Die SNB weist nach provisorischen Berechnungen für das Gesamtjahr 2024 einen Gewinn von rund 80 Milliarden Franken aus. Das ist ein Rekord.
Nach neun Monaten hatte die SNB ein Plus von 62,5 Milliarden verbucht, womit im vierten Quartal nochmals rund 17,5 Milliarden Franken dazu kamen.
Der ausführliche Bericht zum Jahresabschluss mit den definitiven Zahlen wird am 3. März veröffentlicht.
Der Gewinn für 2024 ist ein Rekordgewinn. Das bisher beste Ergebnis stammte aus dem Jahr 2017 mit 54,4 Milliarden. Auch auf Jahressicht schwanken die Ergebnisse der SNB stark. 2022 beispielsweise erlitt die Nationalbank wegen der schwachen Entwicklung an den Aktien- und Anleihenmärkten einen Rekordverlust von 132,5 Milliarden Franken, sodass es zu keinen Ausschüttungen an Bund und Kantone kam. Auch 2023 konnten nach einem Verlust keine Gewinne ausgeschüttet werden.
Konkret sah das in den letzten Jahren so aus:
Gewinne und Verluste der Nationalbank sind meist eine Folge der internationalen Finanzlage und damit der Finanzmärkte. Hier fallen insbesondere die Devisen (also die Stärke oder Schwäche des Euro, des Dollars etc.), der Schweizer Franken, der Goldwert, aber auch diverse Wertschriften ins Gewicht, welche die SNB in ihrer Bilanz als Aktiven und Passiven aufführt.
Insgesamt liegt so die Bilanzsumme der SNB bei etwa 800 Milliarden Franken (per Ende 2023).
2024 gab es laut Mitteilung vom Donnerstag bei den Fremdwährungspositionen – also dem Bestand von ausländischem Geld – einen Gewinn von rund 67 Milliarden, auf dem Goldbestand einen Bewertungsgewinn von 21,2 Milliarden und auf den Frankenpositionen einen Verlust von 7,4 Milliarden Franken.
Das Ergebnis zeigt einerseits, dass sich der Schweizer Franken im Vergleich zu anderen Währungen im vergangenen Jahr wieder etwas abgewertet hat. Insbesondere der US-Dollar hat dabei zugelegt.
Andererseits erreichte Gold im vergangenen Jahr immer wieder Rekordwerte. Und nicht zuletzt war 2024 auch ein gutes Aktienjahr, angetrieben von den gesunkenen Zinsen. So gewann der globale Markt um schätzungsweise 15 Prozent innerhalb eines Jahres.
In erster Linie Bund und Kantone, aber auch Private oder Institutionen, die Aktien der Nationalbank halten.
Zunächst «profitiert» die SNB allerdings selbst: Ein grosser Teil des Gewinns fliesst in ihr Eigenkapital. Ausserdem füllt sie ihre sogenannten Ausschüttungsreserven auf. Diese nehmen eine Art Pufferfunktion ein und dienen der Glättung der Gewinnausschüttungen an Bund und Kantone. Sie kann positiv oder negativ sein.
Ende 2023 war die Ausschüttungsreserve der SNB aufgrund der Verluste mit 53 Milliarden Franken tief im Minus. Dieses Loch wird die Nationalbank heuer stopfen können. Unter dem Strich bleibt damit gemäss Mitteilung ein Gewinn von 16 Milliarden Franken übrig.
Nachdem die SNB zwei Jahre in Folge keinen Gewinn ausgeschüttet hatte, gibt es in diesem Jahr daher wieder eine Gewinnausschüttung an Bund und Kantone, und zwar von insgesamt 3 Milliarden Franken. Die Ausschüttung geht jeweils zu einem Drittel an den Bund und zu zwei Dritteln an die Kantone.
Das sind heiss ersehnte Nachrichten: Im Lichte der aufgeheizten Spardebatte sind zusätzliche Millionen für Bund und Kantone mehr als willkommen.
Der Gewinn von 80 Milliarden Franken ermöglicht den Aktionärinnen und Aktionären laut Nationalbank zudem eine Dividendenzahlung von 15 Franken pro Aktie. Das entspricht dem festgesetzten Maximalbetrag, den die SNB zahlen darf.
Die Konferenz der kantonalen Finanzdirektorinnen und Finanzdirektoren (FDK) hat sich erfreut gezeigt über das positive Jahresergebnis 2024 der Nationalbank. Das habe wegen des hohen Bilanzverlustes noch vor einem Jahr nicht erwartet werden können.
Trotz sehr guter Quartalsergebnisse sei es unsicher gewesen, ob eine Gewinnausschüttung möglich sein werde, hiess es in einer Mitteilung der FDK vom Donnerstag.
Es liege in der Kompetenz und Verantwortung jedes einzelnen Kantons, die Lage im Hinblick auf seine Budgetierung zu berücksichtigen. Bei der Budgetierung möglicher Ausschüttungen seien die Kantone aber generell vorsichtig gewesen.
Mit Material der SDA
Wäre überrascht wenn die SNB kantonale Ausschüttungen in EUR macht :-)
Das Geld gehört investiert in einen Staatsfonds und die Erträge daraus können ausgeshüttet werden an Bund und Kanton.
Mit dem aktuellen System haben wir nur in den letzten 10 Jahren ca. 28 Milliarden "verschleudert".