Mityukov verpasst trotz Schweizer Rekord die EM-Medaille – Ponti souverän im Final
Obwohl er seinen Schweizer Rekord mit 1:54,07 Minuten deutlich verbesserte, reichte es dem 26-jährigen Genfer Roman Mityukov im hochkarätigen Feld nur zum 4. Platz. Der fünf Jahre jüngere Thurgauer Flavio Bucca belegte in 1:56,20 den 8. Rang.
Mityukov schwamm 76 Hundertstel schneller als bei seinem alten Schweizer Rekord, sogar deren 78 schneller als bei seiner Olympia-Bronzemedaille vor zwei Jahren in Paris. Dies zeigt, wie enorm hoch das Niveau in diesem EM-Final war. So reichte es nicht zur sechsten Medaille des Genfers bei einer grossen Meisterschaft über seine Spezialdistanz.
Drei waren besser. Der ungarische Topfavorit Hubert Kos holte in 1:53,08 Gold, vor dem Griechen Apostolos Siskos und dem Italiener Thomas Cecco. Dieser war elf Hundertstel schneller als Mityukov.
Flavio Bucca konnte nicht mehr ganz an seinen Exploit vom Halbfinal (1:55,73) anknüpfen. Bereits die erstmalige Finalqualifikation war für den jungen Ostschweizer aber ein hervorragendes Resultat.
Ponti mit Bestzeit souverän in den Final
Noè Ponti lässt an der EM in Paris den Frust über die bittere Enttäuschung im Final über 50 m Delfin raus. Über die doppelte Distanz schwimmt der Tessiner im Halbfinal die klar beste Zeit.
Mit neuer Schwimmbrille, nachdem ihm die alte am Vorabend beim Eintauchen von der Nase gerutscht war und ihn im Final um die Medaille gebracht hatte, zeigte Ponti im 50-m-Becken in Paris eine eindrückliche Reaktion.
In 50,47 Sekunden schwamm der Olympia-Dritte von Tokio über 100 m Delfin die beste Zeit aller Vorläufe und so schnell wie noch nie in diesem Jahr, im Halbfinal steigerte er sich auf 50,21 und war damit erneut der Schnellste. «Ich wollte schnell schwimmen, um diese Negativität loszuwerden», sagte Ponti.
Auch seine grössten Rivalen sicherten sich souverän das Finalticket. Der Ungar Kristof Milak, Olympiasieger von Paris in dieser Disziplin und vor Ponti der schnellste Europäer in diesem Jahr, schwamm in 50,50 die zweitbeste Zeit, vor dem Franzosen Maxime Grousset (50,78). Letzterer war 2025 vor Ponti Weltmeister geworden. Gold auf der Langbahn fehlt dem Tessiner noch.
Weltrekord der Italienerin Curtis
Die Italienerin Sara Curtis sorgte für den ersten Weltrekord der Schwimm-EM in Paris. Die bis nächsten Mittwoch noch 19-Jährige unterbot über 50 m Rücken in 26,63 die bisherige Bestmarke der Australierin Kaylee McKeown aus dem Oktober 2023 um 23 Hundertstel. (riz/sda/apa)
