«Ich verstehe Murat Yakin» – Familie Okafor sorgte bei Zürcher Gastro-König für Probleme
Noah Okafor verkündete vor einer Woche seinen Rücktritt aus der Schweizer Fussballnationalmannschaft, da das Tischtuch zwischen ihm und Trainer Murat Yakin zerschnitten sei. Unter anderem warf er dem Nati-Trainer fehlenden Respekt vor.
Dass sich ausgerechnet Okafor über fehlenden Respekt beklagt, stösst bei Gastro-König Michel Péclard sauer auf. Noch vor der Weltmeisterschaft habe es in seinem Lokal «Fischer's Fritz» in Zürich-Wollishofen eine Geburtstagsparty für Okafor gegeben und dabei sei es zu Auseinandersetzungen mit dem Umfeld des Fussballers gekommen.
Schwester wollte den Tisch am Nachmittag bereits dekorieren
Gegenüber nau.ch erzählt Péclard, dass im Vorfeld abgemacht wurde, dass Okafors Schwester bereits am Nachmittag des Pfingstmontags verschiedene Gegenstände im Restaurant deponieren kann. Allerdings habe sie dann schon am Nachmittag anfangen wollen, den Tisch zu dekorieren, obwohl dieser erst ab 17 Uhr für das Fest reserviert war.
Als ihr der Geschäftsführer erklärte, dass sie den Tisch erst ab der reservierten Zeit dekorieren darf, sei sie ausgerastet und es sei zu einer hitzigen Diskussion gekommen. Zusätzlich wollte die Frau Luftballons in einem Kühler deponieren. Auch das lehnte der Geschäftsführer ab, da die Kühlschränke voll waren.
Preisreduktion wurde verlangt
Am Abend war dann zunächst offenbar alles friedlich verlaufen. «Wir haben geschaut, dass alles stimmt und ihnen auch unsere Band zur Verfügung gestellt», erzählt Péclard. Doch zum Ende hin sei es dann zur nächsten Auseinandersetzung gekommen. Nach 22.30 Uhr hätten sich, als nicht mehr so viele Leute vor Ort waren, «fünf durchtrainierte Mitglieder» aus Okafors Entourage vor dem Geschäftsführer aufgebaut. «Sie fragten ihn, was er sich am Nachmittag erlaubt habe», sagt Péclard.
Zwar habe sich der Geschäftsführer entschuldigt, doch die Gäste hätten Reue sehen wollen. Erst als eine Assistentin von Péclard eingriff, konnte die Lage beruhigt werden. «Obwohl sie auch Angst hatte, gelang es ihr, eine Eskalation zu verhindern», schildert Péclard.
«So etwas habe ich in 25 Jahren im Gastro-Geschäft noch nicht erlebt», erklärte Péclard, welcher bei den Vorfällen nicht dabei war und am nächsten Tag über die Geschehnisse informiert wurde. Doch damit war es noch nicht genug: Okafors Schwester habe eine Reduktion auf den Preis verlangt. Péclard intervenierte telefonisch.
Bewusst nicht vor der WM erzählt
Der Gastro-König sagt, er habe bewusst damit gewartet, von der Eskalation zu erzählen. «Es war kurz vor der WM, da fiebert das ganze Land mit – darum wollte ich kein grosses Tam-Tam machen», begründet Péclard sein Vorgehen. Er lässt aber kein gutes Haar an Okafor und seiner Entourage: «Wie sich diese Gruppe aufgeführt hat, das geht gar nicht. Ich verstehe Murat Yakin, dass er so einen Spieler nicht mehr aufbieten will.»
Auch der Schweizerische Fussballverband weiss von dieser Geschichte. Anders klingt es allerdings beim Management von Okafor. Gegenüber dem Blick erklärte dieses, dass Noah Okafor nichts von den Auseinandersetzungen wisse und meldete weiter: «Stattdessen hat sich der Geschäftsführer nach der Feier bei Noahs Schwester gemeldet und um Entschuldigung für die Umstände gebeten.» Okafor selbst sei an der Organisation nicht beteiligt gewesen, da es für ihn eine Überraschungsparty war.
Am Montagabend absolvierte Okafor sein erstes Spiel für Leeds seit seinem Nati-Rücktritt. Beim 4:1-Sieg gegen Newcastle erzielte er sein erstes Saisontor. (riz)
