UEFA bezahlte sechsstellige Summe an Infantinos Geliebte, damit sie verschwindet
Die UEFA hat einer angeblichen Geliebten Gianni Infantinos einen hohen Betrag bezahlt, als dieser als Generalsekretär für den europäischen Fussballverband tätig war. Dies geht aus einem Exklusivbericht des «Telegraph» hervor.
Gianni Infantino war ab 2000 bei der UEFA in diversen Ämtern tätig; von 2009 bis zu seiner Wahl zum FIFA-Präsidenten im Jahr 2016 war er Generalsekretär des Verbands. Während dieser Zeit soll er eine Affäre mit einer anderen UEFA-Mitarbeiterin gehabt haben.
Die Frau sei während der Dauer dieser Affäre auf eine Führungsposition befördert worden, schreibt der «Telegraph» – und zwar von Infantino persönlich. Im Rahmen dieser Beförderung sei das Salär der angeblichen Geliebten, deren Identität der Zeitung bekannt ist, um rund 30 Prozent auf etwa 160'000 Franken angestiegen.
Der rasche Aufstieg habe bei Mitarbeitern für Fragen gesorgt. Michel Platini, der damalige UEFA-Präsident, habe den Generalsekretär daraufhin vor ein Ultimatum gestellt, so mehrere Quellen: «Sie oder du?», soll Platini Infantino gefragt haben, berichtet ein Insider gegenüber dem Telegraph. Infantino soll «Sie» geantwortet haben, und kurz darauf habe die Frau die UEFA verlassen – allerdings mit einer vereinbarten Abfindung.
Sechsstellige Summe
Die genaue Höhe der Abfindung ist nicht bekannt; der Telegraph schreibt jedoch (mit Berufung auf ehemalige UEFA-Mitarbeiter) von einer mindestens sechsstelligen Summe. Zudem habe die UEFA der Frau noch eine Weiterbildung im Rahmen eines MBA-Programms an einer Business School finanziert, welche jährlich rund 45'000 britische Pfund an Gebühren verlangt.
Ein UEFA-Sprecher bestätigte den Bericht am Freitagabend:
Der Sprecher betonte, dass die Auszahlung im Rahmen des damaligen Regelwerks gelegen habe. Seit 2016 hätte die UEFA die Regeln jedoch gestrafft, so dass diese nun ein «modernes high-profile-Unternehmen» widerspiegeln würden.
FIFA: Keine Beschwerden
Ein FIFA-Sprecher sagte im Gegenzug am Freitagabend, dass Infantino die «kategorisch unwahren» Anschuldigungen entschlossen zurückweise, und dass jegliche Unterstellung von unangebrachtem Verhalten oder Statutenverletzungen eine Verleumdung sei. Und:
Alle Massnahmen des Unternehmens in Bezug auf Mitarbeiter, einschliesslich etwaiger Abfindungszahlungen, seien stets von den zuständigen Direktoren gemäss allen geltenden Bestimmungen genehmigt worden.
Seit 2001 verheiratet
Gianni Infantino ist seit 2001 mit Leena Al Ashqar verheiratet; das Ehepaar hat vier Kinder. Die beiden lernten sich kennen, als Al Ashqar für den libanesischen Fussballverband arbeitete.
Die Enthüllung kommt zu einer denkbar ungünstigen Zeit für den momentan wohl kontroversesten Walliser. Sein Plan, die Fussballweltmeisterschaft an private Anleger zu verkaufen, ging mächtig nach hinten los und brachte ihm international grosse Kritik ein. Nicht zuletzt von Seiten der UEFA werden seither die Forderungen nach einem Rücktritt Infantinos immer lauter.
(cpf)
