Schweiz
Zürich

ZH: Polizistin teilt Amtsgeheimnisse mit kriminellem Freund und Familie

Two officers of the Zurich police force on patrol in Zurich's old town Niederdorf, Switzerland, on September 29, 2016. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Eine Patrouille der Stadtpolizei Zuerich geht  ...
Eine Vorzeigepolizistin wird verurteilt wegen mehrfachem Verletzen des Amtsgeheimnisses. (Symbolbild)Bild: KEYSTONE

ZH: Polizistin teilt geheime Daten mit Freunden, Familie und kriminellem Schwarm

24.06.2026, 15:0824.06.2026, 16:16

Eine junge Zürcher Stadtpolizistin verletzte mehrfach ihr Amtsgeheimnis – nun wurde sie verurteilt. Sie nutzte behördliche Datenbanken, um Informationen für den privaten Gebrauch abzufragen. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, fungierte sie als Auskunftsbüro für Familie, Freunde und einen kriminellen Schwarm.

Alles beginnt 2022 in einer Tiefgarage in Engstringen. Durch das Abfragen von Kontrollschildern im Polizeisystem versucht die Frau herauszufinden, mit wem ihr damaliger Schwarm den Abend verbringt. Das Porträtbild aus dem Ausweisregister ihrer Konkurrentin schickt sie per WhatsApp einer Freundin. Es ist ihr erster dokumentierter Verstoss gegen das Amtsgeheimnis.

Eigentlich galt die junge Frau als Vorzeigepolizistin, schreibt der «Tages-Anzeiger». Sie wirkte vor der Kamera in einem Polizei-Werbevideo mit, unterstützte junge Polizei-Aspirantinnen und -Aspiranten als Gotte und engagierte sich als Schiessausbildnerin. Gleichzeitig verstiess sie selbst gegen das Gesetz.

Für Freunde suchte sie nach Daten von Ex-Partnern oder überprüfte den Zivilstand ihrer Schwärme. Ihrem Bruder lieferte sie das Porträtbild einer Autohalterin, durchleuchtete eine andere Person und reichte ihre Adresse nach. Nach einer erfolgreichen Razzia brüstete sie sich vor ihm mit einem Foto der Drogen und dem Hinweis: «40'000 Franken Crystal Meth sichergestellt». Für laufende Ermittlungen sei solch eine Information heikel, schreibt der «Tages-Anzeiger».

Später verliebte sie sich in einen Mann aus dem schwerkriminellen Milieu, der im Visier der Justiz stand. Laut Ermittlern wusste sie genau, auf wen sie sich einliess. So wurde er während der Beziehung wegen Drogendelikten und mehrfacher Vergewaltigung verurteilt. In derselben Zeit gewährte sie ihm auf dessen Nachfrage mehrfach Einblick in seine eigene Akte und in jene seiner Freunde.

Ende März 2025, über ein Jahr nach dem letzten dokumentierten Fall, wurde die Polizistin verhaftet. Laut Ermittlern handelte sie aus Gefälligkeit, nicht gegen Schmiergeld. Nun wurde die ehemalige Polizistin wegen mehrfacher Verletzung des Amtsgeheimnisses zu einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 100 Franken verurteilt. Sie muss eine Busse von 3800 Franken und 1600 Franken Verfahrenskosten bezahlen. Auch ihr Schwarm wurde wegen Anstiftung zur Verletzung des Amtsgeheimnisses verurteilt und kassierte ebenfalls eine Geldstrafe.

Als Polizistin wird die junge Frau nicht mehr arbeiten können. Stattdessen sei sie nun selbstständig in der privaten Sicherheitsbranche tätig, schreibt der «Tages-Anzeiger». (nil)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Xplain-Hack: Darknet-Leak betrifft Daten des Bundes
1 / 19
Xplain-Hack: Darknet-Leak betrifft Daten des Bundes
Selten hat eine Ransomware-Attacke hierzulande für so viel Aufsehen gesorgt: In der Bildstrecke erfährst du das Wichtigste zum Angriff auf die Schweizer Behörden-Software-Entwicklerin Xplain und wie die Betroffenen reagierten.
quelle: keystone / laurent gillieron
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Tierischer Banküberfall – Rehbock löst in USA Polizeieinsatz aus
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
56 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
ABWESEND
24.06.2026 15:25registriert September 2024
warum galt sie nur als Vorzeigepolizistin? ich meine sie ist eine richtige Vorzeigepolizistin, sie hat ja allen die gewünschten Informationen munter vorgezeigt.
14411
Melden
Zum Kommentar
avatar
Squawk 7700
24.06.2026 15:36registriert Mai 2025
Aber die Strafen... da habe ich einige Kollegen, die wegen weit weniger schlimmem Zeug viel mehr bezahlt haben. Und sie hat ja nicht nur einmal etwas nachgeschaut. Irgendwie scheint das ganze aber nur als eine Tat gewertet worden zu sein.
958
Melden
Zum Kommentar
avatar
xandi kohli
24.06.2026 15:46registriert Juni 2024
Es freut mich sehr, dass diese Person nun im Sicherheitsbereich arbeitet.
887
Melden
Zum Kommentar
56
Bei Streit in Bülach fallen Schüsse – Täterschaft flüchtig
In Bülach sind am späten Dienstagabend bei einem Streit Schüsse gefallen. Hinweise auf verletzte Personen gab es bisher nicht.
Zur Story