Tausende FCSG-Fans feiern ihre Cuphelden – dann kommt Hüppis nächste Ansage
Die Cuphelden des FC St.Gallen wurden in der Heimat einige Stunden nach ihrem Triumph im Berner Wankdorf feierlich empfangen. Auf einem prall gefüllten Marktplatz in der Innenstadt warteten Zehntausende FCSG-Fans bis spätabends, um das Team zu feiern. Gegen 22 Uhr kam der Teambus dann an.
Captain Lukas Görtler übernahm von Beginn an das Mikrofon: «Wir haben das Ding nicht für uns gewonnen, wir haben für euch gewonnen.» Direkt danach stimmte der 31-jährige Deutsche Sprechchöre für Goalie Lukas Watkowiak an. Der hatte im Cupfinal kurz vor der Halbzeit nach einem bösen Aussetzer die Rote Karte gesehen, war im Turnierverlauf aber zweimal im Penaltyschiessen zum Helden geworden. «Der Wati hat uns in den Final gebracht, was er heute gemacht hat, war nur ein Test für uns», so Görtler.
Watkowiak richtete gleich auch einige Worte an die Fans und entschuldigte sich für den Fehler am Nachmittag. «Ich habe mir das auch anders vorgestellt, aber das Team hat gezeigt, was es kann», so der 30-jährige Deutsche. Dann forderte er: «Jetzt lasst uns alle zusammen feiern. Solange wir können.»
Görtler führte weiterhin durch den Abend, auch Jozo Stanic und Jordi Quintilla übernahmen immer wieder das Mikrofon, um Lieder anzustimmen. Am beliebtesten war selbstverständlich die für diesen Cupfinal umgedichtete Version des Hecht-Hits «Mon Amour». Diesen sang das Team bereits in der Kabine des Wankdorfs nach dem 3:0-Sieg gegen Lausanne-Ouchy.
Neben den Spielern wurden auch Trainer Enrico Maassen und sein Staff gefeiert. Besonders Goalietrainer Stefano Razzetti, der seit 15 Jahren in dieser Position ist und ausserdem fünf Saisons lang Goalie des FCSG war.
Ebenfalls grossen Applaus gab es für Präsident Matthias Hüppi, der schon am Nachmittag am SRF-Mikrofon seinem Ärger Luft gemacht hatte. Görtler sagte ihm: «Bitte kurz halten, nicht wie im Fernsehen.» Hüppi stellte erneut klar, dass ihm das Verhalten der Aktionäre in Bezug auf den Verwaltungsrat nicht passe. Diese hatten im November den Unternehmer und FCSG-Aktionär Patrick Thoma im Verwaltungsrat platziert. «Wir müssen unabhängig sein und nachhaltig arbeiten», sagte Hüppi nun, «wir gehen auf dem Weg weiter.»
Heikel wurde es auf der Feier zudem kurzzeitig, als Christian Witzig eine bengalische Fackel in die Hand gedrückt bekam. In der Vergangenheit wurden unter anderem Mirlind Kryeziu vom FC Zürich und Taulant Xhaka vom FC Basel für das Abbrennen von Pyrotechnik gebüsst. Witzig liess sich aber nicht dazu verleiten.
Dafür gelang es Görtler, dass Aliou Baldé ein anderes Lied anstimmte. Der guineische Flügelspieler sagte auf Aufforderung seines Captains «Scheissegal» ins Mikrofon, woraufhin Görtler und die Fans sofort mit einem in Richtung von GC beleidigenden Lied einstimmten: «… in welchem Stadion, jeder Hopper ist ein …».
Die Spieler und Fans feierten noch länger weiter. Als Görtler von einem Klubvertreter das neue dritte Trikot gereicht bekam, um dieses anzuziehen, stellte er klar: «Wir sind heute zum Feiern da, nicht zum Trikot zeigen.» Und das dürfte noch ein Weilchen weitergehen. Nach einer guten Stunde verabschiedete sich Görtler gemeinsam mit dem Team mit den Worten: «Wir sind kurz weg, feiern mit unseren Familien. In einer Stunde sind wir aber wieder in der Stadt, ihr findet uns irgendwo. Die Nacht hat kein Ende!» (nih/sda)
