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AS Roma's Gervinho celebrates after scoring against Lazio's during their Serie A soccer match at Olympic stadium in Rome, Italy, November 8, 2015. REUTERS/Alessandro Bianchi

Der neuste Coup: Gervinho hat bei Hebei China Fortune unterschrieben.
Bild: ALESSANDRO BIANCHI/REUTERS

Immer mehr Stars gehen: China und die USA bedrohen Europas Fussballhoheit

Die besten Fussballer stehen traditionell in Europa unter Vertrag. Doch seit einiger Zeit zieht es immer mehr Spieler in die USA oder nach China. Und es sind nicht mehr nur alternde Stars, sondern auch Talente im besten Alter.

Oliver Linow
Oliver Linow



Fussball? Nein, das ist nun wirklich nicht die erste Assoziation, die wir mit China ziehen. Das Nationalteam liegt auf Platz 82 der Weltrangliste, hinter Ländern wie Libyen, Haiti oder Zypern. Trotzdem müssen wir uns daran gewöhnen, das der dortige Fussball auch in Europa immer mehr zum Thema werden dürfte.

Am Dienstagmorgen unterzeichnete Gervinho einen Vertrag bei Hebei China Fortune. Mit Ramires und Fredy Guarin könnten ihm in diesem Winter zwei weitere Stars nach Asien folgen.

26.10.2014; Manchester; Fussball Premier League - Manchester United - Chelsea; Daley Blind gegen Didier Drogba (Chelsea) (Matthew Ashton/AMA/freshfocus)

Didier Drogba war 2012 einer der ersten Top-Spieler, die nach China wechselten.
Bild: Matthew Ashton/freshfocus

Sie sind nicht die ersten: Bereits vor vier Jahren wechselten mit Didier Drogba und Nicolas Anelka zwei ehemalige Champions-League-Sieger ins «Reich der Mitte». Der Unterschied: Anelka war bei seinem Wechsel schon fast 33 Jahre und Drogba sogar 34 Jahre alt.

Gervinho, Ramires und Guarin hingegen befinden sich mit Ende 20 im besten Fussballer-Alter. Alle drei stehen oder standen in Europa bei Top-Klubs unter Vertrag: Gervinho bei der AS Roma, Ramires bei Chelsea und Guarin bei Inter Mailand. An Ramires bekundeten zuletzt sogar die Bayern Interesse. Trotz diesen tollen Perspektiven könnten sie am Ende alle dem Ruf des Geldes aus dem fernen Osten folgen.

Chinese President Xi Jinping speaks with media in a joint press conference with his Iranian counterpart Hassan Rouhani after their meeting at the Saadabad Palace in Tehran, Iran, Saturday, Jan. 23, 2016. (AP Photo/Ebrahim Noroozi)

Staatspräsident Xi Jinping möchte China zum Fussball-Weltmeister machen.
Bild: Ebrahim Noroozi/AP/KEYSTONE

Solche Transfers könnten in Zukunft zunehmen, denn China möchte ganz gross ins Geschäft einsteigen. So erklärte zum Beispiel Staatspräsident Xi Jinping vor ein paar Jahren: «Ich habe drei Wünsche: China soll sich für eine WM qualifizieren, China soll eine WM austragen und China soll eine WM gewinnen.»

Dass es sich dabei nicht nur um leere Worte handelt, beweist folgende Direktive: «Ein Aufleben des Fussballs ist entscheidend auf Chinas Weg zu einer Sportnation.» Sie wurde im letzten März von der Regierung herausgegeben. Um dies zu erreichen, sollen in China rund 20'000 Fussball-Internate entstehen und Hunderttausende von Nachwuchsfussballern rekrutiert werden.

FC Barcelona player Giovanni dos Santos, from Mexico, right, celebrates his goal with his teammate Ronaldinho, from Brazil, against Stuttgart during a Group E Champions league soccer match at Nou Camp Stadium in Barcelona, Spain, Wednesday, Dec. 12, 2007. (AP Photo/Manu Fernandez)

Einst stand er beim FC Barcelona unter Vertrag. Heute kickt Giovanni Dos Santos für LA Galaxy.
Bild: AP

In der Major Soccer League in den USA lässt sich ein ähnlicher Trend beobachten wie in China. Auch dort machten mit David Beckham (2010) und Thierry Henry (2010) zwei Altstars den Anfang.

Neben «Oldies», die ihre Karriere in den USA ausklingen lassen wollen, zieht es immer mehr Junge nach Übersee. So zum Beispiel Sebastian Giovinco (davor Juventus), Giovanni Dos Santos (davor Villareal) oder Michael Bradley (davor AS Roma).

Natürlich ist es nicht anzunehmen, dass die ganz grossen Spieler, wie Messi oder Ronaldo nach China oder in die USA gehen. Trotzdem könnte in Zukunft vermehrt Stars in eine dieser Ligen wechseln. Dort lässt sich gutes Geld verdienen. Umso mehr, weil die Vereine nicht dem Financial Fairplay der UEFA unterworfen sind.

Die Entwicklung der Rekordtransfers im Fussball

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20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hans Giebenrath 26.01.2016 17:53
    Highlight Highlight Solange Gervinho zu den Stars der chinesischen Liga gehört, muss sich Europa als Spitzenreiter im Fussball wohl keine Sorgen machen.
  • Pana 26.01.2016 17:27
    Highlight Highlight Bin mir nicht sicher, ob die USA und China in einem Satz erwähnt werden sollten. Ohne den chinesischen Fussball wirklich einschätzen zu können, bezeifle ich, dass sie einen ähnlichen Prozess und Wachstum durchgegangen sind wie der in den Staaten. Die MLS wächst seit Jahren auf finanzieller und infrastruktureller Ebene. Die Zuschauerzahlen lassen sich sehen (NHL und NBA überholt). Sportlich geht's aufwärts (siehe Montreal in der letzten Champions League). Gäbe noch vieles zu erwähnen (damn you 600 Limit), aber habe keine Zweifel, dass die MLS die Euro Spitzenligen eines Tages einholen wird.
  • Wasmeinschdenndu? 26.01.2016 17:06
    Highlight Highlight Fussballer die von europäischen Clubs nach China gehen, tun dies nur des Geldes wegen. Entweder sind sie schon älter und werden bald nicht mehr in europs mithalten können oder sie sind bereits auf dem absteigenden Ast ihrer Karriere. Wechseln jüngere Spieler nach China, dann sind es einfach nur solche, die nur das grosse Geld sehen und dann als ewiges Talent in einer mittelmässigen Liga untergehen. Also so kleine Shaqiris, die von ihrem Bruder einen Top-Vertrag ausgehandelt bekommen.
    Was ich mir aber gut vorstellen kann ist, dass das Niveau in der MSL doch ziemlich steigen wird...
  • DavidP38 26.01.2016 16:29
    Highlight Highlight Dann lassen wir doch die beiden Staaten es auf dem Spielfeld austragen !!!
  • NWO Schwanzus Longus 26.01.2016 15:22
    Highlight Highlight Der Titel ist Quatsch, weil es gehen nur Spieler dessen Zenit schon längstens überschritten ist und sie nur ihr Name an ihre Weltklasse Leistung daran erinnern. Ausserdem wenn man in China tatsächlich das Doppelte verdienen kann als früherer Weltklasse Spieler bei einem Europäischen Club der regelmässig CL spielt, dann würde ich auch nicht das angebot wegschlagen, das gleiche mit den USA.
    • Illuminati 26.01.2016 15:31
      Highlight Highlight 1. Ist nicht bei allen Spielern der Zenit schon überschritten, ein Gervinho spielt noch auf Top-Niveau oder auch Pirlo könnte ohneProbleme noch Stammspieler in Europa sein.
      2. Beim gescheiterten Transfer von Luiz Adriano hat man gesehen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Hoffe solche Vorfälle kommen vermehrt vor, damit die Spieler abgeschreckt sind, nach China oder auch in jungen Jahren schon nach Amerika zu wechseln.
    • Pana 26.01.2016 19:22
      Highlight Highlight Der italienische Nati Spieler Giovinco wechselte im Alter von 27 Jahren von Juventus zu Toronto.
    • teXI 26.01.2016 22:30
      Highlight Highlight ...weil er bei Juve ständig auf der Bank sas und als ewiges Talent galt. Und eben das grosse Geld sah... So ein kleiner Shaqiri eben =)
    Weitere Antworten anzeigen
  • hektor7 26.01.2016 15:10
    Highlight Highlight "Financial Fairplay der UEFA"... Da lach ich mich jedes Mal wieder schlapp.
  • LubiM 26.01.2016 15:03
    Highlight Highlight Bis jetzt sind ausschliesslich Spieler nach China gegangen, welche ich nicht vermissen werde. Es steht ja jedem Frei dort hin zu gehen wo er will. Wenn in Zukunft alle ab 30 in China spielen macht das auch mehr Platz für Junge!
  • Ikarus 26.01.2016 14:24
    Highlight Highlight Ach was, mit 28 kanns schon dein letzter fetter vertrag sein, klar überlegt man es sich dann doch nach china zu wechseln, gerade spieler aus (ehemaligen) dritt welt länder. Solange nicht embolos, und all die anderen talente, nach china/usa gehn geht noch gar nichts verloren und ist auch nicht bedenklich
  • escritor 26.01.2016 14:05
    Highlight Highlight Geld regiert! Renato Augusto hat indirekt zugegeben, dass er nur wegen des Geldes nach China gehe.
  • Luca Brasi 26.01.2016 13:54
    Highlight Highlight Aber Herr Linow! Fussball nicht mit China in Verbindung zu bringen, zeugt aber von einem Mangel an fussballhistorischer Kenntnis. Darf ich Sie an die ersten schriftlichen Erwähnungen dieses Sports in der Zhou-Dynastie erinnern (als Cuju bekannt):

    https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Fußballs

    Ob sich die Qualität des chinesischen Fussballs nur durch Zuzug von einigen in Europa spielenden Akteuren merklich verbessert, bezweifle ich. Das machen Russland oder die Emiraten ja auch schon länger. Zudem ist Wettbetrug und Korruption in Chinas Fussball keine Seltenheit.
    • one0one 26.01.2016 14:18
      Highlight Highlight Wettbetrug und Korruption ist in allen Teilen der Erde keine Seltenheit ;)
    • Luca Brasi 26.01.2016 14:34
      Highlight Highlight Wenn Sie die Geschichte des Fussballs in China anschauen, bietet dieses Land nochmal einen "Extrakick" in dieser Disziplin. ;)
    • maxi #sovielfürdieregiongetan 26.01.2016 14:35
      Highlight Highlight zum glück gibts in europa kein wettbetrug... *hust* olypiakos*hust*
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