Gottéron-Fans sind stinksauer auf ihren Klub – und zeigen das deutlich
Übersetzung
Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.
Eigentlich könnte man meinen, bei Fribourg-Gottéron sei nach dem ersten Meistertitel in diesem Frühling alles bestens. Zumal die Drachen ordentlich in die Saison gestartet sind: Mit acht Punkten aus sechs Spielen liegen sie auf Rang vier. Doch dem ist nicht so.
Am Samstag wurden während des Heimspiels gegen Langnau (4:3-Sieg nach Verlängerung) in der Kop Nord, der Heimat der Freiburger Ultras, drei gegen die Klubführung gerichtete Transparente gezeigt. Auf dem Foto, das der Instagram-Account «fr_gotteronfans» veröffentlichte, steht:
Die Transparente beziehen sich auf drei jüngste Entscheidungen der Gottéron-Verantwortlichen, die bei den Fans für besonders viel Unmut gesorgt haben. Die erste? Die Erhöhung der Abopreise in allen Sektoren der Eishalle. Es ist die erste seit sechs Jahren.
Einige sahen darin den Versuch des Klubs, aus dem aktuellen Erfolg Kapital zu schlagen. Gottéron-Geschäftsführer John Gobbi wies diesen Vorwurf in den Medien jedoch zurück. «Die Entscheidung ist strategisch. Sie wurde vor dem Titel, vor den Playoffs getroffen», erklärte er. Der CEO der Drachen begründete die Erhöhung mit dem besonderen «Erlebnis», das die Zuschauer bei einem Spiel in der BCF Arena hätten:
Offenbar braucht es ein noch besseres Erlebnis, damit alle Fans diese Preiserhöhung verdauen können …
Dann ist da der Fotograf. Adrien Perritaz, der seit vielen Jahren mit dem Klub verbunden ist, gab am Freitag auf Instagram bekannt:
Er ergänzte:
Adrien Perritaz, selbst ein grosser Fan des Klubs, erhielt unter seinem Beitrag zahlreiche unterstützende Kommentare – darunter auch einen von Gottéron-Spieler Christoph Bertschy.
Und schliesslich ist da noch der Gästesektor der BCF Arena. Er wurde diesen Sommer verkleinert, sodass in dem verglasten Bereich nur noch 220 Fans Platz finden. Auf der dadurch frei gewordenen Fläche wurden Sitzplätze eingerichtet. Auch hier lässt sich eine wirtschaftliche Entscheidung vermuten: Sitzplätze bringen mehr Einnahmen als Stehplätze.
Während der Umbauarbeiten veröffentlichte der Instagram-Account «fr_gotteronfans» Fotos des neuen Sektors. Dazu schrieb er:
Seither ist der besagte Gästesektor in den sozialen Medien zum Gespött geworden. Zahlreiche Gottéron-Fans – und Anhänger anderer Teams – empören sich über seine geringe Grösse.
Die Transparente der Kop Nord erinnerten am Samstag noch einmal an den Unmut des Freiburger Publikums über diese drei jüngsten Entscheidungen. Offen bleibt, wie der Klub damit umgehen wird.
