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Mourinho lief nach der Tottenham-Niederlage in Antwerpen mal wieder zur verbalen Bestform auf. bild: screenshot

Mourinho nach Peinlich-Pleite: «Hätte in der Pause elf Mal wechseln sollen»



Tottenham Hotspur blamierte sich in der Europa League gestern sensationell gegen den Royal Antwerpen. Vor allem einem stiess das 0:1 ziemlich sauer auf: «Spurs»-Trainer José Mourinho versuchte nach dem peinlichen Ergebnis erst gar nicht seinen Frust zu verbergen.

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Refaelov mit dem Siegtor für Antwerpen in der 29. Minute. Video: streamable

Der 57-jährige Portugiese, der einige Stammkräfte zunächst auf der Bank liess, rechnete im Anschluss an die Niederlage im Antwerpener Bosuilstadion vor versammelter Presse mit seiner Mannschaft ab. «Ich hätte gerne elf Mal gewechselt zur Halbzeit. Aber ich habe nicht sofort die erlaubten fünf frischen Spieler in die Partie gebracht, weil ich Angst vor den langen 45 Minuten hatte», eröffnete Mourinho seine Standpauke.

In der Pause ersetzte der «Spurs»-Trainer Vinicius, Bergwijn, Dele Alli und Lo Celso durch Son, Lucas Moura, Lamela und Höjbjerg. Nach 58 Minuten brachte er Torjäger Harry Kane für den enttäuschenden «Spurs»-Rückkehrer Gareth Bale und hatte sein Wechselkontingent damit ausgeschöpft. Am Ende bilanzierte er: «Das bessere Team hat gewonnen, das schlechtere verloren. Wir haben sie gewinnen lassen.»

«Es gibt nur einen Schuldigen»

Mourinho drosch allerdings nicht nur auf sein Team ein, sondern nahm auch sich selbst in die Verantwortung. «Ich will nicht die Leistungen einzelner Spieler analysieren. Ich habe die Startaufstellung gewählt. Es gibt nur einen Schuldigen. Ich bin der Boss und es liegt in meiner Verantwortung, wer spielt», erklärte er. Mit dieser Übernahme der Verantwortung für die Niederlage war es jedoch noch nicht getan.

Tottenham's manager Jose Mourinho speaks with the media prior to the Europa League Group J soccer match between Antwerp and Tottenham at the Bosuil stadium in Antwerp, Belgium, Thursday, Oct. 29, 2020. (AP Photo/Francois Walschaerts)

Mourinho war nach dem Spiel ein gefragter Mann. Bild: keystone

Im gleichen Atemzug erklärte «The Special One», dass der Auftritt seiner Mannschaft ihm die «zukünftigen Entscheidungen sehr leicht» gemacht habe. «Ihr wisst, welches unsere beste Mannschaft ist, aber ich denke immer, dass Spieler eine Chance verdienen, weil wir einen grossen Kader haben.» Diese Chance müsse aber «mit beiden Händen ergriffen» werden, «die Spieler müssen nach mehr streben».

Dann richtete sich Mourinho auch noch direkt an die Journalisten: «Vor Spielen fragt ihr mich immer, warum dieser Spieler nicht spielt, warum dieser Spieler nicht spielt, warum ich diesen Spieler nicht für die Startelf ausgewählt habe. Vielleicht werdet ihr das jetzt für ein paar Wochen nicht machen, weil ihr die Antwort jetzt bekommen habt.»

Auch Stunden nach Abpfiff hatte sich Mourinho noch nicht wirklich beruhigt. Stattdessen schoss er ein weiteres Mal gegen seine Mannschaft. Bei Instagram lud der 57-Jährige ein Foto von sich aus dem Teambus hoch. Dazu schrieb er: «Schlechte Leistung verdient schlechte Ergebnisse. Ich hoffe, jeder in diesem Bus ist so enttäuscht wie ich es bin. Morgen ist um 11 Uhr Training.»

Für den portugiesischen Exzentriker war es die erste Niederlage in der Europa League seit November 2016. Damals hatte er mit Manchester United eine 1:2-Pleite in Istanbul bei Fenerbahce hinnehmen müssen. In seiner gesamten Europa-League-Statistik finden sich bisher nur drei Niederlagen in 20 Spielen. Eine Etage höher, in der Champions League, waren es für Mourinho 35 Niederlagen in 151 Spielen. (pre)

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