Zum Wegschauen: Hyrox-Star siegt trotz Durchfall
Hyrox verbindet Kraft- und Ausdauersport in einem Wettkampf. Seit Jahren boomt es – und die Australierin Joanna Wietrzyk ist eine der grossen Figuren der Szene. Die 22-Jährige hält seit diesem Jahr den Frauen-Weltrekord.
Am Samstag trat Wietrzyk zu einem Wettkampf in Peking an und sie gewann ihn – was trotz ihrem Palmares bemerkenswert ist. Denn die Sportlerin hatte mit Durchfall zu kämpfen, biss sich aber durch. Aufnahmen des Vorfalls verbreiteten sich rasch.
«Wie sagt man so schön: ‹Go hard or go home› … Sieg ist Sieg», schrieb die Australierin zu einem Selfie, auf dem sie mit einer Infusion am Arm zu sehen ist. Sie danke allen Beteiligten für ihre Unterstützung und werde bald zurück sein.
In Ausdauersportarten ist es nicht ungewöhnlich, dass es zu Vorfällen dieser Art kommt. Doch der Unterschied etwa zu einem Marathon ist, dass beim Hyrox andere Athleten ihren Wettkampf auf den gleichen Bahnen und an den gleichen Geräten absolvieren. Wietrzyk und die Veranstalter sahen sich deshalb mit dem Vorwurf konfrontiert, die Gesundheit anderer Teilnehmenden aufs Spiel gesetzt zu haben.
Hyrox World schrieb, man fordere die Athletinnen und Athleten dazu auf, an ihre Grenzen zu gehen und manchmal würden sie dabei sogar überschreiten, was für möglich gehalten werde. «Genau dieser Mut, diese Widerstandsfähigkeit und diese Weigerung, aufzugeben, machen Spitzensportler so aussergewöhnlich», heisst es im Statement.
Ohne Wietrzyk namentlich zu erwähnen, betonten die Verantwortlichen, man hätte sie sofort stoppen müssen. «Hier gibt es keine Grauzonen. Man konnte deutlich sehen, wie ihr Kot an den Beinen herunterlief. Ihr Wettkampf hätte vorbei sein müssen. Und ehrlich gesagt, hätte sie den Anstand haben müssen, von selbst aufzuhören und die Wettkampfbahn zu verlassen.»
Hyrox-Mitgründer Moritz Fürste entschuldigte sich bei allen Betroffenen. Man habe einen Fehler gemacht, indem man während des Wettkampfs nicht reagiert habe, meinte der Deutsche. «Es ist meine Aufgabe, solche Möglichkeiten vorauszusehen und das habe ich versäumt. Ab sofort gelten neue Regeln und Verfahren, um zu verhindern, dass sich solche Situationen wiederholen.»
Die Ausrichter in China erklärten, sie hätten die betroffenen Bahnen über Nacht gründlich gereinigt und kontaminierte Ausrüstung entfernt. Auch der Teppichboden in der Halle sei ausgetauscht worden, ehe der Wettkampf tags darauf fortgeführt wurde.
