche ich alle 2324 Gemeinden der Nation und werde eine Strecke von 11'000 Kilometern mit dem Velo hinter mich bringen. Dies entspricht der Distanz von Zürich nach Peking. Folge mir im Liveticker, auf Facebook und Twitter

Viele sagen, wer das urchige Wallis noch erleben will, müsse mal nach Isérables hoch. Gut 700 Meter über Riddes liegt der Ort, welcher – unten vom Tal gut sichtbar – am steilen Hang klebt.

tour dur dschwiiz 45 etappe

Vorne die Rhone, hinten oben Isérables. Bild: watson

Ich setze mich ins Restaurant, geniesse die Aussicht und frage nach Geschichten aus dem Dorf. Ich werde an drei ca. 80-jährige Frauen verwiesen, die am Stammtisch plaudern. Französisch natürlich. Deutsch haben sie nie gelernt. Alle drei sind hier aufgewachsen und haben ihr Leben hier oben verbracht. 

Das war in ihrer Jugend noch ein völlig anderes Leben. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war Isérables praktisch selbstversorgend. Ins Tal führte nur ein Pfad, welchen die Menschen mit Maultieren beschritten, um die wichtigsten Dinge hoch zu transportieren. Fast zwei Stunden habe das gedauert. Dann gab es auch noch einen «Kletterweg», mit vielen Leitern gesäumt, auf welchem man nur 45 Minuten ins Tal hatte. Angeblich zogen die Bewohner die Leitern Abends jeweils hoch, damit ja keine ungebetenen Gäste einfach nach oben kommen konnten.

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Der Weg nach Isérables, als es noch keine Seilbahn gab. bild: doc.rero.ch

An die Aussenwelt wurde Isérables 1942 angeschlossen. Mit einer der ersten Seilbahn im Wallis. Eigentlich hätte sie schon vier Jahre früher kommen sollen, aber dem Kanton fehlte nach der Abstimmung das Geld. 

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Eine Fahrt von Riddes nach Isérables. YouTube/iserables1114

Über den Bau entschieden wurde 1937, weil in den Jahren zuvor wieder einmal einer tödlich verunglückte, als er die Transportbahn nutzte. Diese gab es schon einige Jahre und brachte vor allem Steinplatten für Dächer, die oben produziert wurden, ins Tal. 

Das Bauwerk galt für viele andere Bahnen als Inspiration. Die Fahrt vom Berg ins Tal dauerte jetzt nur noch wenige Minuten.

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Hier kommt das hochmoderne Teil 1942 angerollt. bild: doc.rero.ch

Eine Strasse hoch zum Berg wird erst in den 1960er Jahren fertig gestellt. Sie bringt zwar viele Annehmlichkeiten, aber die Seilbahn bleibt weiterhin sehr wichtig. Alle 30 Minuten fährt sie zwischen dem 800-Seelendorf und Riddes und ist – im Gegensatz zu vielen anderen Seilbahnen in den Bergkantonen – meist gut ausgelastet. 

Die drei Frauen erzählen von früher. Besser sei natürlich alles gewesen. Die Jungen heute hätten zu viel. Ein Auto beispielsweise. Das sei unvorstellbar gewesen. Dann zeigen sie auf ein Bilder hinter sich an der Wand:

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Das Bild im Restaurant. bild: watson

«Das war das erste Auto, das nach Isérables kam. Mit der Seilbahn», lachen sie. Ein Jeep war's, irgendwann um 1960. «Ja, ein paar wenige Strassen hatten wir hier oben im Dorf schon, einfach keine Verbindung nach unten. Ein reicher Mann wollte unbedingt ein Auto haben. Da hat er es halt hochfahren lassen.»

Tour dur d'Schwiiz, 44. Etappe: Sierre – Sion

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Dies ist weltweit das wohl einzige Wappen mit zwei nackten Buben drauf – doch es ist alles ganz harmlos

Tiere, Köpfe, Waffen, Arbeitsgeräte, Herzen: Ich habe ja schon einige spezielle Gemeindewappen auf meiner Tour gesehen. Aber Gimel im Waadtland hat mich dann doch fast bisschen schockiert.

Tiere sind weit verbreitet, aber Menschen bleiben selten auf Gemeinde-, Regionen- oder Länder-Wappen. Weltweit gibt es genau eine Nation, die Menschen auf seiner Fahne zeigt. Meist bilden Formen und Farben die Flagge. Hier in der Schweiz staune ich allerdings immer mal wieder, wie fantasievoll Gemeindewappen sein können. 

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