Sport
Eishockey

Die Schweizer Eishockeynationalmannschaft verliert gegen Finnland

240208 Marc Marchon of Switzerland Scores during the Beijer Hockey Games between Finland and Switzerland on February 8, 2024 in Karlskoga . Photo: Jeanette Dahlstr
Für die Schweiz ist es die siebte Niederlage im siebten Länderspiel.Bild: www.imago-images.de

Schweiz scheitert gegen Finnland trotz Traumstart an der Chancenauswertung

Siebtes Länderspiel der Saison, siebte Niederlage: Trotz einem Traumstart verliert die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft bei der Euro Hockey Tour in Schweden gegen Finnland 2:4.
09.02.2024, 06:3309.02.2024, 06:33

Besser hätte es für das unerfahrene Team von Patrick Fischer in Karlskoga nicht losgehen können. Nur 86 Sekunden dauerte es bis zur Schweizer Führung - und es waren die Neuen, die den Löwenanteil hatten. Die Debütanten Tino Kessler und Théo Rochette eroberten im Forechecking den Puck, der Lausanner Rochette passte in die Mitte zu Thierry Bader, und der Berner schloss kaltblütig ab. Es war der Auftakt zu einem respektablen, aber am Ende zu wenig effizienten Schweizer Auftritt.

Die Führung war nach einem regelrechten Startfurioso verdient, 40 Minuten waren die Rotweissen klar das bessere Team. Die Finnen, die wie die Schweizer so kurz vor den Playoffs auf einige arrivierte Spieler verzichten mussten, waren aber zielstrebiger und effektiver. Fast genau zur Spielmitte glich Eemil Erholtz nach einem Konter aus.

Finnland viel effizienter

Im Schlussdrittel rächte sich die mangelhafte Chancenauswertung. Plötzlich wankte auch die Schweizer Defensive, zwischen der 48. und der 55. Minute trafen die Finnen gleich dreimal. Mit dem 2:3 brachte der Klotener Marc Marchon, ein weiterer Länderspiel-Neuling, nochmals Spannung rein, auf das 2:4 nur 66 Sekunden später gab es keine Reaktion mehr. Der 20-jährige Niko Huuhtanen stocherte energisch nach und stellte die Entschlossenheit unter Beweis, die den Schweizern fehlte.

Marchon hatte vor seinem Treffer zu den grössten Sündern bei der Chancenauswertung gehört, auch Sven Senteler scheiterte kurz vor der zweiten Pause innert Sekunden am Pfosten und am starken Emil Larmi. Der Finne gewann das Goalieduell gegen Joren van Pottelberghe klar (26:19 abgewehrte Schüsse). Allerdings sorgten die Nordländer auch wesentlich effektiver für Verkehr vor dem Tor.

Eine verpasste Chance

Das stellte auch der Schweizer Verteidiger Andrea Glauser in der Analyse beim Fernsehen SRF fest. «Die Gegentore regen mich auf», ärgerte sich der Freiburger in Lausanner Diensten. «Das erste Drittel war super. Wir waren die bessere Mannschaft, und die Finnen wären heute schlagbar gewesen.»

Das dürfte auch der Nationalcoach Patrick Fischer als positiven Aspekt herausziehen. Sein Team mit fünf Debütanten und nur sieben Spielern mit WM-Erfahrung hielt gut mit. Gerade einige der Neulinge wie Théo Rochette gaben eine viel versprechende Visitenkarte ab. «Es war ein schönes Erlebnis», hielt der 19-jährige Lausanner fest. «Aber wir müssen konstanter werden.»

Die Bilanz der Schweizer in dieser Saison bleibt verheerend. Gegen Finnland gab es die dritte Niederlage nach einer 0:4-Klatsche im November in Tampere und einem 3:4 nach Verlängerung im Dezember in Zürich. In sieben Partien der Euro Hockey Tour gingen die Schweizer zum siebten Mal als Verlierer vom Eis. Diese Woche in Schweden haben sie noch zwei Chancen auf den ersten Sieg, am Samstag gegen den Gastgeber und am Sonntag gegen Tschechien.

Finnland - Schweiz 4:2 (0:1, 1:0, 3:1)
Karlskoga.
2585 Zuschauer.
SR Lundgren/Holm (SWE), Jonsson/Yletyinen (SWE).
Tore: 2. Bader (Rochette, Kessler) 0:1. 30. Erholtz (Hyry) 1:1. 48. Jääskä (Kemiläinen, Vittasmäki) 2:1. 53. (52:16) Kaski (Sund, Puistola) 3:1. 54. (53:40) Marchon (Glauser) 3:2. 55. (54:46) Huuhtanen (Puistola) 4:2.
Strafen: je 2 mal 2 Minuten.
Finnland: Larmi; Kemiläinen, Vittasmäki; Kaski, Sund; Friman, Reunanen; Mattila, Rissanen; Repo, Suomela, Suomi; Huuhtanen, Borgström, Puistola; Nurmi, Björninen, Ranta; Erholtz, Hyry, Jääskä; Oliver Kapanen.
Schweiz: Van Pottelberghe; Kreis, Glauser; Jung, Jecker; Frick, Fora; Stadler, Wüthrich; Hofmann, Senteler, Moy; Bader, Rochette, Kessler; Scherwey, Heim, Marc Marchon; Zehnder, Schmid, Simic; Julian Schmutz.
Bemerkungen: Schweiz ohne Biasca (leicht angeschlagen), Hughes (überzählig) und Charlin (Ersatzgoalie), Finnland ohne Luoto (überzählig). Länderspiel-Debüt von Jecker, Wüthrich, Rochette, Kessler und Marchon. Pfostenschuss Senteler (40.). Schweiz von 57:55 bis 58:40 und ab 59:08 ohne Goalie.
Schüsse: Finnland 23 (3-10-10); Schweiz 28 (11-7-10).
Powerplay-Ausbeute: Finnland 0/2, Schweiz 0/2.

(sda)(kat/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Der 1000er-Klub des Schweizer Eishockeys
1 / 21
Der 1000er-Klub des Schweizer Eishockeys

Bislang 18 Eishockeyspieler (Stand: 24.9.2025) schafften es auf 1000 oder mehr Spiele in der höchsten Schweizer Spielklasse. Das sind sie:

Auf Facebook teilenAuf X teilen
Freddy Nocks bewegtes Leben: Diese Momente bleiben für immer
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Odermatt verärgert Österreichs Skifans
Marco Odermatt ist in der am Sonntag beginnenden Weltcupsaison erneut der Gejagte. Dabei jagt der fünffache Gesamtweltcupsieger selber Rekord um Rekord. In Sölden winkt bereits die nächste Bestmarke.
«Die grosse Kugel führt letztlich nur über mich» – Ausrufezeichen. Die Schlagzeile in der «Kronen Zeitung» rund zwei Wochen vor dem Saisonstart schlägt in unserem östlichen Nachbarland hohe Wellen. Zumindest, wenn man sich die Kommentarspalte des Onlineartikels vergegenwärtigt. Grundtenor: Marco Odermatts Aussage sei «überheblich». Dabei ist sie vor allem eines: zutreffend.
Zur Story