Tragödie im Zoo Zürich: Elefantenbaby kurz nach Geburt eingeschläfert
Im Zoo Zürich musste ein Elefantenbaby kurz nach seiner Geburt eingeschläfert werden. Dies geht aus einer Medienmitteilung des Zoos vom Mittwoch hervor.
Das männliche Jungtier sei am Montag, dem 1. Juni komplikationslos auf die Welt gekommen. Es war das bereits fünfte Kalb der 40-jährigen Elefantenkuh Indi. Jedoch sei es dem Jungtier nicht gelungen, wie es für Elefanten üblich sei, wenige Minuten nach der Geburt selbständig aufzustehen.
«Das männliche Jungtier von Elefantenkuh Indi und dem 21-jährigen Bullen Thai unternahm wiederholt kräftige Aufstehversuche, konnte seine Hinterbeine jedoch nicht ausreichend belasten, weshalb es auf dem Boden liegen blieb», so Zoodirektor Severin Dressen. Die Situation habe sich auch in den Stunden nach der Geburt nicht verbessert.
Die Tierärztinnen und -ärzte hätten alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Zuerst habe man die Mutter unter medikamentöser Beruhigung vom Jungbullen getrennt, um weitere Massnahmen zu ermöglichen. Doch auch diese brachten den gewünschten Erfolg nicht – das Kalb schaffte es nicht, selbständig aufzustehen und zu laufen.
Am Abend wurde die Mutter deshalb wieder zum Jungtier gelassen. Auch über Nacht klappte es nicht mit dem Aufstehen. Weil die Prognose keine Aussicht auf ein komplikationsfreies und lebensfähiges Aufwachsen des Kalbes zuliess, habe das Team sich im Sinne des Tierwohls dazu entschlossen, das Jungtier zu euthanasieren. Der Mutter wurde die Möglichkeit gegeben, sich vom Kalb zu verabschieden.
Nicht das erste tote Elefantenkalb
Es ist nicht das erste Mal, dass eine Elefantengeburt im Zoo Zürich in einer Tragödie endet. Seit der Eröffnung des Kaeng Krachan Elefantenparks 2014 wurden insgesamt acht Elefantenkälber geboren – davon verliefen nur vier Geburten erfolgreich.
Ein Kalb verstarb im Jahr 2020 kurz nach der Geburt an Kopfverletzungen, die vermutlich durch andere Elefanten der Gruppe verursacht wurden. Drei weitere Jungtiere in den Jahren 2020, 2023 und jetzt 2026 waren aufgrund unterschiedlicher Fehlentwicklungen oder mangelnder Vitalität nicht überlebensfähig. Solche pränatalen Störungen können bei allen Tierarten sowohl in Zoos als auch in wildlebenden Populationen auftreten und gehören zu den natürlichen Risiken der Fortpflanzung.
(cpf)
