Nur einer hat hundertprozentige Job-Sicherheit – Berns Serge Aubin
Jobsicherheit gibt es für niemanden und seit Einführung der Playoffs (1986) ist jede Saison mindestens ein Trainer entlassen worden. Es muss also bis im nächsten Frühjahr mit mehreren Amtsenthebungen von Banden-Generälen gerechnet werden.
Die National League ist so ausgeglichen, dass sie zu einem Würfelspiel der Hockey-Götter geworden ist. Wer hätte denn vor einem Jahr die Prognose gewagt, dass Jussi Tapola und Lars Weibel in Ambri Paolo Duca und Luca Cereda ersetzen? Dass Heinz Ehlers für ein letztes Hurras beim SCB in die höchste Liga zurückkehren wird? Dass Christian Dubé Trainer in Biel wird? Michael Linigers Entlassung in Zug oder die Amtsenthebung von Greg Ireland bei Ajoie waren keine Überraschungen. Aber wer hätte ahnen können, dass Lauri Marjamäki nach Zug und Michael Liniger den umgekehrten Weg nach Kloten geht?
Wagen wir eine «Gefahrenliste», in der wir die Trainer von 1 bis 14 nach Jobsicherheit klassieren. Ab Rang 7 sollte mit dem Kauf eines teuren Wintermantels zugewartet werden.
Serge Aubin (SCB)
Neu, Vertrag bis 2029
Nach den Irrungen und Wirrungen der letzten Jahre haben die Berner unter dem neuen Manager Jürg Fuhrer entschieden, unter allen Umständen eine Trainerentlassung zu vermeiden und am Trainer festzuhalten. Möge kommen, was wolle. Serge Aubin darf einen neuen, teuren und soliden Wintermantel kaufen, der auch im Frühjahr 2029 noch schön warm gibt.
Josh Holden (HCD)
Seit 2023, Vertrag bis 2028
Er prägt den HCD-Stil wie vor ihm Arno Del Curto. Der HCD würde während der Saison keinen Trainer finden, der mit einem ähnlich intensiven Führungsstil die HCD-Tugenden hochhalten könnte. Zug wird mindestens bis zum Vertragsablauf 2028 auf Josh Holden warten müssen. Er kann einen neuen, robusten Wintermantel kaufen, der zwei weitere Jahre hält.
Tomas Mitell (Lugano)
Seit 2025, Vertrag bis 2028
Sportchef Janick Steinmann, Cheftrainer Tomas Mitell und Associate Stefan Hedlund bilden eine Art «heilige Dreifaltigkeit», vom Zusammenhalt her mit dem Duo Paolo Duca/Luca Cereda in Ambri vergleichbar. Mit einer Trainerentlassung würde Janick Steinmann seine eigene Autorität erschüttern. Tomas Mitell und Stefan Hedlund könnten neue Wintermäntel kaufen, aber in Lugano brauchen sie aus klimatischen Gründen sowieso keine.
Thierry Paterlini (Langnau)
Seit 2022, Vertrag bis 2029
Sportchef Pascal Müller hat mit Thierry Paterlini vorzeitig bis 2029 verlängert und wenn diese «Ehe» hält, wird Paterlini im Frühjahr 2029 mit 7 Jahren Amtszeit als Rekordhalter in Langnaus Geschichte eingehen. Bevor in Langnau der Trainer entlassen wird, fällt der Kirchturm auf's Chüechlihus. Trotzdem: Mit dem Kauf des neuen Wintermantels sollte er bis nach dem Spengler Cup warten.
Geoff Ward (Lausanne)
Seit November 2022, Vertrag bis 2028
Der Kanadier hat Lausanne mit zwei Finals (2024, 2025) die ruhmreichste Epoche der Geschichte beschert. Das Scheitern im Viertelfinal gegen Genf im letzten Frühjahr hat seine Position nicht erschüttert und wenn es diese Saison harzt, so kann er auf die Transferpolitik seines Sportdirektors John Fust verweisen. Den neuen Wintermantel sollte er trotzdem erst im Januar kaufen.
Roger Rönnberg (Gottéron)
Seit 2025, Vertrag bis 2028
Nach dem Abgang einer ganzen Reihe von Meisterhelden (Reto Berra, Attilio Biasca, Lucas Wallmark, Julien Sprunger) sind die Ausreden wohlfeil und Roger Rönnberg wird im Falle eines Falles die Rolle eines Opfers der Transferpolitik und nicht des Sündenbockes spielen. Ein Meistertrainer hat in Fribourg nach der märchenhaften letzten Saison sieben Leben wie eine Katze. Den neuen Wintermantel darf er kaufen.
Sam Hallam (Servette)
Neu, Vertrag bis 2029
Ist er so klug wie Roger Rönnberg und passt sein Wesen und Wirken ein wenig den ganz besonderen frankophonen Verhältnissen an und hört auf die Ratschläge seines Assistenten Marco Bayer, immerhin Meistertrainer und Sieger der Champions League mit den ZSC Lions? Den neuen Wintermantel darf er erst nach Rücksprache mit Marco Bayer kaufen.
Claude Julien (ZSC Lions)
Neu, Vertrag bis 2028
Die ZSC Lions entlassen nie leichtfertig einen Trainer. Claude Julien bekommt alle Unterstützung, die sich ein Trainer nur wünschen kann. Aber es wird vom NHL-Saurier und ehemaligen Stanley-Cup-Sieger viel erwartet. Zweifelt Sportchef Sven Leuenberger am Titelgewinn, dann wird er zügig, aber ohne Hast den Trainer wechseln. Den neuen Wintermantel kann er erst im Februar kaufen.
Ville Peltonen (Ajoie)
Neu, Vertrag bis 2028
Stark ist der Wille, den Trainer im Amt zu halten, und so gut war Ajoie seit dem Wiederaufstieg noch nie. Die Ausländer sind zwar auf Augenhöhe mit den meisten Konkurrenten, aber die Schweizer Spieler nach wie vor nicht. Irgendwann ist das Konto der Niederlagen überzogen. Das gilt auch für Ville Peltonen. Einen neuen Wintermantel sollte er erst im März kaufen. Dann ist es noch immer zugig in der Ajoie.
Christian Dubé (Biel)
Seit Januar 2026, Vertrag bis 2027
Sportchef Martin Steinegger ist schon immer treu zu seinen Trainern gestanden. Trotzdem ist er einfach nicht darum herumgekommen, beide Nachfolger von Antti Törmänen (Penti Matikainen, Martin Filander) zu feuern. Christian Dubé sollte sich in der familiären Leistungskultur nicht in Sicherheit wiegen. Den neuen Wintermantel kann er erst im Januar kaufen.
Michael Liniger (Kloten)
Neu, Vertrag bis 2028
Sportchef Ricardo Schödler wird alles Menschenmögliche unternehmen, um Michael Liniger im Amt zu halten. Aber am meisten Einfluss auf das Wohlergehen des Trainers hat der Torhüter. Sage mir, ob Reto Berra Abend für Abend «auf dem Kopf steht», und ich sage dir, wie es der Jobsicherheit von Michael Liniger geht. Den neuen Wintermantel darf er erst im Januar kaufen.
Lauri Marjamäki (Zug)
Neu, Vertrag bis 2028
Seinem Sportchef kann er nicht über den Weg trauen. Ted Suihkonen wollte Lauri Marjamäki schon im Sommer absetzen. Aber manchmal hilft es, wenn die Vorschusslorbeeren nicht zu gross sind. Am besten erkundigt er sich im November bei Geschäftsführer und Obersportchef Paolo Duca, ob er einen neuen Wintermantel bestellen soll. Lieferadresse natürlich das OYM.
Johan Lundskog (Lakers)
Seit Dezember 2024, Vertrag bis 2028
In der «geschützten Werkstatt» der Lakers dürfen Trainer mit viel Geduld rechnen. Aber Johan Lundskog sollte daran denken, dass selbst ein so verdienter Mann wie Stefan Hedlund gefeuert und durch den damaligen Assistenten Johan Lundskog ersetzt worden ist. Der Schwede kann einen neuen Wintermantel kaufen und im Falle eines Falles seinem Assistenten Todd Miller überlassen.
Jussi Tapola (Ambri)
Seit Ende Januar 2026, Vertrag bis 2029
Er kann aus wenig Talent viel herausholen und ist mit dem 3. Rang in der Qualifikation 2024/25 der erfolgreichste SCB-Trainer seit Kari Jalonen. Aber der Trainer darf in Ambri mit den vielen Schillerfaltern und zerbrechlichen Egos nicht so rau sein wie das Klima in der Leventina. Einen neuen Wintermantel kann er kaufen, aber von Sportchef Lars Weibel bezahlen lassen.
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Auch in dieser Saison können die Schweizer Eishockeyfans ausgewählte Spiele im Free-TV mitverfolgen.
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