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Skifahrer mit Schutzmaske verlassen den Sessellift Lauberhorn.
Skifahrer mit Schutzmaske verlassen den Sessellift Lauberhorn.Bild: keystone

Skigebiete melden: Keine Zertifikatspflicht diesen Winter – BAG widerspricht

In der kommenden Saison gilt keine generelle Zertifikatspflicht für Schweizer Skigebiete, dies wollen zumindest die Skigebiete. Beim BAG hört man dies nicht gerne.
19.10.2021, 13:0019.10.2021, 15:43

Die Tage werden kürzer, schon bald steht die neue Skisaison an. Noch ehe in den meisten Skigebieten die ersten Spuren in den Schnee gezogen wurden, gab es bereits viele Diskussionen über eine allfällige Zertifikatspflicht. Am Dienstag haben nun die Skigebiete einen Entscheid gefällt: Schneefans sollen ohne Zertifikat Skifahren können. Es gibt keine Zertifikatspflicht in der kommenden Wintersaison.

Die Bergbahnen teilten mit, dass sie sich mit dem Bund und den Kantonen darauf verständigt hätten, vorerst keine neuen Schutzbestimmungen einzuführen, wie Seilbahnen Schweiz am Dienstag mitteilte.

Auf den Terassen braucht es kein Zertifikat, im Innern der Restaurants schon.
Auf den Terassen braucht es kein Zertifikat, im Innern der Restaurants schon. Bild: keystone

Das Ziel: Die Bergbahnen können mit den gleichen Bedingungen in die Wintersaison starten wie der öffentliche Verkehr.

BAG widerspricht

Aber da haben sie sich offenbar zu fest aus dem Fenster gelehnt: Laut Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im Bundesamt für Gesundheit (BAG), kommt die Ankündigung der Bergbahnen, auf eine Zertifikatspflicht in Skigebieten zu verzichten, zu früh. Der Bundesrat werde darüber entscheiden.

«Jetzt, zu sagen, dass das so sein wird, finde ich ein bisschen vermessen», sagte Mathys am Dienstag vor den Medien in Bern. Nicht die Bergbahnen könnten über Corona-Basismassnahmen entscheiden, sondern die Landesregierung.

Patrick Mathys
Patrick MathysBild: keystone

Der Bund sei aber in Kontakt mit den Bergbahnen und anderen Branchen. «Wir werden sehen, wie die Situation zu gegebener Zeit ist.»

Milo Puhan, Direktor des Instituts für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich, bezeichnet den Entscheid der Bergbahnen als «zur jetzigen Zeit vertretbar». Wenn die Zahlen wieder auf das Niveau des Spätsommers stiegen, sei der Verzicht auf das Zertifikat «wahrscheinlich weniger angezeigt».

Skigebiete optimistisch

Den Entscheid gab Seilbahnen Schweiz am Dienstag anlässlich der zweitägigen Generalversammlung in Le Châble/Verbier VS bekannt. Die Branche sei überzeugt, dass sie auch im kommenden Winter einen gesicherten und geregelten Betrieb garantieren könne.

Der Vorstand von Seilbahnen Schweiz in Le Châble/Verbier.
Der Vorstand von Seilbahnen Schweiz in Le Châble/Verbier.bild: sbs

Wie es in binationalen Skigebieten mit einer Zertifikatspflicht im ausländischen Teil aussieht, ist für Seilbahnen Schweiz ein Problem der Nachbarstaaten. Wie Seilbahnen-Präsident und Ständerat Hans Wicki (FDP/NW) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte, ist die Kontrolle dieser Zertifikate nicht Sache der Schweizer Bahn- und Liftbetreiber.

Zertifikat für Fideriser Heuberge

Mindestens ein Schweizer Skigebiet hat bereits eine Zertifikatspflicht für die Wintersaison angekündigt: Die Fideriser Heuberge im Kanton Graubünden verlangen für alle Aktivitäten und Betriebe im gesamten Skigebiet ein Zertifikat. Damit erhalten dort nur Geimpfte, Genesene oder negativ auf das Coronavirus Getestete Einlass.

Der Seilbahnverband will sich zusammen mit dem Skischul-verband Swiss Snowsports an der nationalen Impfwoche vom 8. bis am 14. November beteiligen, wie er weiter mitteilte. Die Mitglieder ruft er auf, in den Destinationen Impfaktionen durchzuführen.

Im Rückblick auf den vergangenen Winter zeigte sich die Generalversammlung überzeugt, dass sie mit dem aufrechterhaltenen Betrieb der Bergbahnen der Schweizer Volkswirtschaft einen Schaden von rund 6 Milliarden Franken ersparte. Trotzdem wiegt ein durchschnittlicher Umsatzeinbruch von 24 Prozent für die Branche schwer. (cma/sda)

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