National-League-Topskorer trifft doppelt: Die Schweiz unterliegt Finnland
Das einzige Schweizer Tor in der Neuauflage des diesjährigen WM-Finals zum 1:2 erzielte der Berner Verteidiger Rodwin Dionicio in der 34. Minute mit einem haltbaren Schuss. Der 22-Jährige, 2023 von den Anaheim Ducks an 129. Stelle gedraftet, verdiente sich seinen ersten Treffer im Nationalteam mit einem starken Auftritt. Für die Schweizer war das Tor der Lohn für die Leistungssteigerung nach der ersten Drittelspause.
Im Schlussabschnitt kassierten sie dann allerdings innerhalb der ersten sieben Minuten gleich drei Strafen, was die Aufgabe nicht erleichterte. Immerhin überstanden sie auch die 56 Sekunden dauernde doppelte Unterzahl. In den letzten Minuten versuchten die Gäste zwar noch einmal alles, doch der Ausgleich blieb ihnen verwehrt. Vielmehr gelang Roby Järventie eine Sekunde vor der Schlusssirene noch das 3:1 für den Weltmeister. Der Stürmer von Ambri-Piotta, einer von zehn Spielern im finnischen Team, die in der Schweiz tätig sind, hatte bereits das 1:0 (14.) erzielt. Er ist nicht umsonst aktuell der beste Skorer in der National League.
Im ersten Drittel hatten die mit fünf Länderspieldebütanten angetretenen Schweizer noch grosse Mühe bekundet. Die Finnen liessen ihnen auf dem kleineren NHL-Eisfeld kaum Zeit und dominierten bei gleicher Spielerzahl deutlich. Wirklich gefährlich wurden die Schweizer einzig im Powerplay. Mehr als ein Tor erzielten die Finnen jedoch nicht. Dieses fiel nach einem Fehlpass des Neulings Maximilian Streule in der eigenen Zone direkt auf Järventie, der allein vor Goalie Sandro Aeschlimann eiskalt einnetzte. Das 2:0 schoss kurz nach Spielhälfte Axel Rindell, der den Davoser Keeper in der nahen Ecke erwischte. Den ersten Assist liess sich ZSC-Stürmer Juho Lammikko gutschreiben.
«Es war ein Prozess. Am Anfang waren wir nicht ganz bereit, aber wir kämpften gut und fanden immer besser in die Partie. Das müssen wir für das nächste Spiel mitnehmen», bilanzierte Sven Senteler gegenüber SRF. Am Samstag treffen die Schweizer um 13.30 Uhr auf Schweden, ehe am Sonntag zur gleichen Zeit Tschechien der Gegner ist.
Schweiz - Finnland 1:3 (0:1, 1:1, 0:1)
Helsinki. 7087 Zuschauer. SR Holm/Holm (SWE), Jusi/Mäkinen (FIN).
Tore: 13. Järventie 0:1. 31. Rindell (Lammikko, Rautiainen) 0:2. 34. Dionicio (Malgin) 1:2. 60. (59:59) Järventie (Nurmi, Kuokannen/Ausschluss Dionicio) 1:3.
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 2mal 2 Minuten gegen Finnland.
Schweiz: Aeschlimann; Kukan, Marti; Egli, Streule; Frick, Geisser; Dionicio; Bertschy, Malgin, Andrighetto; Hofmann, Nussbaumer, Kurashev; Reber, Senteler, Allenspach; Simic, Müller, Derungs; Alge.
Finnland: Piiroinen; Rindell, Lehtonen; Honka, Riikola; Kaski, Salo; Kukkonen, Seppälä; Järventie, Kuokkanen, Innala; Nurmi, Lammikko, Rautiainen; Pakarinen, Borgström, Tanus; Erholtz, Björninen, Mäenalanen.
Bemerkungen: Schweiz ohne Jung, Schwendeler, Jäger, Kessler (alle überzählig) und Waeber (Ersatzgoalie). Länderspiel-Debüts von Streule, Alge, Reber, Allenspach und Derungs.
Schüsse: Schweiz 23 (8-9-6); Finnland 23 (9-8-6).
Powerplay-Ausbeute: Schweiz 0/1; Finnland 1/4. (nih/sda)
