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Nur einer dieser drei NHL-Schweizer hat bislang restlos überzeugt. bild: imago, bearbeitung watson

Analyse

Überzeugende Rookies und grosse Enttäuschungen – so schlagen sich die NHL-Schweizer

Etwas mehr als die Hälfte der verkürzten Regular Season in der NHL ist vorbei. Zeit, um Bilanz zu ziehen und zu schauen, wie sich die Schweizer in der besten Eishockey-Liga der Welt bis jetzt geschlagen haben.



Roman Josi

30 Spiele, 4 Tore, 17 Assists

Wie die gesamte Mannschaft in Nashville zog Roman Josi einen schwachen Saisonstart ein. Seither hat er sich aber deutlich gesteigert und ist wieder auf dem Niveau, das ihm letztes Jahr die Auszeichnung zum besten Verteidiger der NHL eingebracht hat. Unlängst hat er den 434. Skorerpunkt seiner Karriere erzielt und damit zu Mark Streits Schweizer NHL-Rekord aufgeschlossen.

Josis Spiel zeichnet sich vor allem durch zwei Dinge aus. Erstens ist er unfassbar stark am Puck. Kein anderer Verteidiger in der NHL bringt die Scheibe auch nur annähernd so oft kontrolliert in die gegnerische Zone wie der Berner. Auch beim sicheren Verlassen der eigenen Zone ist Josi absolute Ligaspitze – wenn auch nicht ganz so dominant bei den Zone Entries.

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Je weiter oben rechts, desto besser ist der Spieler beim Betreten der gegnerischen Zone. Bild: Corey Sznajder

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Je weiter oben rechts, desto besser ist der Spieler beim Verlassen der eigenen Zone. Bild: Corey Sznajder

Zweitens schiesst Josi oft und gut. Pro 60 Minuten Eiszeit gibt der Schweizer 7,19 Schüsse ab, was der siebtbeste Wert aller Verteidiger in der Liga ist. Kein anderer Verteidiger hat aber eine vergleichbar gute Schussqualität. Josi kommt auf 0,34 Expected Goals pro 60 Minuten Eiszeit. Am nächsten kommen ihm Carolinas Dougie Hamilton und Tampa Bays Victor Hedman, die beide 0,31 Expected Goals pro 60 Minuten erreichen.

Verteidiger mit mehr als 200 Minuten Eiszeit.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 46 Punkte, davon 11 Tore.

Im März fiel Josi wegen einer Verletzung für zwei Wochen aus. In dieser Zeit hatten die Predators sieben Spiele. Ohne diese Zwangspause wäre er nur knapp unter unserer Prognose. So ist der Berner aktuell auf Kurs zu 7 Toren und insgesamt 35 Punkten.

Kevin Fiala

31 Spiele, 10 Tore, 8 Assists

Nach der bombastischen letzten Saison waren die Erwartungen an Kevin Fiala riesig. Bislang konnte sie der Ostschweizer aber nicht erfüllen. Mit zehn Toren und acht Assists ist er bislang nur der fünftbeste Skorer bei den Minnesota Wild. Von ihm wird sicherlich mehr erwartet.

Doch wo liegen die Unterschiede zum letzten Jahr? Hat er dort schlicht etwas über seinen Verhältnissen gespielt? Es scheint zumindest auf den ersten Blick so. Grundsätzlich spielt er nicht viel anders oder schlechter als im letzten Jahr. Er schiesst ähnlich oft, erzielt dabei aber etwas weniger regelmässig Tore. Die Schusseffizienz ist etwas tiefer und es fällt auf, dass er deutlich weniger Assists macht.

Haben seine Spielmacherqualitäten etwa gelitten? Kaum. Das Problem ist eher, dass ihm Kirill Kaprizov den Platz in der ersten Linie weggeschnappt hat und Fiala in dieser Saison darum kaum mehr konstante Linienpartner hatte. Zuletzt schien er mit Marcus Johansson aber eine gute Chemie entwickelt zu haben.

Krasser ist der Unterschied im Powerplay. Da war der Schweizer letztes Jahr deutlich produktiver. Da auch hier der Russe Kaprizov reingerutscht ist, hat Fiala eine neue Position. Er spielt jetzt auf der rechten Seite an der blauen Linie, statt näher beim Tor. Das Resultat: Fiala schiesst weniger Tore und macht deutlich weniger Assists als noch letzte Saison.

Über die ganze Saison ist sicher auch noch etwas Pech dabei. Fialas Schusseffizienz ist einige Prozentpunkte tiefer als letztes Jahr und auch die Expected Goals deuten darauf hin, dass der Flügelstürmer eigentlich bereits mehr Tore hätte erzielen müssen.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 48 Punkte, davon 21 Tore

Fiala hätte unserer Prognose nach der Schweizer Topskorer der laufenden Saison werden sollen. Davon ist er momentan ein gutes Stück entfernt. Fiala ist auf Kurs zu 18 Toren und insgesamt 34 Punkten.

Nico Hischier

5 Spiele, 2 Tore, 1 Assist

Nico Hischier ist der Pechvogel der laufenden NHL-Saison. Den Saisonstart verpasste er, weil er sich im Training in Bern einen Bruch des Wadenbeins zugezogen hatte. Als er endlich wieder zurück war, kassierte er im fünften Spiel einen Slapshot von Teamkollege P.K. Subban ins Gesicht. Nun muss der Walliser wegen einer Gehirnerschütterung und dem Bruch einer Nasennebenhöhle erneut pausieren. Mittlerweile kann der 22-Jährige wieder mehr trainieren. Ein Comeback sollte in den nächsten zwei Wochen erfolgen.

Hischier wird von Teamkollege P.K. Subban abgeschossen.

Trotzdem gab es für den jungen Stürmer in dieser Saison auch schon ein Highlight: Vor seinem ersten Saisonspiel wurde Hischier zum neuen Captain der New Jersey Devils ernannt. Zum Spiel auf dem Eis gibt es noch nicht besonders viel zu sagen. Die ersten zwei Spiele nach seinem Comeback hatte der Walliser noch etwas Mühe, dann fand er den Tritt, bis er sich erneut verletzte.

Das sagt der Experte:

Corey Masisak schreibt für «The Athletic» über die New Jersey Devils. In normalen Jahren begleitet er das Team überall hin.

«Hischier hat in dieser Saison nur fünf Spiele gespielt und eines davon wurde wegen der Verletzung noch verkürzt. In den ersten zwei Spielen schien er etwas frustriert, weil er nicht so gut war, wie man das von ihm gewohnt ist. Bis zu seiner Verletzung hat er sich dann aber gesteigert und wieder wie der alte ausgesehen. Wenn er bald zurückkehren kann, wie das die Devils angekündigt haben, hat er immer noch rund 20 Spiele, in denen er sein Talent zeigen kann.

In New Jersey macht sich niemand sorgen wegen Nicos Verletzungsanfälligkeit. Die letzte Verletzung – ein Puck wurde in sein Gesicht abgelenkt – aber auch diejenige zu Saisonstart waren einfach Pech.

Die Devils hatten einige erfahrene Optionen für das Captain-Amt. Aber die einzigen langfristigen Lösungen waren Jack Hughes oder Nico. Hughes ist noch nicht bereit für diese Verantwortung. Hischier war einer der Favoriten, seit der letzte Captain, Andy Greene, weggetradet wurde. NHL-Teams mögen es, wenn ihr Captain talentiert ist, aber auch extrem hart arbeitet. Diese Beschreibung trifft auf Hischier zu.»

Corey Masisak, «The Athletic»

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 39 Punkte, davon 14 Tore

Hischiers Verletzungen machten jede Prognose nichtig. Bleibt zu hoffen, dass der Center zum Saisonende nochmals ein Feuerwerk zünden kann.

Timo Meier

33 Spiele, 6 Tore, 15 Assists

Etwas Wichtiges fällt schon beim allerersten Blick auf: Timo Meier trifft kaum mehr. Der Flügelstürmer hatte in den letzten drei Saisons stets über 20 Tore erzielt, hat nun aber nur 6 Treffer auf dem Konto. Die Erwartungen bei den Sharks sind natürlich ganz andere.

Eine Erklärung für Meiers aktuelle Flaute findet sich in den Schusspositionen. 2018/19 bei seiner besten Saison im Sharks-Trikot kam der Appenzeller fast ausschliesslich zentral und nahe vor dem Tor zum Abschluss. Heuer schiesst Meier ähnlich viel wie vor zwei Jahren, allerdings aus deutlich schlechteren Positionen. Entsprechend sind seine Schusseffizienz und seine Expected Goals auch viel tiefer als damals.

Schusspositionen 2018/19:

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Bild: micah blake mccurdy/hockeyviz.com

Schusspositionen 2020/21:

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Bild: micah blake mccurdy/hockeyviz.com

Das sagt der Experte:

Kevin Kurz berichtet seit 2011 über die San Jose Sharks. Zuerst war er im Fernsehen tätig, seit einigen Jahren schreibt er für «The Athletic».

«Ich würde sagen Meiers Saison ist bislang unterdurchschnittlich. Er hatte einen sehr schwierigen Start, steigerte sich aber insbesondere im Februar. Trotzdem sollte er mehr als nur sechs Tore haben. Man erwartet von ihm, dass er Tore schiesst und das ist ihm bislang nicht annähernd gut gelungen. Mit der aktuellen Pace würde er in 82 Spielen auf 15 Tore kommen – er sollte doppelt so viele haben.

Meiers Problem ist die Konstanz. Sein Einsatz war an einigen Abenden fragwürdig. Er müsste die Art von Spieler sein, der das Spiel beeinflusst, auch wenn er einmal nicht skort, beispielsweise indem er physische Präsenz markiert. Da war von ihm bislang zu wenig zu sehen.»

Kevin Kurz, «The Athletic»

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 43 Punkte, davon 20 Tore.

Auch Meier ist derzeit weit davon entfernt, unsere Prognose zu erfüllen. Aktuell ist der Appenzeller auf Kurs zu 10 Toren und insgesamt 35 Punkten.

Nino Niederreiter

34 Spiele, 14 Tore, 8 Assists

Eine der grossen positiven Überraschungen in dieser Saison ist Nino Niederreiter. Der Churer hat in 34 Spielen bereits mehr Tore erzielt als in der gesamten letzten Saison. Der Flügelstürmer schiesst wieder mehr, er schiesst besser und ist so im starken Team der Carolina Hurricanes wieder zum Leistungsträger geworden. Nur Vincent Trocheck kommt bei den «Canes» zu mehr Torchancen als Niederreiter.

Ein anderer Fakt ist für den 28-jährigen Schweizer und sein Team aber noch fast wichtiger: Niederreiter ist an beiden Enden des Spielfelds wieder äusserst wertvoll.

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Niederreiters Einfluss aufs Spiel über die letzten vier Saisons. 2020/21 hatten die Hurricanes mit dem Schweizer auf dem Eis in der offensiven Zone 5,8 % mehr Expected Goals als Ligadurchschnitt und in der eigenen Zone 9,1 % weniger Expected Goals gegen sich. Das ist sehr gut. Bild: micah blake mccurdy/hockeyviz.com

2018/19 schwächelte Niederreiter in der eigenen Zone. 2019/20 steigerte er sich dort, doch dann verpuffte seine Wirkung im Angriff. Nun schafft er es wieder in bester «Nino-Manier», das Spielgeschehen vom eigenen Tor wegzuhalten und ins gegnerischen Drittel zu drücken.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 29 Punkte, davon 12 Tore.

Unsere Torprognose hat Niederreiter bereits übertroffen. Mit der aktuellen Pace kommt der Churer Ende Saison auf 23 Tore und insgesamt 36 Punkte.

Pius Suter

37 Spiele, 11 Tore, 7 Assists

Gleich noch eine positive Überraschung. Pius Suter hat sich in seiner ersten NHL-Saison bei den Chicago Blackhawks gleich durchgesetzt – und wie. Der Zürcher profitierte zu Saisonbeginn von den verletzungsbedingten Absenzen der Center Jonathan Toews und Kirby Dach. So durfte Suter bald einmal in der ersten Linie zwischen den Stars Patrick Kane und Alex DeBrincat spielen, wo er sich bewährt hat.

Ein Highlight war natürlich, dass er in seinem sechsten NHL-Spiel nicht nur das erste Tor, sondern gleich einen Hattrick erzielte. Doch Suter überzeugt mit mehr als nur Skorerpunkten. Der Center glänzt mit seinem kompletten Spiel und ist überall einsatzfähig. Egal ob in der Offensive oder in der Defensive, ob in Überzahl oder im Penalty Killing – Suter beeinflusst das Spiel auf eine positive Art und Weise.

Was sind WAR und GAR?

Wins Above Replacement (WAR), Goals Above Replacement (GAR) und Standing Points Above Replacement (SPAR) sind in den Analytics wichtige Kennzahlen bei der Spielerbeurteilung. Sie berechnen, wie viele Siege, Tore oder Punkte in der Tabelle ein Spieler seinem Team im Vergleich zu einem Replacement-Level-Spieler (ein auf seiner Position durchschnittlicher Spieler, der für ein Team immer zu finden ist und meist nur knapp über dem Ligaminimum verdient) bringt. Dabei fliessen das Offensiv- und Defensivspiel bei 5gegen5, die Rolle und der Einfluss in den Special Teams und auch die Strafenbilanz in die Bewertung.

Schaut man sich nämlich die «Expected Goals Above Replacement» an, gehört Suter zu den besten 50 Stürmern der Liga. Demnach hat der Schweizer den Blackhawks im Vergleich mit einem Replacement-Level-Spieler schon 7,1 zusätzliche Tore gebracht. Das sind in der Tabelle 2,3 Punkte. Das ist teamintern in Chicago Platz 2 (hinter DeBrincat und vor Kane, dem das schwache Defensivspiel hier zum Verhängnis wird). In der Liga reicht das für Platz 41, noch vor NHL-Grössen wie Sidney Crosby oder Mitch Marner.

Das sagt der Experte:

Scott Powers verfolgt die Chicago Blackhawks schon über 15 Jahre für diverse Zeitungen. Seit einigen Jahren schreibt er für «The Athletic».

«Ich würde Suter für seine bisherige Saison die Note 5 geben. Ich hatte vor der Saison einige aufgezeichnete Spiele von Suter gesehen und war mir nicht sicher, wie er sein Spiel in Nordamerika entfalten kann. Bislang gelingt es ihm aber, hier ähnlich zu spielen wie in der Schweiz. Weil Jonathan Toews und Kirby Dach verletzt ausfallen, hat er sofort eine Top-6-Rolle erhalten. Es gab einige Hochs und Tiefs, wie es in einer Rookie-Saison normal ist. Aber wenn er sich weiterhin so gut anpasst und bei den Bullys noch zulegen kann, wird Suter für die Blackhawks noch lange ein guter Spieler sein.»

Scott Powers, «The Athletic»

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 16 Punkte, davon 7 Tore.

Wir haben Suter klar unterschätzt. Er hat bereits mehr Tore und Assists gesammelt, als wir ihm das vor der Saison zugetraut hätten.

Philipp Kurashev

36 Spiele, 7 Tore 5 Assists

Nachdem er zuerst ein paar Spiele zuschauen musste, hat Philipp Kurashev in seiner ersten NHL-Saison losgelegt wie die Feuerwehr. Bald hatte er die ersten Tore und Assists auf dem Konto. Seither ist er wieder etwas abgekühlt, hat nun mittlerweile fünf Spiele nicht mehr geskort und ist in die vierte Linie abgerutscht.

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Philipp Kurashev lässt seine Klasse aufblitzen. Video: YouTube/SPORTSNET

Dennoch hat Kurashev viele Beobachter überrascht, dass er jetzt schon bereit ist für die NHL. Noch ist er aber nicht besonders konstant und die Analytics sind nicht vorteilhaft – Kurashev lässt noch zu viele Schüsse und Tore zu. Mit Kurashev auf dem Eis kassieren die Blackhawks 3,29 Gegentore pro 60 Minuten. Das ist gemeinsam mit Mattias Janmark der schlechteste Wert der Mannschaft. Aber er ist auch noch jung und wird schnell dazulernen.

Das sagt der Experte:

Scott Powers verfolgt die Chicago Blackhawks schon über 15 Jahre für diverse Zeitungen. Seit einigen Jahren schreibt er für «The Athletic».

«Kurashev würde ich wohl auch knapp die Note 5 geben. Ich habe ihn bei den Junioren und auch das letzte Jahr in der AHL verfolgt und wusste, dass er viel Talent hat. Aber ich habe nicht erwartet, dass er sich so schnell in der NHL durchsetzen kann. Er hat sich gut angepasst und spielt mit mehr Intensität. Auch Kurashev ist nicht immer konstant, was bei einem Rookie normal ist, aber er hat die Erwartungen der Blackhawks bislang wohl übertroffen. Er produziert Tore und Assist und ist zudem ein verlässlicher Zweiwegspieler. Er wird immer besser und dürfte in seinem Alter noch eine lange Zukunft haben in Chicago.»

Scott Powers, «The Athletic»

watson-Prognose vor dem Saisonstart: Startet die Saison als überzähliger Stürmer, kommt im Laufe des Jahres zu ersten NHL-Einsätzen.

Auch Kurashev hat unsere Erwartungen übertroffen. Wie Suter profitierte er von den Absenzen bei den Blackhawks und hat sich mittlerweile als Stammkraft festgesetzt.

Gaëtan Haas

22 Spiele, 2 Tore, 1 Assist

Gaëtan Haas erlebte einen schwierigen Saisonstart. Zuerst infizierte sich der Romands mit dem Coronavirus und fiel rund drei Wochen aus. Als er Ende Januar endlich spielen durfte, zog er sich im zweiten Spiel erneut eine Blessur zu und fehlte weitere zwei Wochen.

Edmonton Oilers' Gaetan Haas, left, celebrates his goal with teammate Alex Chiasson (39) against the Calgary Flames during the second period of an NHL hockey game, Friday, Feb. 19, 2021 in Calgary, Alberta. (Todd Korol/The Canadian Press via AP)

Seltenes Ereignis: Gaëtan Haas jubelt über ein Tor. Bild: keystone

In der Saisonvorschau befürchteten wir zudem, dass Haas aufgrund den getätigten Verstärkungen in Edmonton kaum mehr zum Einsatz kommen würde. Doch der Center setzte sich trotzdem wieder durch, weil er einfach derart verlässlich spielt. Der 29-Jährige wird in der NHL offensiv nie grosse Stricke zerreissen, aber in seiner limitierten Rolle (10 bis 12 Minuten pro Spiel) ist Haas ein ausgezeichneter Defensivstürmer. Oder anders formuliert: Wenn Haas auf dem Eis steht, passiert nichts. Nicht nach vorne, aber auch nicht vor dem eigenen Tor.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: kommt in Edmonton nur noch vereinzelt zum Einsatz.

Entgegen unseren Erwartungen hat sich Haas in Edmonton gegen vermeintlich stärkere Konkurrenz durchgesetzt und ist weiterhin Stammspieler.

Dean Kukan

26 Spiele, 3 Tore, 3 Assists

Der seltsame Fall des Dean Kukan. Wieder einmal hat der Schweizer Verteidiger es verpasst, sich in Columbus als Stammspieler zu etablieren. Der Zürcher startete die Saison im dritten Verteidigungspaar und wusste zu überzeugen. Dann leistete er sich in einem Spiel am 15. Februar einen (!) Fehlpass und wurde von Trainer John Tortorella für fast einen Monat auf die Tribüne verbannt.

Erst am 11. März durfte er wieder einmal spielen. Sein Selbstvertrauen schien nach der langen Pause etwas angeknackst, sodass Kukan einige Spiele brauchte. Doch grundsätzlich ist und bleibt der 27-Jährige der beste Defensivverteidiger seiner Mannschaft. Kein anderer Verteidiger lässt so wenige Schussversuche zu. Ähnlich wie Gaëtan Haas ist Kukan nach vorne aber relativ wirkungslos und deshalb ein einfacher Sündenbock, wenn es mal nicht läuft.

Das sagt der Experte:

Aaron Portzline ist schon über 30 Jahre Sportjournalist. Seit einigen Jahren schreibt er für «The Athletic» ausschliesslich über die Columbus Blue Jackets.

«Kukans Saison war bis jetzt so so lala. Er hat nur etwas die Hälfte der Spiele absolviert und steht pro Nacht rund 13 Minuten auf dem Eis. Er spielt im dritten Verteidigungspaar mit Michael Del Zotto. Er könnte sicher noch besser spielen, aber das trifft auf fast jeden Spieler bei den Blue Jackets zu. Kukans Problem ist, dass die Top-4-Verteidiger in Columbus gesetzt sind, es gibt für ihn kaum Chancen, mehr Eiszeit zu erhalten.

Kukan fiel dieses Jahr wie viele andere Spieler auch schon in Ungnade bei Trainer John Tortorella. Andere haben allerdings auch wesentlich grössere Fehler begangen. Es sieht mehr und mehr so aus, als wäre Tortorella nächste Saison nicht mehr da und David Savard wird vielleicht an der Trade-Deadline abgegeben. Das könnte Möglichkeiten für Kukan eröffnen. Die nächste Saison wird für ihn sehr wichtig.»

Aaron Portzline, «The Athletic»

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 9 Punkte, davon 1 Tor.

Kukan ist trotz der langen Pause einigermassen auf Kurs zu unserer Prognose

Jonas Siegenthaler

7 Spiele, 0 Tore, 0 Assists

Jonas Siegenthaler hat bei den Washington Capitals den erwartet schweren Stand. Nach dem Zuzug von Zdeno Chara bleibt dem Zürcher in den meisten Spielen nur noch die Rolle des siebten Verteidigers, was gleichbedeutend ist mit dem Platz auf der Tribüne. In der laufenden Saison hat er nur sieben Spiele absolviert. Zu wenig für eine ernsthafte Bewertung.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: nur sporadische Einsätze bei den Capitals

Mit dieser Prognose haben wir den Nagel auf den Kopf getroffen.

Luca Sbisa

1 Spiel, 0 Tore, 0 Assists

Das Pech des Luca Sbisa: Die Winnipeg Jets setzen ihn Anfang Saison auf die Waiver-Liste. Dort krallen ihn sich die Nashville Predators. Doch gleich im ersten Spiel nach der obligatorischen Quarantäne verletzt sich der Zuger. Was genau das Problem ist, weiss man nicht. Doch er hat bis heute nicht mehr gespielt.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: Kommt in Winnipeg zu Einsätzen, wenn es Verletzte oder Covid-bedingte Absenzen gibt.

So wie es aussieht, wäre er in Nashville (statt Winnipeg) regelmässig zum Einsatz gekommen. Nur die Verletzung verhinderte das.

Gilles Senn

0 Spiele

Gilles Senn pendelt zwischen der AHL und der Taxi Squad der New Jersey Devils hin und her. In der AHL sehen seine Zahlen bislang nicht berauschend aus: 7 Spiele, nur ein Sieg und einen Schnitt von 4,01 Gegentoren pro Partie. Wie Journalist Mike Ashmore auf Twitter schreibt, seien Senns Leistungen aber besser gewesen, als es die Statistiken vermuten lassen.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: Spielt einen grossen Teil der Saison in der AHL. Einzelne NHL-Einsätze sind aber möglich.

Auf die einzelnen NHL-Einsatz warten wir noch. Sonst trifft diese Prognose ins Schwarze.

Yannick Weber

2 Spiele, 0 Tore, 0 Assists

Die Pittsburgh Penguins verpflichteten Yannick Weber, als bei ihnen mehrere Verteidiger verletzt fehlten. Der Berner absolvierte zwei Spiele und ist seither Teil der Taxi-Squad. Zu wenig für eine Beurteilung.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: keine.

Da Yannick Weber vor der Saison noch keinen Vertrag hatte, haben wir auch keine Prognose aufgestellt.

Sven Bärtschi

0 Spiele, 0 Tore, 0 Assists

Sven Bärtschi scheint bei den Vancouver Canucks wirklich gar keine Rolle mehr zu spielen. Obwohl die Kanadier einiges an Verletzungspech beklagen, wurde der Berner noch nicht in die NHL-Mannschaft zurückgeholt. In der AHL hat er nach neun Spielen zwei Tore und vier Assists auf dem Konto.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: Kommt zu vereinzelten Einsätzen in der NHL

Aktuell sieht es nicht so aus, dass Bärtschi noch einmal in der NHL spielt. Zumindest nicht bei Vancouver.

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