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epa08801604 Lille's Renato Sanches (L) in action against Milan's Sandro Tonali (R) during the UEFA Europa League group H soccer match between AC Milan and Lille OSC at Giuseppe Meazza stadium in Milan, Italy, 05 November 2020.  EPA/MATTEO BAZZI

Renato Sanches zeigt bei Lille derzeit, was er eigentlich drauf hat. Bild: keystone

Renato Sanches on fire – und 7 weitere Dinge, die gestern in der Europa League auffielen



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Wolkenbruch in Villarreal

In Villarreal war gestern kurz vor 21 Uhr nicht an ein Fussball-Spiel zu denken. Im 50'000-Einwohner-Städtchen rund eine Autostunde nördlich von Valencia goss es wie aus Kübeln. Das Spielfeld war komplett überschwemmt, dennoch musste die Partie gegen Maccabi Tel-Aviv nicht abgesagt werden.

Nach dem Ende des Wolkenbruchs beförderten Helfer das Wasser mit Hilfe von Schabern vom Platz. Mit 1:20 Stunden Verspätung konnte die Partie um 22.20 Uhr angepfiffen werden. Und die Mühe hatte sich gelohnt: Villarreal schlug den israelischen Meister problemlos mit 4:0.

Double-Double von Kane

Double-Doubles kennt man eigentlich vor allem aus der NBA. Aber für einmal verwenden wir den Begriff auch im Fussball: Denn Harry Kane, der gestern bei Tottenhams 3:1-Sieg gegen Ludogorez Rasgrad die frühe 1:0-Führung erzielte und das 2:0 durch Lucas Moura vorbereitete, kommt nach seinem 13. Saisonspiel bereits auf 12 Tore und 10 Assists. Eine unglaubliche Quote.

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Das 1:0 für Tottenham durch Harry Kane. Video: streamable

Für Kane war es zudem das 200. Tor im 300. Spiel für Tottenham. Und der englische Nationalstürmer hat noch nicht genug. «Schöner Sieg und stolze Nacht für mich. Da kommt noch mehr», schrieb der 27-Jährige auf Twitter.

Nach der überraschenden Niederlage zuletzt in Antwerpen und der deutlichen Kritik von Trainer José Mourinho, war es für die «Spurs» der zweite Erfolg im dritten Spiel.

Milans Serie gerissen

Eine imposante Serie der AC Milan ist mit einem 0:3 gegen den OSC Lille jäh gerissen: Die «Rossoneri» verloren erstmals seit 242 Tagen wieder ein Pflichtspiel. Zuletzt musste das Team von Erfolgstrainer Stefano Pioli im März beim 1:2 in der Serie A gegen Genoa als Verlierer vom Platz.

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Die besten Szenen der Partie. Video: YouTube/Swisscom blue Sport

Mann des Spiels für Lille war Yusuf Yazici, der 24-fache türkische Nationalspieler erzielte alle drei Treffer. Dank seinem zweiten Hattrick in dieser Kampagne führt der 23-jährige Mittelfeldspieler die Torschützenliste der Europa League nun mit zwei Toren Vorsprung auf ein Sextett mit Paco Alcacer (Villarreal) und Munas Dabbur (Hoffenheim) nun klar an.

Zwei Auswärts-Hattricks – das ist in der Europa-League zuvor noch keinem Spieler gelungen. Und der letzte Spieler, der zuletzt im San Siro gegen Milan dreimal traf war ein gewisser Rivaldo bei einem 3:3 in der Champions-League-Gruppenphase im Oktober 2000.

Renato Sanches on fire

Eine überragende Leistung zeigte gegen Milan aber auch Renato Sanches. Das einstige Supertalent, das sich bei Bayern München nie durchsetzen konnte, war bei den Franzosen der Antreiber und das defensive Gewissen im Mittelfeld. Bis zu seiner Auswechslung in der 80. Minute waren seine Werte überragend:

Die gefühlte Heat Map:

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Die echte Heat Map:

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Dem grossen Bayern-Missverständnis läuft es bereits seit Wochen. Nach seinem Wechsel von Swansea zu Lille hat sich der mittlerweile 23-jährige Portugiese zu einem der besten Spieler der Ligue 1 gemausert. Gegenüber «La Voix du Nord» begründete Sanches seine Leistungsexplosion zuletzt folgendermassen: «Ganz ehrlich: Ich fühle mich viel besser als vor ein paar Jahren, als ich beim FC Bayern unterschrieben habe. Einfach nur, weil ich mehr spiele. Und wenn ich mehr spiele, habe ich mehr Selbstbewusstsein. Das ist das, was sich wirklich geändert hat.»

Sanches ist aus Lille längst nicht mehr wegzudenken. «Im Sommer hatten wir Angebote über 70 Millionen Euro für Renato Sanches», sagte Lille-Präsident Gérard López gegenüber «L'Équipe». Doch die «Doggen» lehnten dankend ab und Sanches beweist mittlerweile Woche für Woche, warum das eine gute Idee war.

So sah das auf dem Platz aus:

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Die besten Szenen von Renato Sanches. Video: streamable

Benfica korrigiert Horror-Minuten

Für Benfica Lissabon war die erste Halbzeit gegen die Glasgow Rangers eine zum Vergessen. Zwar ging das Team von Nati-Stürmer Haris Seferovic (in der 60. Minute ausgewechselt) durch ein Eigentor bereits früh in Führung, doch ab der 19. Minute überschlugen sich die Ereignisse: Erst flog Innenverteidiger Nicolas Otamendi mit Rot vom Platz, dann drehten die Rangers (ohne Itten) die Partie mit einem Doppelschlag innert einer Minute. Wobei auch Benficas Diogo Gonçalves ins eigene Tor traf.

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Für dieses Foul fliegt Otamendi vom Platz. Video: streamable

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Das Eigentor zum 1:1 durch Diogo Gonçalves. Video: streamable

Nach der Pause kam es noch dicker, als die Schotten auf 3:1 erhöhten. Doch Benfica bewies Moral und schaffte in Unterzahl noch den Ausgleich. Darwin Nunez erlöste die «Adler» in der Nachspielzeit nach herrlichem Zuspiel in die Tiefe vom deutschen Nationalspieler Gian-Luca Waldschmidt. Benfica bleibt damit in der Europa League zuhause ungeschlagen, doch auch die Rangers dürfen feiern: Sie haben nun wettbewerbsübergreifend seit 17 Spielen nicht mehr verloren.

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Der 3:3-Ausgleich von Benfica in der 91. Minute. Video: streamable

Wechsel-Wirrwarr in Antwerpen

Der Linzer ASK feiert in der Europa League mit einem 1:0 bei Royal Antwerpen den zweiten Sieg in der laufenden Europa-League-Kampagne. Gut möglich, dass aus dem 1:0 aber noch ein 3:0-Forfaitsieg wird. Die Belgier haben nämlich bei vier Unterbrechungen Auswechselungen vorgenommen. Erlaubt wären aber, neben der Halbzeit, nur drei. Statt eines Doppelwechsels in der 64. Minute, kam es zu einem Spielerwechsel in der 64. Minute und einem in der 65. Minute.

Ob der Fehler bei Antwerpen liegt oder bei den Unparteiischen, muss nun die UEFA entscheiden. In den TV-Bildern war nämlich zu sehen, dass der zweite Auswechselspieler schon bereit stand und der vierte Offizielle noch mit der Tafel beschäftigt war, als der Haupt-Schiedsrichter das Spiel wieder freigab.

epa08801650 Johannes Eggestein (C) of LASK celebrates with teammates after scoring the opening goal during the UEFA Europa League group J match between Royal Antwerp and LASK Linz in Antwerp, Belgium, 05 November 2020.  EPA/OLIVIER HOSLET

So oder so – Linz darf sich über den Sieg freuen. Bild: keystone

Leicester wie 2016?

Leicester City erinnert momentan gerade wieder ein bisschen an die Meistersaison von 2016. Völlig unbeschwert fliegen die «Foxes» derzeit von Sieg zu Sieg. In der Europa League feierte man gestern mit dem 4:0 gegen Sporting Braga im dritten Spiel den dritten Vollerfolg. Mit einem Torverhältnis von 9:1 liegt Leicester natürlich an der Tabellenspitze.

Ähnlich gut läuft es in der Premier League: Dank Siegen gegen Manchester City und Arsenal liegt das defensiv sehr disziplinierte Team von Trainer Brendan Rodgers nur einen Punkt hinter Leader Liverpool auf Rang 2. Die tolle Bilanz trüben nur die beiden Niederlagen gegen West Ham United (0:3) und Aston Villa (0:1), die beide nicht zwingend waren.

Die Bundesliga rockt

Erfolgreich verlief die Europacup-Woche auch für die sechs Vereine aus der Bundesliga. In sechs Spielen gab es sechs teils deutliche Siege. Zusammen schossen die deutschen Klubs 26 Tore, so viele wie seit dem 3. Spieltag 2014 nicht mehr. Nach der Hälfte der Gruppenphase hätten sich sämtliche Bundesliga-Vertreter zudem für die K.o.-Phase in ihrem jeweiligen Wettbewerb qualifiziert.

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