Roms berühmtester «Priester» ist gar keiner – jetzt bekommt er Konkurrenz
Allerdings wird der Sizilianer mit Kurzhaarschnitt in einem Teil der Auflage erstmals von einem etwas moderneren Kollegen verdrängt: Der neue Mann in Schwarz hat blonde Locken, Drei-Tage-Bart und hält eine Katze im Arm.
Über die Identität des neuen Titelmanns schweigt sich der Hersteller des Kalenders, der Aima-Verlag aus Rom, aus – und auch darüber, ob er tatsächlich ein Geistlicher ist. So war das viele Jahre lang auch bei Galizia, obwohl der Italiener an so gut wie allen Kiosken und Souvenirgeschäften in der Nähe des Vatikans von den Auslagen herunter lächelt.
Die Kalender mit Monat für Monat einem anderen attraktiven Mann in Schwarz werden vor allem von Touristen gekauft. Vor einigen Jahren bestätigte sich, was viele vermutet hatten: Dass die meisten vermeintlichen Priester in Wahrheit keine sind.
Vermeintlicher Priester in Wahrheit ein Steward
Galizia arbeitet heute als Steward bei einer spanischen Billig-Fluglinie. Als die Aufnahme in Siziliens Hauptstadt Palermo entstand, war er erst 17 Jahre alt. Sein Lächeln erklärte er kürzlich in der Tageszeitung «La Repubblica» so: «Es war das Lächeln eines verlegenen Kindes. Denn ich sah, wie alle meine Freunde rundum laut gelacht haben, weil ich wie ein Priester angezogen war.»
In Rom ist das Werk als Kalender der «Preti Pin-Up» («Pin-Up-Priester») bekannt. Der Preis beträgt in der Regel weniger als zehn Euro. Seit vergangenem Jahr ist zudem ein ähnlicher Kalender auf dem Markt, der «Calendario Gregoriano» – ebenfalls mit zwölf attraktiven, aber nicht unbedingt echten Geistlichen. (sda/dpa)
