Schweiz
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«Warum wird in der Schweiz immer noch so rumgewurstelt?» – Frust über Erhöhung der Krankenkassen-Prämien ist gross

Satte 4,5 Prozent steigen die Krankenkassen-Prämien im nächsten Jahr. Jetzt hagelt es Kritik von den Experten und Konsumentenschützern – aber auch von den watson-LeserInnen.



Entwicklung der KK-Kosten seit 1996

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Konsumenten- und Patientenschützer kritisieren die angekündigte Erhöhung der Krankenkassenprämien für 2017. Nur ein Teil sei mit demographischem Wandel und medizinischem Fortschritt zu erklären. Schuld daran sei vor allem das falsche Finanzierungssystem.

«Das grosse Problem ist die Verschiebung von der stationären zur ambulanten Behandlung.»

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) bezeichnet die Erhöhung als Versagen von Politik, Verwaltung und Leistungserbringern, welche griffige Massnahmen zum Kostensenken verhindern würden. Die Regeln des Bundesamts für Gesundheit (BAG) würden Rekurse der Pharmaindustrie ermöglichen und damit Preiskorrekturen blockieren, teilte die Organisation am Montag mit. Mit diesen «versteckten Pharma-Subventionen» könnten gemäss SKS mehrere hundert Millionen Franken gespart werden.

Knatsch um Finanzierung

In der Tarifstruktur sieht auch Margrit Kessler vom Patientenschutz den Hauptgrund für die Erhöhung der Prämien. «Das grosse Problem ist die Verschiebung von der stationären zur ambulanten Behandlung», sagte Kessler auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Bei einer stationären Behandlung beteiligen sich die Kantone zu 55 Prozent an den Kosten, bei einer ambulanten Behandlung tragen die Krankenkassen die vollen Kosten.

«Älter werdende Bevölkerung und die zunehmenden Behandlungsmöglichkeiten.»

Deshalb würden beispielsweise teure Medikamente erst bei Austritt aus dem Spital abgegeben, so Kessler. Sie möchte darum die Kantone auch bei einer ambulanten Behandlung zur Kasse bitten. «Dadurch würden sich die Prämien wieder senken», sagte sie.

Auch die Ärzteverbindung FMH hat diese Problematik erkannt und fordert eine einheitliche Finanzierung. FMH kritisiert zudem, dass Ärztinnen und Ärzte mit immer mehr administrativen Aufgaben belastet würden. Die Kosten würden am Schluss beim Patienten landen. Ein Teil der erhöhten Krankenkassenprämien sei aber auf die älter werdende Bevölkerung und die zunehmenden Behandlungsmöglichkeiten zurückzuführen.

Das unterstreicht auch Dorit Djelid vom nationalen Spitalverband H+. Das Volumen des ambulanten Bereichs habe zwar zugenommen, dies sei aber auf das Bevölkerungswachstum und den demographischen Wandel zurückzuführen. Gemäss Djelid werden mit den ambulanten Behandlungen sogar Kosten gespart.

Für die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) ist zentral, dass die Behandlungen auch da stattfinden, wo sie am effizientesten erbracht werden können und dass unnötige Behandlungskosten vermieden werden. Dazu sei in erster Linie bei den Anreizen für die Leistungserbringer anzusetzen.

Grosse kantonale Unterschiede

Santésuisse hebt vor allem die Unterschiede in den Gesundheitskosten zwischen den Kantonen hervor. Diese seien auf unterschiedliche Angebotsstrukturen zurückzuführen wie beispielsweise die Zahl der Ärzte und die Spitalversorgung. Die Verwaltungskosten würden nur fünf Rappen eines Prämienfrankens ausmachen, daher müssten die Prämien zwangsläufig der Entwicklung der Leistungskosten folgen.

Auch der Krankenversichererverband Curafutura fordert eine einheitliche Finanzierung ambulanter und stationärer Leistungen. Das Ziel sei, die Qualität und die Wirtschaftlichkeit der Leistungen zu erhöhen und das Kostenwachstum einzudämmen. Curafutura verlangt für die Krankenversicherer zudem ein Beschwerderecht bei der Festsetzung der Medikamentenpreise durch das BAG.

Die Krankenkassenprämien für Erwachsene steigen im nächsten Jahr um durchschnittlich 4,5 Prozent. Am grössten ist der Anstieg mit 6,6 Prozent bei den Kinderprämien.

Und das meinen die watson-LeserInnen

(aeg/sda)

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