Hochnebel
DE | FR
46
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schweiz
Wirtschaft

«Schweizer Covid-Zertifikat» – das hat der Bundesrat heute beschlossen

«Schweizer Covid-Zertifikat» soll kommen – das hat der Bundesrat heute beschlossen

20.10.2021, 16:1520.10.2021, 18:09
Une personne tient dans sa main un smartphone avec l'application Certifact Covid suisse et un certificat light dans un restaurant ce vendredi 10 septembre 2021 a Rances dans le canton de Vaud. Des ce  ...
Bild: keystone

Der Bundesrat möchte mit einer Einführung eines «Schweizer Covid-Zertifikats» den Zugang zum Zertifikat für mehrere Gruppen von Personen erleichtern. Diese neuen Covid-Zertifikate sollen nur in der Schweiz gültig sein. Mit dieser Erleichterung nimmt der Bundesrat auch mehrere Anliegen auf, die in der Herbstsession des Parlaments vorgebracht wurden. Die Konsultation dazu läuft bis am 26. Oktober, am 3. November will der Bundesrat entscheiden.

Zugang zum Zertifikat mit Antikörpertest

Bild
Bild: sda

Zurzeit können Covid-Zertifikate nur für Personen ausgestellt werden, die ihre Genesung mit einem PCR-Test belegen können. Künftig sollen Schweizer Covid-Zertifikate auch für Personen ausgestellt werden, die einen aktuellen, positiven Antikörpertest (serologischer Test) vorlegen können. Dieser Test ist kostenpflichtig. Die Gültigkeitsdauer dieser Zertifikate soll auf 90 Tage beschränkt werden.

Gleichzeitig soll die Gültigkeitsdauer aller bislang ausgestellten Zertifikate für Genesene (mit PCR-Test) von 180 auf 365 Tage verdoppelt werden. Die aktuell vorliegenden Daten belegen eine ausreichende Schutzwirkung vor schwerer Erkrankung und Hospitalisation. Da in der EU Zertifikate für Genesene mit wenigen Ausnahmen nur 180 Tage gültig sind, ist auch das verlängerte Zertifikat nur für den Gebrauch in der Schweiz vorgesehen.

Zugang erleichtern für Personen, die sich nicht impfen und testen lassen können

Personen, die sich aus medizinischen Gründen weder impfen noch testen lassen können, haben bereits heute Zugang zu Betrieben, Einrichtungen und Veranstaltungen mit Covid-Zertifikatspflicht. Künftig sollen auch diese Personen ein maschinenlesbares Schweizer Covid-Zertifikat mit einer Gültigkeitsdauer von 365 Tagen erhalten.

Zugang zum Zertifikat für Touristinnen und Touristen erleichtern

ZUM THEMA SOMMERTOURISTEN IN DER SCHWEIZ STELLEN WIR IHNEN HEUTE, DONNERSTAG, 28.07.2016, FOLGENDES NEUES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- A female Asian tourist takes a selfie standing on the Muenster ...
Bild: KEYSTONE

Aktuell erhalten nur Touristinnen und Touristen, die im Ausland mit einem von Swissmedic oder der EMA zugelassenen Impfstoffe geimpft wurden, ein Covid-Zertifikat, das in der Schweiz und in der EU gültig ist. Zur Unterstützung von Wirtschaft und Tourismus sollen künftig auch alle Touristinnen und Touristen, die im Ausland mit einem nur von der WHO zugelassenen Impfstoff geimpft wurden, Zugang zum Schweizer Zertifikat erhalten. Aktuell betrifft dies die Impfstoffe Sinovac und Sinopharm. Die Gültigkeitsdauer soll auf 30 Tage beschränkt werden und das Zertifikat nur in der Schweiz gültig sein.

Diskussion über die Aufhebung der Zertifikatspflicht

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung auch vertieft über die Aufhebung der Zertifikatspflicht diskutiert. Er will die Zertifikatspflicht wieder lockern, sobald keine Überlastung der Spitäler mehr droht – unabhängig von der Durchimpfungsrate. Dies entspricht auch dem Drei Phasen-Modell. Nach einer vertieften Analyse der epidemischen Risiken ist der Bundesrat aber zum Schluss gekommen, dass auch eine teilweise Aufhebung der Zertifikatspflicht derzeit mit zu hohen Risiken für das Gesundheitswesen verbunden ist. Ziel des Bundesrats bleibt, die weiteren Infektionswellen so tief zu halten, dass die Spitäler nicht überlastet werden.

Der Bundesrat hat auch die Erfahrungen anderer Länder in seine Analyse einbezogen. In Israel oder in den Niederlanden sind die Fallzahlen nach der Öffnung rasch angestiegen und haben zu einer sehr hohen Belastung der Spitäler geführt. In beiden Ländern war die Durchimpfungsrate zum Zeitpunkt der Öffnung ähnlich wie jene, welche die Schweiz heute hat.

Aus diesen Gründen will der Bundesrat mit der teilweisen Aufhebung der Zertifikatspflicht zuwarten und die Lage in den nächsten Wochen beobachten. Mitte November, wenn die Auswirkungen der kälteren Temperaturen und des Endes der Herbstferien beurteilt werden können, will der Bundesrat die Lage nochmals analysieren.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

46 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
AltaLumina
20.10.2021 16:32registriert Mai 2015
Was gibt es für medizinische Gründe sich nicht testen lassen zu können?

(keine zynische Frage, ich meine es ernst...)
9317
Melden
Zum Kommentar
avatar
Kaleidoskop
20.10.2021 17:16registriert November 2020
Diese ganzen Ausnahmen und Sonderregelungen machen das Ganze doch nur noch komplizierter. Ich glaube nicht, dass wir auf diesem Weg aus der Pandemie rauskommen...
5126
Melden
Zum Kommentar
avatar
Dave1974
20.10.2021 17:14registriert April 2020
Vorallem das mit den Ferienauswirkungen abwarten find ich eigentlich gut. Ev. ist man ja ein bisschen schlauer geworden und es hält sich in Grenzen.
Das zu beurteilen wird schwer, wenn man jetzt sofort alle Erweiterungen zurückzieht.

(Bei Museen und Zoos schüttle ich allerdings noch immer den Kopf, aber das war schon vorher so.)
253
Melden
Zum Kommentar
46
Italien prüft die Einführung einer «Grenzsteuerprämie»

Italien prüft eine «Grenzsteuerprämie», um Angestellten und Unternehmen einen Anreiz zu bieten, in Italien zu bleiben, statt sich für eine Arbeit in der Schweiz zu entscheiden. Die Massnahme wurde vom italienischen Wirtschaftsminister auf einem Symposium über grenzüberschreitende Arbeit vorgestellt.

Zur Story