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Risiko für Bevölkerung bei Unwettern liegt laut Rösti nie bei Null

Risiko für Bevölkerung bei Unwettern liegt laut Rösti nie bei Null

02.07.2024, 14:32
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Umweltminister Albert Rösti sieht das Risiko weiterer Schadensereignisse bei Unwettern in der Schweiz als nicht verhinderbar an. «Es gibt kein Leben ohne Risiko», sagte Rösti im «Tagesgespräch» von Radio SRF vom Dienstag. Dies sei insbesondere in Berggebieten der Fall.

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Umweltminister Albert Rösti spricht von nicht verhinderbaren Risiken.Bild: keystone

Deshalb wolle man der Bevölkerung kein «Null-Risiko» verkaufen. Er glaube denn auch den Experten, die sagten, dass der Klimawandel hierbei einen Einfluss habe. Die Ereignisse würden «intensiver». Zudem würden in gefährdeten Gebieten mehr Menschen wohnen, als noch zu früheren Zeiten.

Deshalb brauche es eine Anpassung des Schutzniveaus. Man müsse nun dafür sorgen, dass die Ereignisse weniger Auswirkungen hätten. Der Bund alleine zahle jährlich 160 Millionen Franken für Schutzmassnahmen. Man könne die Gelder aber noch gezielter und risikobasierter einsetzen, sagte Rösti. «Das heisst gezielt da, wo man feststellt, dass das Risiko aufgrund von Wetterereignissen grösser ist.»

Eine Erkenntnis aus den jüngsten Unwettern sei dabei, dass «wir das neue Wasserbaugesetz sehr rasch in Kraft setzen müssen», sagte Rösti. Dieses sehe noch gezieltere Risikoverminderungen vor, auch in raumplanerischer Hinsicht.

«Wir wollen mit den gleichen Mitteln noch einen grösseren Schutz erreichen.»

Die Rhonekorrektur - die im Moment gestoppt ist - sei ein Projekt, dass über 20 Jahre hinweg finalisiert werde, wobei der Bund mit mehr als einer Milliarde Franken Unterstützung leiste, führte Rösti aus. Der Kanton Wallis wolle nun noch einmal überprüfen, ob dabei wirklich rund 150 Hektare Fruchtfolgeflächen verloren gehen sollten respektive müssten. Das liege in der Hand des Kantons.

Keine Abstriche bei Sicherheit

Es sei aber unbestritten, dass bei diesem Interessenkonflikt keine Abstriche bei der Sicherheit gemacht werden dürften, sagte der der Vorsteher des eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek). Da werde auch der Bund draufschauen.

Klar sei hierbei auch, dass es bei der voraussichtlichen Dauer bis zur Fertigstellung des Projekts, «noch den einen oder anderen Schaden geben wird». Mit den bisher vorgenommenen Korrekturen an Rhone und Rhein habe man mit Blick auf die jüngsten Überschwemmungen und Erdrutsche in der Schweiz derweil ein noch «viel grösseres Schadenspotenzial» als das jetzige bereits verhindert, sagte Rösti. (saw/sda)

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54 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Linus Luchs
02.07.2024 15:39registriert Juli 2014
Rösti vollführt denselben Move wie seine Partei. Jahrelang wurde der Klimawandel in Frage gestellt, und jetzt heisst es, wir können eh nichts dagegen tun, jetzt müssen wir einfach Staumauern bauen. Die Botschaft an die Zielgruppe ist unverändert: Wähle SVP, dann musst du dein Verhalten nicht ändern und brauchst auf nichts zu verzichten. Leider funktioniert das bei einem sehr grossen Teil der Bevölkerung.
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Pafeld
02.07.2024 15:48registriert August 2014
Oh. Da ist der Infrastrukturminister aber elegant der Frage ausgewichen, wie lange seine Partei basierend auf einem Pseudogutachten den Hochwasserschutz an der Rhone denn noch länger verschleppen will.
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Yesbutter
02.07.2024 16:42registriert August 2023
BR Rösti macht die perfekte Politik für seine Klientel:
1. Schutzmassnahmen, die Schäden abmildern oder gar verhindern können (zu teuer) bekämpfen (sparen)
2. Die Schäden, die wegen eingesparter Schutzmassnahmen( auch Klimaschutz) entstanden sind auf die Allgemeinheit abwälzen und die Profite den Kapitalisten zuführen. So geht das
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