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Ständerat beschliesst nationales Verbot von lärmenden Feuerwerkskörpern

Angebot von Feuerwerk, Silvesterb�llern in einem Supermarkt. M�nster, DEU, Deutschland, 30.12.2025 *** Offer of fireworks, New Years Eve firecrackers in a supermarket M�nster, DEU, Germany, 30 12 2025
Böller haben ausgeknallt: Sie sind in der Schweiz bald verboten.Bild: www.imago-images.de

Das neue schweizweite Feuerwerksverbot in 5 Punkten

Das Parlament setzt der Knallerei rund um 1. August und Silvester ein Ende. Und das könnte erst der Anfang gewesen sein.
05.06.2026, 21:3205.06.2026, 22:42
Lea Hartmann
Lea Hartmann

Rund um den Schweizer Nationalfeiertag wird es künftig leiser. Nach dem Nationalrat hat sich am Mittwoch auch der Ständerat für ein Verbot von Böllern ausgesprochen. Der Entscheid des Parlaments ist eine Reaktion auf die Feuerwerks-Initiative, die noch weiter gehen will.

Was ist künftig verboten?

Das Verbot betrifft alle Böller und Kracher, die nichts anderes als Lärm erzeugen. Wobei kleine Knallkörper wie Lady-Cracker, auch Frauenfürze genannt, erlaubt bleiben. Sie sind vergleichsweise ungefährlich. Nicht vom Verbot tangiert sind auch Raketen, Vulkane oder bengalische Zündhölzer. Deren Regulierung bleibt weiterhin Sache von Gemeinden und Kantonen. Ab wann die Verschärfung gilt, ist noch unklar. Der Bundesrat muss nun erst die Details regeln. Das Verbot ist in der Vernehmlassung auf breite Unterstützung gestossen, auch die Feuerwerksbranche sah es als gangbaren Kompromiss. Vor allem Jugendliche würden Böller in grossen Mengen kaufen und teilweise rücksichtslos zünden, so der Tenor.

Was will die Feuerwerks-Initiative?

Hinter der Initiative, die 2023 mit fast 140'000 Unterschriften eingereicht wurde, stehen mehrere Tierschutzorganisationen. Sie wollen sämtliches lärmiges Feuerwerk verbieten, egal ob es schön anzusehen ist oder nicht. Einzig öffentliche Feuerwerke zu bestimmten Anlässen wie dem 1. August sollen noch möglich sein. Die Initianten wollen Mensch und Tier damit vor dem Lärm schützen, der mit Feuerwerk verbunden ist. Einer Mehrheit des Parlaments, ebenso dem Bundesrat, geht das zu weit. Sie sehen dies als übertriebenen Eingriff in die Autonomie der Gemeinden. Während linke Parlamentarierinnen und Parlamentarier zudem mit dem Umweltschutz argumentierten, sahen Vertreter des bürgerlichen Lagers das Schweizer Brauchtum in Gefahr.

Was ist mit Feuerwerk in Innenräumen?

Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana am Neujahrsmorgen – ausgelöst durch an Champagnerflaschen befestigte Fontänen – gerieten die Vorschriften für Feuerwerk in Innenräumen in den Fokus. Hierzu hat das Parlament jetzt aber keine Verschärfung beschlossen. Der Grund: Die Kantone haben bereits reagiert. Seit dem 1. April gilt in der ganzen Schweiz in öffentlich zugänglichen Räumen ein Feuerwerksverbot.

Wie geht es nun weiter?

Mit dem Gegenvorschlag sei man den Initianten einen grossen Schritt entgegengekommen, meinte die Luzerner Mitte-Ständerätin Andrea Gmür-Schönenberger in der Ständeratsdebatte. Das Komitee hinter der Feuerwerks-Initiative sieht das allerdings ganz anders. Ein Böllerverbot greife zu kurz und löse das Problem nicht. Denn Böller würden nur einen kleinen Teil der Feuerwerkskörper ausmachen, die Lärm machen.

Die Initianten hofften vergebens, dass das Parlament weitere Verschärfungen beschliesst, unter anderem eine Ausweitung der Ausweispflicht für den Gebrauch von bestimmten Feuerwerksarten. Ein Rückzug des Begehrens kommt für die Initianten deshalb nicht infrage. Die Initiative dürfte kommenden Winter oder spätestens im Frühling 2027 zur Abstimmung kommen.

Wie stehen die Chancen des Anliegens?

In der Bevölkerung stösst die Initiative auf grossen Rückhalt, besonders in linken Kreisen. Das hat eine Umfrage des Forschungsinstituts GFS Bern 2024 gezeigt. Zwar haben über zwei Drittel der Befragten angegeben, gern Feuerwerk anzuschauen. Fast ebenso viele sprachen sich aber für Einschränkungen aus. Die Hoffnung der Feuerwerksliebhaber – und ganz besonders der heimischen Feuerwerksbranche – ist nun, dass der Gegenvorschlag der Initiative die Sprengkraft nimmt.

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