«Wäre der falsche Weg»: Schweizer Verbandschef Lüthi äussert sich zum Russland-Entscheid
Eigentlich wollte der Ende August gewählte Marc Lüthi erst nach den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit sprechen. Doch angesichts des Aufruhrs nach dem CAS-Urteil zur Wiedereingliederung der Russen macht er eine Ausnahme und lässt sich folgendermassen zitieren: «Wir verurteilen Angriffskriege und akzeptieren diese nicht, momentan befinden wir uns aber nicht auf der politischen, sondern auf der sportlichen Ebene und es liegt nun in erster Linie an der IIHF (dem Weltverband), über die weiteren Schritte und die Umsetzung des Urteils zu entscheiden, das ich persönlich kritisch sehe.»
Dabei werde insbesondere zu klären sein, ob und unter welchen Voraussetzungen russische Nationalteams wieder an internationalen Wettbewerben teilnehmen könnten oder ob weiterhin Gründe für einen Ausschluss bestünden. Solange diese Fragen nicht geklärt seien, wäre es verfrüht, über mögliche Konsequenzen für die Schweiz zu spekulieren. «Zum jetzigen Zeitpunkt vorzupreschen, wäre der falsche Weg. Entscheidend ist, dass wir die verschiedenen Perspektiven berücksichtigen und die Situation nüchtern, sachlich und ohne vorschnelle oder emotionale Schlussfolgerungen beurteilen.»
Derweil verteidigt der CAS sein Urteil und bescheinigt der IIHF Versäumnisse. Der Dachverband habe keine ausreichenden Beweise vorgelegt, um die rechtlichen Voraussetzungen für den Ausschluss russischer Mannschaften zu belegen, stellten die Richter fest. Zudem seien die möglichen negativen Konsequenzen des Urteils wie auch die Frage eines neutralen Status für russische Teams «weder durch hinreichende Beweise belegt noch von der IIHF im Laufe des Verfahrens beantragt» worden. (nih/sda)
