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FIFA greift Gegner von Gianni Infantino an

FILE - FIFA President Gianni Infantino gestures as he meets the media at the FIFA World Cup closing press conference in Doha, Qatar, Friday, Dec. 16, 2022. (AP Photo/Martin Meissner, File)
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FIFA deckt Gianni Infantino weiterhin den Rücken.Bild: keystone

FIFA setzt auf Attacke: «Wir sind entschlossener denn je»

Der Weltfussballverband FIFA mit seinem umstrittenen Präsidenten Gianni Infantino an der Spitze holt zu einem öffentlichen Gegenangriff auf seine Gegner aus. Der Verband wirft ihnen Desinformation vor.
09.08.2026, 07:2509.08.2026, 07:25

«Immer deutlicher wird, dass einige Akteure gezielt und fortlaufend versuchen, die FIFA und ihren Präsidenten zu schwächen», teilte der Verband in der Nacht auf der Plattform X mit. «Wenn Berichte unzutreffend oder irreführend sind, wird die FIFA ihnen unmittelbar und energisch entgegentreten.» Spekulationen dürften nicht als Tatsachen dargestellt werden.

Welche Berichte und Akteure gemeint sind, machte die FIFA in ihrer Stellungnahme nicht deutlich. Sie erklärte nur, in der jüngsten Berichterstattung seien unbelegte Behauptungen und nachweislich falsche Aussagen über die FIFA und ihren Präsidenten verbreitet worden. Es gehe jedoch darum, den Verband zu stärken und den Fussball weiter «wirklich global zu machen». Der Fokus bleibe fest auf diese Aufgabe gerichtet. «Wir sind entschlossener denn je, sie zu erfüllen.»

Infantino steht nach dem geplatzten Investorendeal so sehr in der Kritik wie noch nie in seinen gut zehn Jahren als Präsident. Der Schweizer hatte den Plan forciert, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren zu verkaufen. Nach wenigen Tagen musste der FIFA-Boss das Vorhaben unter grossem Druck abblasen – vor allem die Europäische Fussball-Union UEFA hatte seine Pläne massiv kritisiert, teils wurden gar Rücktrittsforderungen laut.

Zuletzt rief der norwegische Fussballverband um Präsidentin Lise Klaveness Infantino zum sofortigen Rückzug auf, weil er jegliches Vertrauen verspielt habe. Die Europäer scheinen geschlossen gegen Infantino zu stehen und drohen damit, FIFA-Wettbewerbe zu boykottieren. Die Nationalverbände von England, Schweden, Wales und Serbien haben dem umstrittenen Funktionär offen ihre Unterstützung entzogen.

FIFA: Kritische Prüfung ja, Tatsachenverdrehung nein

Der FIFA-Sprecher sagte weiter, wer nicht über die Unterstützung der FIFA-Mitgliedsverbände verfüge, sollte nicht versuchen, durch Anschuldigungen, Andeutungen oder Desinformation das zu erreichen, «was sich in den etablierten demokratischen Verfahren der FIFA nicht erreichen lässt». Meinungsverschiedenheiten über Veränderungen rechtfertigten nicht, das demokratische Mandat des FIFA-Präsidenten oder die Institution, an deren Spitze er gewählt wurde, zu untergraben.

Die FIFA begrüsse zwar eine berechtigte kritische Prüfung, hiess es weiter. «Eine solche Prüfung ist jedoch keine Lizenz dazu, Tatsachen zu verdrehen, unbelegte Anschuldigungen zu verstärken oder Ablenkungsmanöver zu inszenieren, die den Fortschritt untergraben sollen.»

Infantino bestreitet Fehlverhalten

Am Samstag war zudem bekanntgeworden, dass die UEFA einer früheren Mitarbeiterin Infantinos in dessen Zeit als Generalsekretär des europäischen Verbands Ende 2011 eine hohe Abfindung in sechsstelliger Höhe gezahlt und die Gebühren für ein Studium finanziert hatte. Die UEFA teilte mit, diese Zahlung habe den seinerzeit für ausscheidende Mitarbeitende geltenden Regeln entsprochen. Die Vorschriften seien seit 2016 verschärft worden.

Infantino hatte vor seiner Zeit als FIFA-Präsident rund 16 Jahre für die UEFA gearbeitet. Laut einem «Telegraph»-Bericht stieg die betreffende Mitarbeiterin damals schnell in eine deutlich besser bezahlte Führungsposition auf. Infantino wies ein persönliches Interesse an dem Karrieresprung der Frau zurück. In einer der «Bild»-Zeitung vorliegenden FIFA-Mitteilung hiess es, jede Andeutung unangemessenen Verhaltens oder eines Verstosses gegen Statuten oder Vorschriften sei verleumderisch. (sda/dpa)

Video: watson/mara widmer / elena maria müller
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