bedeckt
DE | FR
30
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schweiz
Wirtschaft

LGBTIQ*-Menschen in Schweiz nach wie vor diskriminiert

LGBTIQ*-Menschen in Schweiz nach wie vor diskriminiert

14.12.2020, 11:08
epa08511616 People take part in the 'Pride Berlin' demonstration in Berlin, Germany, 27 June 2020. A large crowd marched under the motto 'Save our Community, Save our Pride' in solidarity with the har ...
Bild: keystone

Angehörige sexueller und geschlechtlicher Minderheiten erfahren in der Schweiz nach wie vor soziale Ausgrenzung, körperliche Gewalt und strukturelle Benachteiligung, wie eine Umfrage der Universitäten Zürich und Lausanne zeigt. Das augenfällige Resultat: Geschlechtliche Minderheiten berichteten deutlich häufiger von Diskriminierungen als sexuelle Minderheiten.

Die Sozialpsychologinnen Tabea Hässler von der Uni Zürich und Léila Eisner von der Uni Lausanne führten im Jahr 2020 eine Umfrage mit 1400 LGBTIQ*- Menschen durch, um deren Sicht auf die momentane politische und gesellschaftliche Lage festzuhalten. Die englische Abkürzung LGBTIQ* steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transmenschen, intergeschlechtliche und queere Menschen - der Stern als Platzhalter für weitere sexuelle und romantische Orientierungen sowie Geschlechtsidentitäten.

Demnach berichteten 40 Prozent der Studienteilnehmer von sexueller Belästigung. Angehörige geschlechtlicher Minderheiten waren insgesamt doppelt so häufig Opfer von Diskriminierung als Angehörige sexueller Minderheiten, wie die Universität Zürich am Montag mitteilte.

Kein Thema an Schulen

So berichteten 16 Prozent der geschlechtlichen und 8 Prozent der sexuellen Minderheiten über körperliche Gewalt. Auch soziale Ausgrenzung (55 Prozent und 13 Prozent) sowie strukturelle Benachteiligung (78 Prozent und 40 Prozent) erfuhren geschlechtliche Minderheiten häufiger als sexuelle. Letzteres schliesst zum Beispiel fehlendes Rechte auf Ehe und Adoption ein, die fehlende Möglichkeit, sich in offiziellen Dokumenten als «divers» oder «intergeschlechtlich» einzutragen oder auch fehlende Unisex-Toiletten.

Diese Unterschiede könnten laut den Studienautorinnen darauf beruhen, dass Angehörige geschlechtlicher Minderheiten kaum öffentlich sichtbar seien und kaum über geschlechtliche Vielfalt gesprochen werde. So gaben die Hälfte der Befragten unter 21 Jahren ebenfalls an, dass die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität in der Schule nicht thematisiert werde. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die LGBT+ Helpline kümmert sich um Verbrechen gegen schwule und lesbische Menschen

1 / 8
Die LGBT+ Helpline kümmert sich um Verbrechen gegen schwule und lesbische Menschen
quelle: lgbt+ helpline
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Hat die Schweiz ein Homophobie-Problem?

Video: srf

Das könnte dich auch noch interessieren:

30 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Bruno Wüthrich
14.12.2020 13:07registriert August 2014
Eigentlich sind solche Studien für die Füchse. Dass sich sexuelle Minderheiten benachteiligt fühlen, heisst nicht zwangsläufig, dass sie dies auch sind. Die x-tausend Artikel, die in diese Richtung berichten, verstärken einfach in jedem von uns dieses Gefühl. Mit "von uns" meine ich alle. Eben auch die, denen es scheinbar besser gehen soll, oder die, welche zu denen gehören sollen, die diskriminieren.

Korrekt müsste es heissen: Die Mehrheit der LGBTIQ*- Menschen fühlt sich immer noch diskriminiert. Dann könnte man mal wissenschaftlich auf Spurensuche gehen, weshalb denn dieses Gefühl besteht.
13565
Melden
Zum Kommentar
avatar
ostpol76
14.12.2020 11:40registriert November 2015
"LGBTIQ* steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transmenschen, intergeschlechtliche und queere Menschen - der Stern als Platzhalter für weitere sexuelle und romantische Orientierungen sowie Geschlechtsidentitäten"

Was für ein Durcheinander...
8120
Melden
Zum Kommentar
avatar
Sir Konterbier
14.12.2020 13:14registriert April 2017
Man kann von niemandem erwarten dass er das toll findet, aber man kann von jedem erwarten dass er seinen Schnauz hält und diese Menschen ein glückliches Leben leben lässt.
7219
Melden
Zum Kommentar
30
Kinder mit Sadomaso-Teddys: Das Balenciaga-Drama in 4 Punkten
Das Modelabel verklagt die Produktionsfirma um 25 Millionen Dollar. Ist das nun das Ende des Riesenhypes um das Label? Und warum hat jetzt auch Kim Kardashian Ärger am Hals? – Ein Drama in vier Punkten.

Das spanische High-Fashion Label Balenciaga ist bekannt dafür, mit kontroversen Kollektionen an den Grenzen des guten Geschmacks zu kratzen. Provokation wird hier gross geschrieben. Den Leuten gefällt's – aktuell rangiert Balenciaga unter den begehrtesten Luxusmarken der Welt. Nun aber sind ihre Macher mit einer Werbekampagne deutlich übers Ziel hinaus geschossen. Sie wollen sich aus der Verantwortung stehlen.

Zur Story