Schweiz
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Wieso dieses Jahr auch nur eine kleine Prämienerhöhung schon stark schmerzen könnte



Die Kurzarbeit in zahlreichen Unternehmen und die steigende Arbeitslosigkeit schmälern das Einkommen vieler Schweizer Haushalte spürbar. Das schlägt auf die ohnehin schon hohe Belastung der Haushalte durch die Krankenkassenprämien durch.

Weil viele Haushalte wegen der Corona-Pandemie weniger Geld haben, führt bereits eine Erhöhung der Krankenkassenprämien um 1 Prozent im nächsten Jahr zu einer massiven Mehrbelastung, wie der Online-Vergleichsdienst Comparis am Dienstag bekanntgab.

ARCHIV - ZUR WINTERSESSION 2019 MIT DEM THEMA KRANKENKASSENPRAEMIEN, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - [Symbolic Image] Different Swiss health insurance cards, photographed in Zurich, Switzerland, on September 9, 2019. (KEYSTONE/Christian Beutler)..[Symbolbild] Verschiedene Schweizer Krankenversicherungskarten, aufgenommen am 9. September 2019 in Zuerich. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Die Gesundheitskosten dürften im laufenden Jahr um 3,3 Prozent zunehmen. Bild: KEYSTONE

Im Schnitt entfallen 6,2 Prozent der Haushaltsausgaben laut einer Budgeterhebung des Bundes auf die Krankenkassenprämien. Bei einer Lohnreduktion von 20 bis 30 Prozent steigt die Prämienbelastung im ungünstigsten Fall auf bis zu 16 Prozent des Bruttoeinkommens.

Prämienbelastung der Erwachsenen

Untersucht hat Comparis dabei die Prämienbelastung für Erwachsene ohne Unfalldeckung mit dem am weitesten verbreiteten Hausarztmodell und der Minimalfranchise in Zürich, Bern, Bellinzona und Genf bei einem Median-Bruttolohn von 6538 Franken pro Monat.

Im Schnitt beträgt demnach die Belastung durch die Grundversicherung in den Städten Zürich, Bern und Bellinzona 7 Prozent des Einkommens. In Genf sind es 8 Prozent. Bei Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit steigt die Belastung jeweils um 2 Prozent.

Arbeitslose mit einer Lohneinbusse von 30 Prozent müssten gar plötzlich 16 Prozent ihres Einkommens für Krankenkassenprämien aufwenden. Die Bandbreite zwischen dem jeweils günstigsten und teuersten Anbieter pro Region sei jedoch gross.

Versicherer dürften Anstieg bremsen

Der Comparis-Krankenkassenexperte Felix Schneuwly erwartet basierend auf einer KOF-Prognose, dass die Gesundheitskosten im laufenden Jahr um 3,3 Prozent zunehmen. Tatsächlich dürfte der Anstieg der Krankenkassenprämien mit 1 Prozent aber deutlich geringer ausfallen.

Aufgrund der wirtschaftlichen Rezession dürften die Versicherer einen Teil ihrer Reserven abbauen und so den Prämienanstieg dämpfen, so Schneuwly. Der Bundesrat wird Ende September die Prämien in der Grundversicherung für das kommende Jahr bekanntgeben. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Rethinking 08.09.2020 16:54
    Highlight Highlight Wir sollten und nicht dauernd auf die Krankenkassenprämie und deren Erhöhung konzentrieren. Dies ist nur ein Symptom...

    Wir müssen uns auf die Krankenkosten konzentrieren. Auf unsere Konsumhaltung, auf die Abzocker unter den Ärzten, Spitälern, Pharma und Hilfsmittel Herstellern und auf Verschwendung...
  • BerthaPhilipPayne 08.09.2020 13:54
    Highlight Highlight Die entlöhnung im gesundheitswesen sollte auf der Gesundheit der Bevölkerung basieren, nicht auf den Krankheitsfällen.
  • Vecchia 08.09.2020 09:29
    Highlight Highlight ähhh?

    Wieso genau sollen die Prämien jetzt steigen, wo die Spitäler scheinbar mehr als 1 Milliarde weniger eingenommen und Hausarztpraxen teilweise Kurzarbeit angemeldet hatten?

    Und wo sind all die Millionen-Gewinne der Versicherer und Kliniken aus den letzten 2 Jahren gelandet?

  • sebaK 08.09.2020 08:40
    Highlight Highlight Ich weiss schon jetzt nicht, wie ich die horrenden Prämienür meine Famile bezahlen soll. Meine Solidarität stösst irgendwann an existentielle Grenzen. Und falls ich mal krank bin und einen ärztlichen Rst brauch, bezahle ich mit dem hohen Selbstbehalt eh noch alles selber.
    • bebby 08.09.2020 15:52
      Highlight Highlight Das wird erst aufhören, wenn eine klare Zweitklassenmedizin erlaubt wird, wo man sich vorgängig von teuren, nur lebensverlängernden Massnahmen befreien kann.
      Aber den gesellschaftliche Konsens haben wir dafür noch lange nicht.
  • cille-chille 08.09.2020 08:32
    Highlight Highlight Auch so eine immer wiederkehrende kapitalistische Unverständlichkeit, meinerseits.
    Schröpfen, auf Kosten Gesundheit...
    Da habe ich ein wohl anderes Verständnis, wie ein Staat zu seinem Suverän zu schauen hätte.

    Der finanzielle Bereich der Gesundheit gehört in Bundeshand.

    Ist ja untedessen gleich zu setzen, wie Lebensmittelhandel an der Börse: Absurd, wie sich da einige die Säcke stopfen, auf Kosten derer, welche keine andere Wahl haben.

    Wusstet ihr, dass die KK-Prämien zu einer der grössten Hürden Randständiger gehört?

    Think about! (Eigentlich sollten hier 3 Ausrufezeichen stehen).
    • [Nickname] 08.09.2020 11:03
      Highlight Highlight Inwiefern hat dies mit Kapitalismus zu tun? Das ist reinster Protektionismus seitens der sogenannten „Volksvertreter“, welche geschmiert werden mit jensten Mandaten und Batzeli. Das kleine Beispiel, dass man keine Medikamente aus dem Ausland beziehen kann oder Parallelimporte hierzu nicht gewährt werden. Inwiefern ist dies freiheitlich oder eine Marktwirtschaft. Das ist der typische Schweizerisch korrupte Protektionismus auf dem Rücken der Steuerzahler und Arbeiter.
    • cille-chille 08.09.2020 11:35
      Highlight Highlight @nickname:
      gut auf den Punkt gebracht.

      Beim Kapitalismus sehe ich das Problem, dass das Kapital vom System her, oder seitens der Funktion der Menschen, an die erste stelle rückt.
      Der Mensch scheint da nicht gefeit (wie schreibt man das?).
      Hab mal gemeint, gelesen zu haben, dass es im Bundeshaus mehr Patches für den Zutritt für Lobbyisten gibt, als für Politiker.


      So in Richtung deines letzten Satzes:

      "Das ist der typische Schweizerisch korrupte Protektionismus auf dem Rücken der Steuerzahler und Arbeiter. "
    • ursus3000 08.09.2020 12:39
      Highlight Highlight @ cille-chille @ [Nickname] Ihr wisst dass die Hälfte der Gesundheitskosten im letzten halben Lebensjahr entstehen . Steht zu euren Meinungen , sagt aber klar dass man die alten Leute sterben lassen sollte , anstatt Politikern die Schuld zu geben
  • Der Rückbauer 08.09.2020 08:09
    Highlight Highlight Was mich ärgert ist die Tatsache, dass KK-Prämien nicht im LIK sind. Das ist ein riesiger Bschiss am Normalbürger. Die Begründung, dass der LIK nur die Preise, nicht aber die Prämien, misst, wird damit begründet, dass die "Transferzahlungen" an die Versicherungen wieder zurück an die Haushalte flössen. - Man mache das einmal einer 4-köpfigen Familie klar!
    Mit verqueren Statistiken und der Pseudowissenschaft Oekonomie kann ein Volk in die Armut getrieben werden. Zum Beispiel die neue Theorie MMT, Helikoptergeld. Das Volk soll betrogen werden.
  • Chääschueche 08.09.2020 07:51
    Highlight Highlight Es dauert nicht mehr lange und dieses System wird implodieren.

    Traurig das unsere Politiker derart unfähig sind. Seit Jahren basteln Sie...das ergebnis? Weiter steigende Preise 👌

    • ursus3000 08.09.2020 12:33
      Highlight Highlight Es sind die Konsumenten die die Preise treiben , aber es ist natürlich einfacher Jemandem anders die Schuld zu geben
    • Rethinking 08.09.2020 16:55
      Highlight Highlight Der eine oder andere Politiker sitzt im Verwaltungsrat einen Krankenkasse oder Pharmabude...

      Säuhäfeli, Säudeckeli...
    • Chääschueche 08.09.2020 20:16
      Highlight Highlight @ursus
      Teilweise ja. Teilweise nein.

      Überteuerte Medikamente, Sinnlose Untersuchungen welche durch ärzte Angeordnet werden, und viel zu viele Spezialgeräte.

      Beispiel MRI: Praktisch kein anderes Land hat so eine dichte von diesen Geräten. Das bringt nichts ausser enorme kosten für den Konsumenten.
      Gibt noch genügend weitere Beispiele.
  • Rainbow Pony 08.09.2020 07:48
    Highlight Highlight Die Organisation des Schweizer Gesundheitssystem ist absurd.
    • Fairness 08.09.2020 08:56
      Highlight Highlight Absolut korrekt. Ein Selbstbedienungsladen sondergleichen!
    • Stefan Morgenthaler-Müller 08.09.2020 09:01
      Highlight Highlight Könnten Sie auch Argumente liefern anstatt Allgemeinplätze?
    • du_bist_du 08.09.2020 09:23
      Highlight Highlight Naja, das würde ich son nicht behaupten. Ist wohl Ansichtsache.
      Ich sehe das Problem mehr im ganzen Konstrukt, wie es über die Jahre entstanden ist. Mittlerweile ist alles zu verwoben, zu wenig direkt, zu viele Akteure mit Ihren Konstrukten, zu viele Zahlen. Da den genauen Durchblick zu haben ist wohl als Laie umöglich. Dementsprechend ist es auch schwierig einfache Omptimierungsmassnahmen zu nennen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • benn 08.09.2020 07:16
    Highlight Highlight Der Selbstbedienungsladen Gesundheitswesen muss jedes Jahr mehr Geld anhäufen und das wird auch in diesem Jahr so sein! Vielleicht kommt ja wieder ein super Politiker und senkt die Kapitalquote der KK damit wir temporär eine tiefere Erhöhung haben um dann im Folgejahr doppelt zuzugreifen!

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