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Gottéron-Fans sind stinksauer auf ihren Klub – und zeigen das deutlich

Der Kop Nord von Fribourg-Gottéron hat mit Transparenten jüngste Entscheidungen des Klubs kritisiert.
Der Kop Nord von Fribourg-Gottéron hat mit Transparenten jüngste Entscheidungen des Klubs kritisiert.image: watson

Gottéron-Fans sind stinksauer auf ihren Klub – und zeigen das deutlich

Der Kop Nord, die Ultras von Fribourg-Gottéron, hat am Samstag beim Sieg gegen Langnau Transparente mit einer deutlichen Botschaft an die Klubführung gezeigt.
28.09.2026, 10:4228.09.2026, 10:44
Yoann Graber
Yoann Graber
Übersetzung

Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.

Eigentlich könnte man meinen, bei Fribourg-Gottéron sei nach dem ersten Meistertitel in diesem Frühling alles bestens. Zumal die Drachen ordentlich in die Saison gestartet sind: Mit acht Punkten aus sechs Spielen liegen sie auf Rang vier. Doch dem ist nicht so.

Am Samstag wurden während des Heimspiels gegen Langnau (4:3-Sieg nach Verlängerung) in der Kop Nord, der Heimat der Freiburger Ultras, drei gegen die Klubführung gerichtete Transparente gezeigt. Auf dem Foto, das der Instagram-Account «fr_gotteronfans» veröffentlichte, steht:

«Gästesektor, Fotograf, Abo»
«Schweizer Meister auf dem Eis»
«Meister der Lächerlichkeit hinter den Kulissen!»
Die Transparente, die am Samstagabend im Kop Nord von Fribourg-Gottéron gezeigt wurden.
Die Transparente, die am Samstagabend im Kop Nord von Fribourg-Gottéron gezeigt wurden.image: instagram

Die Transparente beziehen sich auf drei jüngste Entscheidungen der Gottéron-Verantwortlichen, die bei den Fans für besonders viel Unmut gesorgt haben. Die erste? Die Erhöhung der Abopreise in allen Sektoren der Eishalle. Es ist die erste seit sechs Jahren.

Einige sahen darin den Versuch des Klubs, aus dem aktuellen Erfolg Kapital zu schlagen. Gottéron-Geschäftsführer John Gobbi wies diesen Vorwurf in den Medien jedoch zurück. «Die Entscheidung ist strategisch. Sie wurde vor dem Titel, vor den Playoffs getroffen», erklärte er. Der CEO der Drachen begründete die Erhöhung mit dem besonderen «Erlebnis», das die Zuschauer bei einem Spiel in der BCF Arena hätten:

«Es [das Erlebnis] ist anders als in anderen Stadien. Unser Angebot gehört zu den besten.»

Offenbar braucht es ein noch besseres Erlebnis, damit alle Fans diese Preiserhöhung verdauen können …

Dann ist da der Fotograf. Adrien Perritaz, der seit vielen Jahren mit dem Klub verbunden ist, gab am Freitag auf Instagram bekannt:

«Ich habe erfahren, dass ich nicht mehr Fotograf des HC Fribourg-Gottéron sein werde. Nach zwölf Saisons, in denen ich unser Team fotografiert habe, endet mein Abenteuer hier.»

Er ergänzte:

«Diese Entscheidung lag nicht bei mir. Ich bin traurig und enttäuscht, dass es so endet. Ich hätte sehr gerne weitergemacht (...)»

Adrien Perritaz, selbst ein grosser Fan des Klubs, erhielt unter seinem Beitrag zahlreiche unterstützende Kommentare – darunter auch einen von Gottéron-Spieler Christoph Bertschy.

Und schliesslich ist da noch der Gästesektor der BCF Arena. Er wurde diesen Sommer verkleinert, sodass in dem verglasten Bereich nur noch 220 Fans Platz finden. Auf der dadurch frei gewordenen Fläche wurden Sitzplätze eingerichtet. Auch hier lässt sich eine wirtschaftliche Entscheidung vermuten: Sitzplätze bringen mehr Einnahmen als Stehplätze.

Während der Umbauarbeiten veröffentlichte der Instagram-Account «fr_gotteronfans» Fotos des neuen Sektors. Dazu schrieb er:

«Hier ein Eindruck unseres winzigen neuen Gästesektors. Unserem Status absolut nicht würdig – genauso wenig wie den unzähligen Videos und Aussagen, in denen die Stimmung und die grosse Freiburg-Präsenz gelobt werden, sei es im Final in Davos oder in den Extrazügen, um nur diese Beispiele zu nennen.»
Der neue Gästesektor während der Umbauarbeiten diesen Sommer. Auf der durch die Verkleinerung frei gewordenen Fläche wurden Sitzplätze eingerichtet.
Der neue Gästesektor während der Umbauarbeiten diesen Sommer. Auf der durch die Verkleinerung frei gewordenen Fläche wurden Sitzplätze eingerichtet.image: instagram

Seither ist der besagte Gästesektor in den sozialen Medien zum Gespött geworden. Zahlreiche Gottéron-Fans – und Anhänger anderer Teams – empören sich über seine geringe Grösse.

Die Transparente der Kop Nord erinnerten am Samstag noch einmal an den Unmut des Freiburger Publikums über diese drei jüngsten Entscheidungen. Offen bleibt, wie der Klub damit umgehen wird.

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