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Punktrichter ermöglichen russische Goldmedaille im Boxen – Rio hat sein erstes Skandal-Urteil

2016 Rio Olympics - Boxing - Final - Men's Heavy (91kg) Final Bout 220 - Riocentro - Pavilion 6 - Rio de Janeiro, Brazil - 15/08/2016. Evgeny Tishchenko (RUS) of Russia reacts after winning his b ...
Da staunt der Kasache Wassili Lewit nicht schlecht: Völlig überraschend wird der Russe Jewgeni Tischtschenko zum Olympiasieger gekürt.Bild: PETER CZIBORRA/REUTERS

Punktrichter ermöglichen russische Goldmedaille im Boxen – Rio hat sein erstes Skandal-Urteil

Jewgeni Tischtschenko ist soeben Olympiasieger im Boxen geworden, dennoch pfeift ihn das Publikum gnadenlos aus. Denn: Der Russe war der klar schlechtere Kämpfer. Für Aufsehen sorgt auch eine Aussage der russischen Whistleblowerin Julia Stepanowa, die um ihr Leben fürchtet.
16.08.2016, 03:3516.08.2016, 08:02

Erstes Skandal-Urteil der Punktrichter in Rio de Janeiro in einem Kampf um Olympia-Gold: Der Russe Jewgeni Tischtschenko wird im Final bis 91 kg als einstimmiger Punktsieger ausgerufen (3:0).

Und dies, obschon er vom Kasachen Wassili Lewit über alle drei Runden komplett dominiert wurde und nur knapp einem Niederschlag entgangen war.

Jewgeni Tischtschenko wird zum Sieger ausgerufen.streamable
Buhrufe bei der Siegerehrung.streamable

Sogar die russische Ecke hatte Lewit nach dem Kampf zum Sieg gratuliert. Die drei Punktrichter stammten aus Algerien, Irland und Kolumbien. Bei der Siegerehrung wurde Tischtschenko von den Zuschauern gnadenlos ausgepfiffen, während Lewit wie ein Goldmedaillengewinner bejubelt wurde.

Bereits seit längerem wurde befürchtet, dass bei den Box-Wettkämpfen nicht alles mit rechten Dingen zu und her gehen könne. Die Ringrichter werden beschuldigt, in eine Korruptionsaffäre verwickelt zu sein. 

epa05488384 Evgeny Tishchenko of Russia (red) and Vassiliy Levit of Kazakhstan in action during the men's Heavy 91kg final bout of the Rio 2016 Olympic Games Boxing events at the Riocentro in Rio ...
Musste ordentlich einstecken: Olympiasieger Jewgeni Tischtschenko.Bild: VALDRIN XHEMAJ/EPA/KEYSTONE

Doping-Kronzeugin Stepanowa fürchtet um ihr Leben

Die russische Doping-Kronzeugin Julia Stepanowa fürchtet nach einem Hacker-Angriff auf ihr elektronisches Athletenkonto bei der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) um ihr Leben. «Wenn uns etwas passiert, müssen Sie wissen, dass das kein Unfall war», erklärte die 800-Meter-Läuferin in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Vor sechs Monaten etwa seien zwei frühere Funktionäre der russischen Anti-Doping-Agentur (RUSADA) ermordet worden, berichtete Stepanowa. Nach ihren Enthüllungen über systematisches Doping in der russischen Leichtathletik hält sich die «Whistleblowerin» mit ihrem Mann Witali, einem ehemaligen RUSADA-Angestellten, an einem unbekannten Ort in den USA auf.

FILE - In this July 6, 2015 file photo Russian doping whistleblower Yuliya Stepanova, who ran under a neutral flag, leaves the track after suffering an injury in a women's 800m heat during the Eu ...
Hält sich an einem unbekannten Ort in den USA auf: Whistleblowerin Julia Stepanowa. Bild: Geert Vanden Wijngaert/AP/KEYSTONE

Vergangene Woche hatte sich ein Unbefugter mit Stepanowas Passwort ins Athleten-Meldesystem (ADAMS) der WADA eingeloggt. Der virtuelle Eindringling konnte so unter anderem Details zum Aufenthaltsort der 30-Jährigen erfahren. Stepanowas Aussagen hatten massgeblich zu Russlands Ausschluss von den Leichtathletik-Bewerben der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro beigetragen. Dennoch verweigerte ihr das IOC das Startrecht, weil sie bereits einmal eine Dopingsperre abgesessen hat. (cma/sda/apa/afp)

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