Deshalb hängen diese Dinger derzeit an SBB-Bahnhöfen
Wer derzeit mit dem Zug unterwegs ist, hat sich vielleicht schon gewundert: An einigen Bahnhöfen wurden an den Beleuchtungsmasten mysteriöse Behälter angebracht.
Das Ganze ist ein Forschungsprojekt der SBB in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL. Mit den Experimenten sollen die Auswirkungen von künstlichem Licht auf fliegende Insekten untersucht werden, wie auf aufgehängten Plakaten der SBB informiert wird. Schliesslich soll die Frage beantwortet werden, ob LED-Beleuchtung weniger Insekten anzieht als Halogenleuchten.
Warum das wichtig ist
Nachtaktive Insekten sind an geringe Lichtstärken angepasst und werden von künstlichen Lichtquellen angezogen. Gelangen sie in einen Lichtkegel, finden sie oft nicht mehr heraus und sterben schliesslich an Erschöpfung. Das kann dem Ökosystem schaden, denn Insekten übernehmen wichtige Aufgaben wie die Bestäubung von Pflanzen.
Beim durchgeführten Test ersetzten die SBB die alten Halogenleuchten durch neue LEDs. Die modernen Leuchten sparen somit nicht nur Energie, deren Intensität kann auch angepasst werden. Durch das Experiment können nachhaltige Aussenbeleuchtungen entwickelt werden, die sowohl dem Menschen als auch der Natur weniger schaden.
So lange dauert das Experiment
Die Tests laufen vom 30. Juni bis 22. Juli 2026. Am Bahnhof Elgg ZH wurden beispielsweise fünf ältere Halogen- und fünf neue LED-Leuchten mit automatisierten Insektenfallen bestückt. Während der Nacht werden damit Insekten gefangen, die Fallen werden danach wöchentlich geleert.
Ziel des Projekts ist es, besser zu verstehen, wie sich unterschiedliche Beleuchtungen auf Insektengemeinschaften auswirken. Die Erkenntnisse helfen bei der Entwicklung nachhaltigerer Beleuchtungskonzepte und dem Minimieren von Lichtverschmutzung.
